Immer am Ball geblieben
Einst war er Fussballer und Sozialarbeiter, heute arbeitet er als Sportdirektor und Präventionsspezialist: Die beruflichen Stationen von Flavio Cassarà haben viele Parallelen. Seine Spezialität: Beraten und Lösungen finden. Seine grosse Leidenschaft: Fussball.
Inhalt
Am liebsten wäre Flavio Cassarà Fussballprofi geworden. Der Weg dahin schien vorgespurt: Mit 15 Jahren schaffte er den Sprung in die Nachwuchsabteilung von Neuchâtel Xamax – in jenem Jahr, als die 1. Mannschaft wieder in die Super League aufstieg. Fünf Jahre später folgte der grosse Dämpfer: 2012 ging der Club Konkurs. Damit platzte zwar Flavios Traum von einer Profikarriere, nicht aber sein Engagement für den Fussball. Denn der Innenverteidiger liess sich in den darauffolgenden Jahren bei mehreren 1.-Liga-Clubs unter Vertrag nehmen.
Was Flavio den Weg zur Suva ebnete
Beruflich fasste er in diesen Jahren beim Sozialdienst des Seebezirks Murten als Sozialarbeiter Fuss. Rückblickend ist er froh, damals auf seine Eltern gehört und mit dem Bachelor in Sozialarbeit eine solide Grundausbildung absolviert zu haben. Seine bisherigen Erfahrungen ebneten ihm den Weg zum Präventionsspezialisten: Seit Dezember 2023 ist Flavio bei der Suva für Unternehmen im gesamten Kanton Wallis zuständig.
Was auf den ersten Blick wie ein beruflicher Kurswechsel wirkt, weist bei näherem Betrachten zahlreiche Parallelen auf. «Als gelernter Sozialarbeiter bin ich es gewohnt, zu beraten und Lösungen zu finden – nun nicht mehr für Einzelpersonen, sondern für Betriebe», bringt es Flavio auf den Punkt. Auch seine Kenntnisse in verschiedenen Interviewtechniken kommen ihm zugute – und das erst noch in drei Sprachen: Neben seinen Muttersprachen Französisch und Italienisch, spricht Flavio fliessend Deutsch. Im Oktober 2026 wird er den Fachausweis in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz abschliessen.
«Wenn ein Betrieb in die Arbeitssicherheit investiert, hat er weniger Ausfälle und profitiert über kurz oder lang auch wirtschaftlich.»
Flavio Cassarà
Auch als Sportdirektor stärkt er die Prävention
Die Prävention zieht sich wie ein roter Faden durch Flavios Leben. Bereits als Fussballspieler war das für ihn ein Dauerthema. Das ist es auch heute noch in seiner Funktion als Sportdirektor des FC Bulle, seinem zweiten beruflichen Standbein mit einem 10-Prozent-Pensum. Seit Flavio im Verein einen Konditionstrainer engagiert und die Präsenz des Physiotherapeuten von zwei auf vier Einsätze pro Woche erhöht hat, verletzen sich deutlich weniger Spieler. Und der FC Bulle kann sich seither in der Promotion League behaupten, in die der Verein in der Saison 2022/23 aufgestiegen ist.
Es ist exakt dieses Verständnis von Prävention, das Flavio Cassarà auch als Suva-Mitarbeiter mit Leib und Seele vertritt: «Wenn ein Betrieb in die Arbeitssicherheit investiert, hat er weniger Ausfälle und profitiert über kurz oder lang auch wirtschaftlich.» Gerade kleinere Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitenden würden das Thema Sicherheit manchmal zu wenig systematisch angehen, so Flavio. Konkret geht es jeweils darum, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zu erhöhen sowie Berufskrankheiten zu vermeiden.
Betriebe von den Vorzügen einer Präventionskultur überzeugen
Als Präventionsspezialist führt Flavio regelmässig Präventionsschulungen durch und zeigt jedem Betrieb individuell auf, welche Massnahmen sinnvoll sind. Dabei setzt er auf Überzeugung statt auf Zwang. «Es ist wichtig, dass sich eine Präventionskultur etablieren kann.» Nach diesem Prinzip handelt er auch als Sportdirektor des FC Bulle. Flavio führt viele Gespräche, steht fast täglich mit dem Trainer in Kontakt – und hat als Suva-Fachspezialist eine besonders hohe Glaubwürdigkeit, wenn es um Prävention und um Fairplay geht.
Der Fussball begleitet ihn, seit er fünf Jahre alt ist. Seither hat sich im Bereich Prävention enorm viel getan. «Im sportlichen Umfeld muss ich heute weniger für das Thema sensibilisieren als im beruflichen Umfeld.»
So bleibt Flavio weiterhin am Ball – im wahrsten Sinne des Wortes. Die gegenwärtige Fussball-WM der Männer verfolgt er intensiv, wenn auch mit einem kleinen Wermutstropfen: «Dass Italien nicht dabei ist, schmerzt mein Fussballerherz.»