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Zentraler Aspekt des Beschaffungskonzepts: die sichere Instandhaltung

Wenn Sie bereits bei der Beschaffung einer Maschine auf eine sichere Instandhaltung und Wartung achten, fahren Sie besser. Damit verhindern Sie Unfälle, die Produktionsausfälle, Stress und Kosten mit sich bringen. Auf dieser Seite geben wir Ihnen wertvolle Tipps zum Kauf sicherer Maschinen und Anlagen.

Inhalt

Kurz und bündig

Ob eine neue Maschine oder eine Occasion, ein Kauf ist in der Regel eine teure Angelegenheit. Deshalb zahlt es sich aus, ein Beschaffungskonzept auszuarbeiten. Denn weisen Maschinen und Anlagen Sicherheitsdefizite bei der Instandhaltung auf, steigt die Unfallgefahr. Zudem sind oft kostspielige Nachrüstungen notwendig.

Grundsätzlich sollten Sie vor jedem Kauf folgende Kriterien prüfen:

  • Eignet sich die Maschine oder Anlage tatsächlich für den Einsatz in Ihrem Betrieb?
  • Ist sie sicherheitskonform und bedienerfreundlich ausgelegt?
  • Müssen Sie mit negativen Auswirkungen auf die Arbeitsumgebung rechnen?

Fazit: Je sicherer eine Maschine konstruiert ist, desto weniger Probleme bereitet sie Ihnen im Betrieb, bei der Instandhaltung und bei der Wartung.

Sicherheit bei der Instandhaltung nützt Ihnen und Ihren Mitarbeitenden

Wenn an Maschinen und Anlagen Vorrichtungen für eine sichere Instandhaltung fehlen, kann dies zu längeren Betriebsunterbrüchen führen. Der Grund: In Ermangelung solcher Installationen verleitet das Ihre Fachkräfte im Falle einer Störung zu Improvisationen. Derartige «Basteleien» während der Instandhaltung oder Wartung sind gefährlich und erhöhen das Unfallrisiko erheblich.

Deshalb sollten Sie bei der Beschaffung neuer Maschinen neben der Funktionalität auch die Sicherheit rund um die Störungsbehebung im Auge behalten. Sie ersparen sich damit Umtriebe und nachträgliche Kosten.

So bekommen Sie die grössten Gefahren unter Kontrolle

Unfallabklärungen haben gezeigt, dass es bei der Instandhaltung von Maschinen drei Gefahrenschwerpunkte gibt. Mit einer durchdachten Instandhaltungsstrategie und einem sauberen Beschaffungskonzept können Sie diese Risiken entschärfen.

Sichere Zugänge schaffen

Wenn Mitarbeitende eine Störung an einer Anlage beheben möchten, aber die betroffene Stelle nicht über einen sicheren Zugang erreichen können, werden sie sich irgendwie behelfen. Solche Kletterübungen haben schon oft zu schweren Unfällen geführt. Deshalb sind sichere Zugänge für die Instandhaltung von Maschinen ein zentraler Punkt.

Verkettete Anlagen: Mit Revisionsschaltern den unerwarteten Anlauf einzelner Module verhindern

Produktionsanlagen, die aus mehreren verketteten Einzelmodulen bestehen, lassen sich oftmals nur als Ganzes stillsetzen. Wenn während Unterhaltsarbeiten an einem einzelnen Modul der Betrieb der übrigen Anlage weiterläuft, besteht die Gefahr eines ungewollten Anlaufens. Deshalb sollten nur verkettete Anlagen beschafft werden, die über Revisionsschalter zum sicheren Abschalten jeder einzelnen Funktionseinheit verfügen.

Unfällen im Sonderbetrieb vorbeugen

Um Maschinen einzurichten, zu reinigen oder auf Fehler hin zu untersuchen, müssen die Fachpersonen oft bei laufender Maschine arbeiten. Ist kein Sonderbetriebsmodus für solche Einsätze vorhanden, verleitet das Mitarbeitende dazu, selber Hand anzulegen. Häufig werden dann Schutzeinrichtungen überbrückt oder demontiert und Maschinen im Normalbetrieb manipuliert. Mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung mindern Sie das Risiko erheblich, und mit einem Zustimmschalter, der die Maschine beim Loslassen sofort stillsetzt, können Sie solche gefährlichen Übungen unterbinden. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie Maschinen beschaffen, die über geeignete Sonderbetriebseinrichtungen verfügen. Damit können Sie Leben retten.

Tipps für die Beschaffung neuer Maschinen

Wenn Sie sich an unsere Tipps halten, erleben Sie weder bei der späteren Instandhaltung noch bei der Wartung böse Überraschungen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar:

  • Sowohl für die Hersteller von Anlagen und Maschinen als auch für Unternehmen, die sie in Verkehr bringen, sind die Sicherheitsanforderungen der europäischen Maschinenrichtlinie verbindlich.
  • Gemäss der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV) müssen Betriebe sicherstellen, dass Maschinen bestimmungsgemäss eingesetzt und fachgerecht instandgehalten werden.

Allerdings stellt dies allein noch nicht sicher, dass eine Neuanschaffung alle Voraussetzungen für eine sichere Instandhaltung erfüllt. Deshalb sollten Sie Ihre Forderungen an die Sicherheit unbedingt vertraglich mit dem Lieferanten vereinbaren. Bei einem Eigenbau sind Sie selbst für eine Konformitätserklärung verantwortlich.

Beziehen Sie jene Fachkräfte aus Ihrem Betrieb mit in den Entscheidungsprozess ein, die Maschinen und Anlagen instand halten oder betreiben – etwa Schicht- und Maschinenführer.

Auf diese Weise nutzen Sie die praktische Erfahrung Ihrer Fachkräfte. Sie wissen, was es braucht, um bestimmte Teile an einer Maschine auszuwechseln oder welche Schwierigkeiten sich beim Einrichten einer Anlage ergeben können. Auch wenn dieses wertvolle Wissen heute kaum mehr in eine Instandhaltungsstrategie einbezogen wird, sollten Sie nicht auf dieses praxisnahe Know-how verzichten und es in Ihrem Beschaffungskonzept berücksichtigen. Je nach Komplexität einer Anlage können Sie sich auch noch von externen Spezialisten beraten lassen.

Stress und Hauruckübungen bei unverhofften Betriebsausfällen bilden keine Basis für eine funktionierende Instandhaltung. Deshalb lohnt es sich, eine professionelle Instandhaltung zu planen. Der Prozess beginnt einmal mehr bei der Beschaffung. So sollten Sie beispielsweise die Art der Instandhaltung klar regeln. Soll sie in vorgegebenen Intervallen stattfinden oder durch Messungen, die den Zustand der Maschine erfassen?

Bevor Sie eine Neuanschaffung abnehmen, sollten Sie folgende Fragen mit Ja beantworten:

  • Bescheinigt eine Konformitätserklärung, dass die Maschine die Sicherheitsanforderungen der europäischen Maschinenrichtlinie erfüllt?
  • Wurde eine Betriebsanleitung in der erforderlichen Sprache mitgeliefert?
  • Verfügen Ihre Fachkräfte, die für die Instandhaltung, die Schichtführung und die Maschinenbedienung verantwortlich sind, über eine entsprechende Ausbildung und/oder wurden sie umfassend instruiert?
  • Sind keine offensichtlichen Mängel an der Maschine oder Anlage vorhanden?

Offensichtliche Mängel an Neuanschaffungen müssen unbedingt behoben werden. Diese Defizite umfassen:

  • offene Gefahrenstellen
  • fehlende Kennzeichnungen von Bedienelementen
  • neu auftretendes Gefahrenpotential durch veränderte Schnittstellen zur Umgebung
  • unsichere Zugänge zu Instandhaltungsarbeitsplätzen in der Höhe
  • fehlende Revisionsschalter zum sicheren Stillsetzen einzelner Teile innerhalb von verketteten Anlagen
  • fehlende Sonderbetriebseinrichtungen für Instandhaltungsarbeiten an der laufenden Maschine

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