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Zecken – Infos und Tipps, damit du keinen Zeckenstich riskierst

In der Schweiz musst du im Unterholz, an Wegrändern und selbst im Garten mit einem Zeckenstich rechnen. Wir erläutern, wo Zecken vorkommen, wann sie aktiv sind und welche Krankheitserreger sie übertragen. Zudem geben wir dir Tipps, wie du dich schützen und die Spinnentiere richtig entfernen kannst.

Dominique Schuetz
17.03.2025
ca. 6 min

Inhalt

Kurz und bündig

Wenn Zecken stechen, können sie Menschen mit gefährlichen Krankheiten wie Borreliose oder FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) infizieren. Zeckenstich führen jährlich zu rund 10 000 Arztbesuchen. 

Die wichtigsten Verhaltensregeln:

  • Beim Aufenthalt in der Natur solltest du dich vor allem im Frühling und Herbst vor Zecken schützen.
  • Trage in Zeckengebieten geschlossene Kleidung und sprühe ein Zeckenspray auf.
  • Wenn du mit Symptomen wie etwa einer Hautrötung reagierst, hol dir ärztlichen Rat.

Die Natur ist Zeckengebiet

Die Zecke gehört zur Familie der Spinnentiere, mit der Unterart Milben. Im Unterholz oder an Wegrändern krabbelt sie auf Pflanzen bis zu einer Höhe von rund eineinhalb Metern ab Boden, oft begnügt sie sich auch mit weniger als fünfzig Zentimetern. Geht ein Mensch oder ein Tier vorbei, lässt sie sich fallen und sucht sich eine geeignete Stelle, um sich festzusetzen. Dort saugt sie – sofern sie nicht entdeckt und entfernt wird – über mehrere Tage Blut. Bevorzugte Bereiche sind die Kniekehlen, Leisten und Achselhöhlen, aber auch der Haaransatz, der Hals, der Bauchnabel und der Genitalbereich. 

Übrigens: Weil Zecken stechen, spricht man in der Forschung von Zeckenstich, aber wir verwenden hier auch den ebenfalls gebräuchlichen Begriff Zeckenbiss.

In diesem Artikel behandeln wir folgende Themen:

  • Zecken in der Schweiz
  • Wann und wo sind Zecken aktiv?
  • Welche Krankheiten kann ein Zeckenstich auslösen? Borreliose: Symptome und Behandlung FSME: Symptome und Impfung Hasenpest: Wen betrifft es?
  • Wann ist eine Impfung notwendig?
  • Tipps zum Schutz vor Zeckenstichen
  • So entfernst du eine Zecke richtig
  • Wer bezahlt bei einem Zeckenbiss?

Zecken in der Schweiz

Wo sind Zecken in der Schweiz am gefährlichsten? Die blutsaugenden Spinnentiere sind bis 2000 Meter über Meer anzutreffen und ab einer Temperatur von etwa acht Grad Celsius aktiv. Zecken, die Borreliose-Erreger in sich tragen, haben sich schweizweit stark ausgebreitet. Wenn es um eine Übertragung der gefährlichen Frühsommer–Meningoenzephalitis (FSME) geht, schätzt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die ganze Schweiz mit Ausnahme des Kantons Tessin als Risikogebiet ein. 

Hier findest du eine Zeckenlandkarte des Bundes .

Die Zecke ist ein Spinnentier und kommt in der ganzen Schweiz vor. Sie ist besonders im Frühling und im Herbst aktiv. Sie steigt von der Bodenschicht auf Pflanzen bis eineinhalb Meter über den Boden. Vor allem im Unterholz und an Wald- und Wegrändern unterhalb von 2000 Metern über Meer ist die Zecke zu finden. Sie befällt vorbeistreifende Tiere und Menschen und sucht sich eine geeignete Körperstelle zum Stechen. Sie ist dann fest mit der Haut verbunden und saugt über mehrere Tage Blut. Dabei kann sie die Erreger einer Borreliose oder einer Hirnhautentzündung (FSME) übertragen.

Wann und wo sind Zecken aktiv?

Wenn du gern mit deiner Familie Ausflüge in die Natur unternimmst oder mit deinem Hund an Waldrändern spazieren gehst, musst du mit Zecken rechnen. Besonders im Frühling und Herbst ist die Chance gross, von einer Zecke gestochen zu werden. Um dich zu schützen, solltest du Waldwege und Waldlichtungen, Wegränder, Gestrüpp und Unterholz, Gräser und Farne meiden. Selbst in Gärten oder Parks können sich Zecken verstecken.

Wenn du trotzdem in diesen Gebieten unterwegs bist, bieten dir geschlossene und körperbedeckende Kleider Schutz. Kurze Hosen und Sommerkleidchen sind eine Einladung für die kleinen Blutsauger. 

Welche Krankheiten kann ein Zeckenstich auslösen?

Zwei häufige Fragen lauten: Was ist an Zecken gefährlich? Und: Welche Krankheiten kann man von Zecken bekommen? Die Zecke an sich ist harmlos. Das Problem ist, dass sie Trägerin von Bakterien – den so genannten Borrelien – und von FSME-Viren sein kann. Da sie wie tropische Mücken ein Blutsauger ist, überträgt sie diese Erreger durch ihren Speichel oder ihr Blut auf den Menschen oder das Tier. Ein Zeckenstich kann vor allem folgende Erkrankungen auslösen: die Lyme-Borreliose – oder auch einfach nur Borreliose – und die Frühsommer­-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Eine dritte Krankheit, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird, ist die Hasenpest. 

Borreliose: Symptome und Behandlung

Je nach Gegend tragen fünf bis fünfzig Prozent der Zecken den Borreliose-Erreger in sich. Das bedeutet, dass in gewissen Gebieten die Gefahr hoch ist, dass mit einem Zeckenstich Borrelien ins Blut gelangen. Sind genug Antikörper vorhanden, verläuft die Infektion unbemerkt. Kann der Körper jedoch nur ungenügend auf den Infekt reagieren, führt dies zu Beschwerden. Das passiert, wenn man Borreliose hat: Ca. 2-30 Tage nach dem Zeckenbiss bildet sich rund um die Einstichstelle eine kreisförmige rote Hautreaktion (Erythema migrans). Aussehen: Ein kreisrundes, sich ausbreitendes Rötungsmuster, das in der Mitte oft blasser wird (ringförmig). Der Durchmesser beträgt dabei mindestens 5 cm. In einem nächsten Schritt können grippeähnliche Symptome dazukommen. Bei schweren Verläufen reagieren die Betroffenen nach längerer Zeit mit Gelenkschmerzen und neurologischen Symptomen. In ganz schweren Fällen können auch Symptome in Verbindung mit dem Herzen wie Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Ohnmachtsanfälle oder auch Luftnot und Brustschmerzen auftreten. Die Krankheit lässt sich mit Antibiotika behandeln. 

FSME: Symptome und Impfung

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist seltener anzutreffen als die Borreliose. Die Infektion wird durch ein Virus verursacht und löst eine Entzündung von Hirnhaut und Hirn aus. Ein halbes bis fünf Prozent der Zecken tragen FSME-Viren in sich.Überträgt die Zecke das Virus, kann es zu einem schweren Krankheitsverlauf kommen. Zu Beginn treten Fieber und Kopfschmerzen auf. Bei fünf bis fünfzehn Prozent der Erkrankten kommt es nach einigen weiteren, häufig beschwerdefreien Tagen, zu Entzündungen des Nervensystems mit starken Kopfschmerzen, manchmal begleitet von Lähmungen und Bewusstseinsstörungen. Bleibende Schäden und auch Todesfälle sind möglich. Die FSME lässt sich mit Antibiotika nicht behandeln, aber mit einer Schutzimpfung verhüten.

Hasenpest: Wen betrifft es?

In der Medizin ist diese eher unbekannte Krankheit unter dem Namen Tularämie bekannt. Auch hier sind Zecken mit im Spiel. Doch die Bakterien können nicht nur durch einen Stich, sondern auch über die Atemwege in den Körper gelangen. Dies etwa in Form von bakterienhaltigem Staub. Besonders gefährdet sind Berufsfachleute, die Kontakt mit Wildtieren haben wie etwa Förster, Wildhüterinnen oder Jäger. Gerade wenn Freischneider oder Laubbläser zum Einsatz kommen, sind Ansteckungen möglich. In solchen Situationen bietet eine Staubmaske Schutz.

Wann ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Das BAG empfiehlt eine FSME-Impfung für alle Erwachsenen und für Kinder ab drei Jahren, die in einem Risikogebiet wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten. Davon ausgenommen sind die Kantone Genf und Tessin. Ob Kinder bereits in den ersten beiden Lebensjahren geimpft werden sollen, muss eine Ärztin oder ein Arzt individuell prüfen. Nach der Grundimpfung empfehlen Fachleute nach zehn Jahren eine Auffrischung. Bei Berufsgruppen, die Waldarbeiten durchführen, Forst- oder Landwirtschaft betreiben, ist die Impfung besonders wichtig. In diesen Fällen übernimmt die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber die Kosten. Wer sich nicht in den Lebensräumen der Zecken bewegt, braucht keine Impfung.

Tipps zum Schutz vor Zeckenstichen

Ein männlicher Wanderer in robusten Wanderschuhen, der auf einem Waldweg durch einen dichten, grünen Wald geht.

So kannst du dich schützen:

  • Am einfachsten ist es, wenn du Orte mit Zecken meidest.
  • Begibst du dich trotzdem in Feld und Wald, bedecke deinen Körper durchgehend mit geschlossener Kleidung.
  • Auf hellen Stoffen erkennst du Zecken besser und kannst sie entfernen, bevor sie auf deine Haut gelangen. 
  • Verwende zusätzlich ein Zeckenschutzmittel, das macht dich für Zecken unattraktiv.
  • Suche deinen Körper und deine Kleider nach Zecken ab.
  • Wenn du dich in Risikogebieten bewegst, solltest du dich gegen die FSME impfen lassen.

So entfernst du eine Zecke richtig

Zentral ist, dass du die Zecke möglichst rasch entfernst. Denn je länger sie Blut saugen kann, desto grösser ist das Risiko, dass ein Krankheitserreger übertragen wird.

So machst du es richtig:

  1. Zecke vorsichtig greifen: Setze eine spezielle Zeckenzange, eine Zeckenkarte oder eine Pinzette möglichst nah an der Haut und direkt am Kopf der Zecke an. Hast du gerade keine solche zur Hand, kann eine Zecke auch mit den Fingernägeln entfernt werden. Wichtig ist, dass sie so schnell wie möglich entfernt wird.
  2. Zecke nicht quetschen: Achte darauf, den Körper bzw. das Hinterteil der Zecke nicht zusammenzudrücken.
  3. Gerade herausziehen: Ziehe die Zecke langsam und mit leichtem, gleichmässigem Zug nach oben aus der Haut. Vermeide Drehbewegungen oder ruckartiges Ziehen.
  4. Einstichstelle kontrollieren: Desinfiziere die Einstichstelle nach dem Entfernen der Zecke. Wenn du diesen Schritt durchführst, solange die Zecke noch in der Wunde steckt, kann dies dazu führen, dass sie noch mehr Speichel absondert. VOR der Entfernung deshalb die Einstichstelle rund um die Zecke weder mit Öl, Alkohol oder Desinfektionsmittel einreiben. Auch das Abbrennen der Zecke, solange sie noch in der Haut steckt ist gefährlich, da die Zecke im Todeskampf ihren Speichel und Mageninhalt in die Wunde erbricht. Beobachte die Stelle in den folgenden Tagen und achte auf Rötungen, Schwellungen oder andere Krankheitssymptome.

Gut zu wissen: Sollte beim Entfernen ein Teil der Zecke in der Haut zurückbleiben, ist das in der Regel kein Grund zur Panik. Der verbliebene Teil wird normalerweise auf natürliche Weise vom Körper abgestossen. Entzündet sich die Einstichstelle oder treten Krankheitssymptome auf, sollte die Stelle ärztlich beurteilt werden.

Wer bezahlt bei einem Zeckenbiss?

Das Gesetz beschreibt einen Unfall wie folgt: plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. Auch ein Zeckenstich erfüllt diese Kriterien und wird deshalb als Unfall eingestuft (Hautverletzung mit Infektionsrisiko). Die Kosten werden somit von deinem Unfallversicherer übernommen.

Wann muss ich zum Arzt?

Wenn du nach einem Zeckenbiss glaubst, dass gewisse Symptome für eine Lyme-Borreliose oder eine FSME sprechen, solltest du umgehend eine Arztpraxis aufsuchen. Dies gilt bei Beschwerden wie Fieber und Kopfschmerzen in Zusammenhang mit Hautrötungen, die sich rund um die Einstichstelle zeigen. Hilfreich für die ärztliche Diagnose ist eine möglichst genaue Dokumentation sowie Fotos der Einstichstelle. Sie beinhaltet die Angaben zum Ort, zum Zeitpunkt des Zeckenbisses und zum Auftreten der Beschwerden.

Zecken richtig töten und entsorgen

Wenn du die Zecke entfernt hast, solltest du sie so entsorgen, dass sie nicht erneut auf die Suche nach einem Wirt gehen kann. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Mit Alkohol oder Desinfektionsmittel: Gib die Zecke in Alkohol mit mindestens 40 % oder in Desinfektionsmittel. Dadurch wird sie in der Regel zuverlässig abgetötet.
  • Zerdrücken: Eine weitere Möglichkeit ist, die Zecke mit einem geeigneten Gegenstand oder zwischen zwei festen Unterlagen zu zerdrücken. Vermeide dabei unbedingt den direkten Kontakt mit der Zecke und deinen blossen Händen.

Wichtig: Wasche oder desinfiziere deine Hände nach dem Entsorgen der Zecke gründlich, unabhängig davon, welche Methode du verwendet hast.

Infobox:

Spüle eine Zecke nie die Toilette hinunter. Zecken ertrinken im Abwasser nicht und und können bis zu drei Wochen im Wasser überleben. In dieser Zeit kommen Zecken oft wieder die Toilette nach oben.

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