Instandhaltung

  • In der Schweiz verlieren jährlich mehr als 10 Menschen beim Instandhalten von Maschinen und Anlagen ihr Leben.
  • Bis zu 20 Prozent aller Berufsunfälle sind auf fehlende oder nicht ordnungsgemässe Instandhaltung zurückzuführen.
  • Störungsbehebungen gehören zu den risikoreichsten Tätigkeiten.
  • Die lebenswichtigen Regeln verbessern die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Instandhalten heisst: Regeln einhalten – konsequent

Instandhaltungsarbeiten sind gefährlich. Die Unfallursachen sind besonders vielfältig. Die Betroffenen werden beispielsweise von Anlageteilen eingezogen oder gequetscht, stürzen ab, erleiden Stromschläge, ersticken oder werden Opfer von Explosionen. Das muss nicht sein!

  • Deshalb hat die Suva die acht lebenswichtigen Regeln für das Instandhaltungspersonal erarbeitet.
  • Gefordert sind jedoch alle: Die Regeln richten sich ebenso an die Maschinenbediener und das Kader der Produktion.
  • Besonders die Führungspersonen tragen eine grosse Verantwortung, denn Unfallprävention im Betrieb ist Chefsache!
Hauptsächliche Gefahren

Die Gefahren bei der Instandhaltung sind vielfältig:

  • mangelhafte Arbeitsorganisation
  • mechanische Gefahren (z. B. eingeklemmt, von einer Last erschlagen werden)
  • Abstürze
  • Elektrizität
  • gefährliche Atmosphäre (Brände, Explosionen, Vergiftungen, Ersticken)

Besonders gefährlich wird es immer dann, wenn wegen einer Maschinenstörung die Produktion stillsteht.

Unfallursachen

Die Unfallabklärungen der Suva ergeben die folgenden Unfallursachen:

  • mangelhafte Planung und Arbeitsvorbereitung
  • fehlende Instruktion der Mitarbeitenden
  • Stress und Zeitdruck
  • fehlende Kontrolle und Durchsetzung der Sicherheitsregeln
  • Fehlen von technischen Sonderbetriebseinrichtungen
  • die Maschine war nicht ausgeschaltet
  • die Maschine war gegen unerwarteten Anlauf nicht gesichert
  • manipulierte Schutzeinrichtungen

Massnahmen

Um die Unfallursachen zu bekämpfen, sind vor allem die Führungskräfte gefordert:

  • Instandhaltungsarbeiten müssen geplant und auf die Gefahren hin beurteilt werden.
  • Setzen Sie Fachleute ein, welche die Maschinen und das sichere Arbeiten kennen.
  • Produktionsmitarbeiter sind in der Regel nicht ausgebildet für das Beheben von Produktionsstörungen. Das ist Sache von Profis.

Schauen Sie sich dazu die Unfallbeispiele  zu den grössten Risiken bei Instandhaltungsarbeiten an. Die Unfallbeispiele lassen sich auch für Schulungen und Instruktionen einsetzen.

Aktuelle Informationen zur sicheren Instandhaltung finden Sie hier  .

Sicherheits-Charta

Arbeiten darf nicht lebensgefährlich sein. Die Sicherheits-Charta ist Ihr Bekenntnis zu sicheren und gesunden Arbeitsplätzen und der Wille, dieses Bekenntnis im Arbeitsalltag in die Tat umzusetzen – ohne Wenn und Aber. 

Hier geht's zur Sicherheits-Charta.  

Mitarbeiter führt Schmierarbeiten an einem Arbeitsmittel aus. Für diese Höhenarbeit verwendet er eine Hubarbeitsbühne.

Handeln

Lebenswichtige Regeln

  • Stellen Sie fest, welche lebenswichtigen Regeln für Ihren Betrieb relevant sind.
  • Instruieren Sie die Mitarbeitenden in den lebenswichtigen Regeln.
  • Legitimieren Sie Ihre Mitarbeitenden, Stopp zu sagen, wenn eine lebenswichtige Regel verletzt wird.
  • Kontrollieren Sie das Einhalten der lebenswichtigen Regeln und setzen Sie diese wenn nötig durch – auch im hektischen Arbeitsalltag.

Die acht lebenswichtigen Regeln der Instandhaltung

Die Lebenswichtigen Regeln basieren auf den Bestimmungen des Unfallversicherungsgesetzes und der zugehörigen Verordnung.

Regel 1: Instandhaltung sorgfältig planen

Regel 2: Nicht improvisieren

Regel 3: Anlage immer ausschalten und sichern

Nutzen Sie unser vielfältiges Angebot

Die Suva unterstützt Sie mit den folgenden Angeboten, um die acht lebenswichtigen Regeln der Instandhaltung in Ihrem Betrieb umzusetzen:

Mit den Schulungsunterlagen können Sie die «Acht lebenswichtigen Regeln für die Instandhaltung» im eigenen Betrieb schulen. Sie haben die folgenden Möglichkeiten:

Instruktion am Arbeitsplatz: Standardlektionen von 30 bis 45 Minuten pro lebenswichtige Regel. Die Suva empfiehlt, alle 2 Wochen eine Regel zu instruieren.

Betriebsinterner Workshop: Workshop-Programm für die Schulung aller acht Regeln an einem halben Tag.

  • Für beide Schulungsvarianten stehen Ihnen Anleitungen und eine Powerpoint-Präsentation mit Informationen zu den Unfallschwerpunkten und  lebenswichtigen Regeln zur Verfügung.
  • Vorgesetzte (Technik und Produktion) und Instandhaltungsfachleute lernen die lebenswichtigen Regeln kennen und wie sie diese bei der Arbeit umsetzen können.

Einen Einblick in das Workshopprogramm gibt Ihnen die Powerpoint-Präsentation «Sichere Instandhaltung betrifft uns alle!  » mit wertvollen Informationen und Tipps im Notizenteil.

Die Suva empfiehlt Ihnen, einen Suva-Workshop zu besuchen. Sie erfahren praxisorientiert und eins zu eins, wie Sie die Kampagne im Betrieb erfolgreich umsetzen können.

Die regionalen Workshops richten sich an die Führungspersonen der Instandhaltung und Produktion sowie Sicherheitsbeauftragte, KOPAS, Instandhaltungsfachleute. Im halbtägigen Workshop lernen Sie mehr über Ihre Verantwortlichkeiten bezüglich Arbeitssicherheit. In Kleingruppen lernen Sie die lebenswichtigen Regeln anhand von Praxisbeispielen kennen. Und Sie erarbeiten Strategien, wie Sie die lebenswichtigen Regeln im eigenen Betrieb instruieren und durchsetzen können.

Hier geht’s zur Anmeldung .

Hier  finden Sie das Programm der Workshops.

Einen Einblick in den Workshop «Sichere Instandhaltung» vermittelt Ihnen der folgende Film.

Jedes Unternehmen hat eigene Gefahren und braucht spezifische Massnahmen. Trotzdem ist es sinnvoll zu sehen, wie andere Betriebe ihre Probleme rund um die Instandhaltung gut und vorbildlich gelöst haben. Hier einige Beispiele:

Interview mit Rolf Piana  , Leiter Instandhaltung der Briefsortierungsanlagen.

Die Lizenz zum Stopp sagen   

Sichere Instandhaltung 

  • Informationen zu Sicherheitsprodukten finden Sie auf der Internet-Plattform Sapros , wo Sie die Produkte auch bestellen können.
  • Seite des «Schweizerischen Verbands für Facility Management und Maintenance» .
  • Die EU-Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA)  in Bilbao hat das Thema Instandhaltung (Maintenance) als Schwerpunkt in der Arbeitssicherheit definiert. Als Unterstützung bietet die EU-OSHA auf ihrer Seite zahlreiche Unterlagen und Hilfsmittel an.
  • Die Schweiz beteiligt sich an dieser Kampagne und lancierte im Oktober 2011 eine Schulungsaktion zum Thema «Sichere Instandhaltung». Die Aktion steht unter der Leitung des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO und wird von der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS finanziert. Weitere Informationen dazu finden Sie hier .
Checkliste "Instandhaltungsarbeiten an Eisenbahnfahrzeugen"Unterhaltsarbeiten auf sicherem Arbeitspodest, Trepe

Material

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