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Unfallbeispiel: Sturz von der Lokomotive

Bei der Arbeit an Eisenbahn-Fahrzeugen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Oft liegen die Unfallursachen bei unzureichenden oder missachteten Sicherheitsmassnahmen. In unserem Unfallbeispiel stürzte ein Mechaniker vom Dach einer Lokomotive, weil kein sicheres Arbeitsmittel für seine Aufgabe vorhanden war.

Inhalt

Kurz und bündig

Die Arbeit an Zügen kann sehr gefährlich sein und zu tragischen Unfällen führen, wenn keine ausreichenden Sicherheitsmassnahmen getroffen oder Sicherheitsregeln nicht eingehalten werden. Der Mechaniker Thomas S. verlor bei einem solchen Arbeitsunfall sein Leben.

Dies führte zu dem Betriebsunfall:

  • Der Arbeitsgeber hat kein geeignetes Arbeitsmittel, zum Beispiel eine passende Hubarbeitsbühne, zur Verfügung gestellt.
  • Thomas S. hält sich nicht an die Vorgaben für das Arbeiten mit dem Anseilschutz.
  • Er stürzt von der Lokomotive und erliegt wenige Tage später seinen Verletzungen.

Rekonstruktion des Unfalls

Thomas S. arbeitet in der Werkhalle. Er hat die Aufgabe, an einer Lokomotive ein schweres, sperriges Bauteil auszuwechseln. Damit dies gelingt, muss er das Dach der Lokomotive mit dem Kran anheben. Dazu muss das Lokdach zuerst sicher am Kranhaken befestigt werden. Thomas S. steigt also noch ungesichert durch die Dachluke auf das Dach, um dies zu erledigen. Doch das sollte ihm zum Verhängnis werden.

Während er auf dem Dach der Lokomotive hantiert, stürzt Thomas S. ab. Wie es zum Absturz kam, kann sich niemand erklären, denn niemand hatte Thomas S. im Blick, als es zum Unfall kam. Man geht davon aus, dass er sich gegen Absturz sichern wollte, indem er das Halteseil seines Auffanggurts mit einer Hilfsstange am Sicherungsseil einhängen wollte. Was eigentlich eine Sicherheitsmassnahme hätte sein sollen, führte dazu, dass Thomas S. in den Tod stürzte. Nur wenige Tage nach dem Unfall stirbt er im Spital an den Folgen seiner Verletzungen.

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Analyse der Fehlerkette

Wenn man den Fall «Thomas S.» genauer anschaut, findet man mehrere Ursachen, die zu diesem Arbeitsunfall geführt haben.

Unzureichende Arbeitsmittel zur Unfallprävention

Thomas S. konnte von Anfang an nicht unter sicheren Umständen arbeiten, da vom Arbeitgeber kein sicheres Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt wurde. Die Hubarbeitsbühne, mit der normalerweise in der Werkhalle an den Bahnwagen gearbeitet wird, ist nämlich für diese Lokomotive zu niedrig. Leider ist nun auch noch keine geeignete Absturzsicherung vorhanden. Also bedient sich Thomas S. der Persönlichen Schutzausrüstung (PSAgA), um sich gegen Absturz zu sichern.

Thomas S.  muss das Dach des Zuges mit einem Kran anheben. Dazu steigt er durch die Dachluke auf die Lokomotive. Er trägt nur die persönliche Schutzausrüstung. Sie ist aber noch nicht mit dem oben eingezeichneten Sicherungsseil verbunden. Thomas S. ist rot umkreist.

Thomas S.  muss das Dach des Zuges mit einem Kran anheben. Dazu steigt er durch die Dachluke auf die Lokomotive. Er trägt nur die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz. Sie ist aber noch nicht mit dem oben eingezeichneten Sicherungsseil verbunden. Thomas S. ist rot umkreist.

Befestigung des Halteseils in stehender Position

Mit der Persönlichen Schutzausrüstung begeht Thomas S. einen groben Fehler: Er befestigt das Halteseil in stehender Position am Sicherungsseil. Um einen Absturz auszuschliessen, hätte Thomas S. das Halteseil seines Auffanggurts jedoch in sitzender Position am Sicherungsseil einhängen müssen. Sich nach diesem vorgesehenen Ablauf zu sichern, ist jedoch schwierig und erfordert einiges an Übung. Eine solche Ausgangslage verleitet also geradezu zu Fehlverhalten.

Thomas S. steht auf dem Dach des Zuges und versucht, das Halteseil im Stehen an das Sicherungsseil oberhalb des Zuges zu befestigen. Er ist rot umkreist.

Thomas S. steht auf dem Dach des Zuges und versucht, das Halteseil im Stehen an das Sicherungsseil oberhalb des Zuges zu befestigen. Er ist rot umkreist.

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