Crans-Montana: Suva-Kliniken auf Verbrennungsrehabilitation spezialisiert
Nach dem Grossbrand von Crans-Montana beginnt für viele Betroffene ein langer Weg der Rehabilitation. Die Suva-Kliniken in Bellikon und Sion bereiten sich darauf vor, die schwer brandverletzten Patientinnen und Patienten zu begleiten.
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Nach der verheerenden Brandkatastrophe von Crans-Montana steht für viele der Verletzten ein langer Weg der Genesung bevor. Nach der Akutversorgung in den Spitälern werden zahlreiche Betroffene ihre Rehabilitation in den Rehakliniken der Suva absolvieren. Dabei handelt es sich um die Rehaklinik Bellikon (AG) sowie die Clinique romande de réadaptation in Sion (VS). Die Suva-Kliniken sind hochspezialisiert für die Behandlung von Brandopfern. Gianni Roberto Rossi, CEO der Suva-Kliniken, hat ein klares Ziel: «Wir bereiten uns vor, so viele Brandopfer wie nötig zu betreuen, die in der Schweiz wohnhaft sind. Wir werden alles daransetzen, allen Menschen helfen zu können, die uns brauchen.»
Kapazitätserweiterung und enge Zusammenarbeit zwischen Bellikon und Sion
Normalerweise behandeln die Suva-Kliniken insgesamt rund 30 bis 40 Brandverletzte pro Jahr. Nach dem Grossbrand von Crans-Montana könnten jedoch ähnlich viele Patientinnen und Patienten innerhalb weniger Wochen oder Monate hinzukommen. Aus diesem Grund erhöhen die Kliniken ihre Kapazitäten. Rossi zeigt sich zuversichtlich, dass alle Schweizer Opfer ihre Rehabilitation im Inland absolvieren können. Ein besonderes Anliegen ist es, wo medizinisch indiziert, Patientinnen und Patienten aus dem Wallis möglichst in der Klinik in Sion zu behandeln. Möglich wird dies auch durch den flexiblen Austausch von Leistungen zwischen Bellikon und Sion.
Für weitere Infos: suva-clinics.ch
Individuelle Rehabilitation durch interdisziplinäre Teams
Die Rehabilitation verfolgt grundsätzlich das Ziel, durch Unfall oder Krankheit beeinträchtigte Funktions- und Partizipationsstörungen weitestmöglich wiederherzustellen. Dafür arbeiten die Suva-Kliniken mit multidisziplinären Teams aus Medizin, Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie und Psychologie. Jedes Rehabilitationsprogramm wird individuell auf die jeweilige Person abgestimmt und in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten der Universitäts- oder Kinderspitäler erstellt, welche bereits die Erstversorgung übernommen haben.
Hochspezialisierte Therapie bei Brandverletzungen
Bei Brandopfern kommen zusätzliche, hochspezialisierte Aspekte hinzu. Eine zentrale Rolle spielt die Wundbehandlung, die von speziell geschulten Pflegeteams und Therapeutinnen begleitet wird. Ebenso wichtig ist die schrittweise Mobilisation, um die Beweglichkeit zu erhalten und Komplikationen zu vermeiden. Ein grosses Thema ist die Narbenbildung: Durch das Zusammenziehen der Haut können Gelenke versteifen. Mit gezielter Physiotherapie, Narbenmobilisation sowie speziellen Verfahren wie Kompressionsanzügen und Silikonbehandlungen wird versucht, den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen.
Integrierte Versorgung ist zentral
Gerade bei schweren Brandverletzungen ist eine nahtlose, gut abgestimmte, integrierte Versorgung entscheidend. Von der Akutbehandlung bis zur Rehabilitation arbeiten spezialisierte Akutspitäler – wie das Universitätsspital Zürich oder das CHUV in Lausanne – eng mit den interdisziplinären Reha-Teams der Suva-Kliniken zusammen. So wird sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten während des gesamten Genesungsprozesses optimal begleitet und unterstützt werden.
Psychische Belastungen als zentraler Teil der Behandlung
Die Suva-Kliniken verfügen über langjähriges Know-how in diesen spezialisierten Therapieverfahren und im Wundmanagement. Ergänzt wird das Angebot durch eine intensive psychologische Betreuung. Denn neben Schmerzen, Juckreiz und veränderter Hautsensibilität stellen vor allem die psychischen Belastungen eine grosse Herausforderung dar. Dazu gehören die Verarbeitung des Traumas, der Umgang mit einem veränderten Aussehen sowie Ängste vor sozialer Ablehnung.
Auch die Mitarbeitenden werden begleitet
Die Betreuung von Menschen mit schweren Brandverletzungen ist auch für die Mitarbeitenden emotional anspruchsvoll. Deshalb erhalten die Fachpersonen der Suva-Kliniken bei Bedarf ebenfalls psychologische Unterstützung. Dieses Angebot hilft, belastende Erlebnisse zu verarbeiten und langfristig mit hoher fachlicher und menschlicher Qualität für die Patientinnen und Patienten da zu sein.
Ein langer Weg zurück ins Leben
Wie lange es dauert, bis ein Brandopfer körperlich und psychisch wieder als gesund gelten kann, lässt sich nicht pauschal beantworten. «Das ist von Person zu Person sehr unterschiedlich», erklärt Rossi. Bei schwer Brandverletzten kann es Monate dauern, bis sie überhaupt in die Rehabilitation eintreten können und auch der Aufenthalt in der Klinik erstreckt sich häufig über mehrere Monate. In besonders schweren Fällen kann sich der gesamte Rehabilitationsprozess über mehrere Jahre hinziehen. Auch nach dem Ende der intensiven stationären Phase ist die Heilung meist nicht abgeschlossen: Therapien und Betreuung werden häufig ambulant weitergeführt. «Jedem Patienten und jeder Patientin, der oder die bei uns in Behandlung ist, wollen wir die Rückkehr zu Familie, Gesellschaft, Leben und womöglich Arbeit ermöglichen», sagt Rossi.