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15. April 2021 | Medienmitteilung

Statistik zeigt Zeckenstiche nehmen massiv zu

Zeckenstiche, im Volksmund besser bekannt als Zeckenbisse, nehmen seit 2016 in der Schweiz massiv zu. Der Fachexperte der Suva gibt Hinweise über die Gründe. Und er erklärt, warum die kleinen Spinnentiere gefährlich sein können und wie man sich am besten vor Zecken schützt.

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      Nach einem kurzen Kälteeinbruch ist der Frühling wieder zurück. Das schöne Wetter lädt zum Joggen, Velofahren oder Spazieren in der freien Natur ein. Aber aufgepasst: Bei milden Temperaturen ist die Gefahr, von einer Zecke gestochen zu werden, besonders gross. «Zecken sind aufgrund der milden Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit vor allem im Frühling und Herbst aktiv», erklärt Felix Ineichen, Mediziner und Zeckenexperte bei der Suva. Und entgegen der landläufigen Meinung lassen sich Zecken nicht von Bäumen fallen, sondern krabbeln im Unterholz sowie an Wald- und Wegrändern auf Pflanzen, bis in eine Höhe von 1,5 Meter über Boden. Von dort hängen sie sich an vorbeistreifende Tiere und Menschen.

      Über 17 000 Zeckenstiche registriert

      Obwohl die Anzahl der in Arztpraxen gemeldeten Zeckenstiche jährlichen Schwankungen unterliegt, ist seit 2016 ein Anstieg zu beobachten. Während das langjährige Mittel bei rund 9400 Fällen liegt, registrierten die Unfallversicherer 2018 über 17 000 Fälle, was einer massiven Zunahme von rund 80 Prozent entspricht. Eine mögliche Erklärung für den Anstieg ist an den klimatischen Bedingungen festzumachen. «Das Wetter hat entscheidenden Einfluss auf die Zahl der Zeckenstiche. Steigen die Temperaturen im Frühling rasch an, erwachen die Zecken aus der Winterstarre», erklärt Ineichen. Andererseits sei bei gutem Wetter auch der Mensch aktiver und halte sich vermehrt draussen auf. Generell hätten die Freizeitaktivitäten in der Natur zugenommen, nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie. Somit erhöht sich das Risiko für Zeckenstiche.

      90 Prozent aller Zeckenstiche ereignen sich in der Freizeit. In rund einem Drittel der Fälle geschieht dies beim Wandern unterhalb von 2000 Metern über Meer und meist im Wald oder auf Weiden und Feldern. Die Zecke kommt in verschiedenen Arten in der ganzen Schweiz vor. Am häufigsten ist der sogenannte Holzbock anzutreffen, der sich bis auf eine Höhe von 2000 Metern über Meer aufhält. Der Zeckenstich selbst ist nicht schmerzhaft und wird deshalb oft erst spät bemerkt.

      Zecken können gefährliche Bakterien übertragen

      Problematisch ist dies, weil Zecken Bakterien übertragen können. Besonders gefährlich sind jene, welche die Infektionskrankheit Borreliose auslösen. «Im schlimmsten Fall kann die Krankheit zu chronischen Beschwerden im Zusammenhang mit dem Nervensystem oder den Gelenken führen», erklärt Ineichen. Auch eine durch Viren ausgelöste Hirnhautentzündung, die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann unbehandelt in einem späten Stadium zu Entzündungen des Nervensystems und Lähmungen sowie in extremen Fällen zum Tod führen. Gegen letztere Erkrankung kann man sich mit der FSME-Impfung schützen. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Impfung für die ganze Schweiz (ausser den Kantonen Genf und Tessin) für alle Erwachsene, sowie für Kinder ab sechs Jahren.

      Wie schütze ich mich vor Zecken?

      Zeckenstichen kann man vorbeugen, indem man von Zecken bevorzugte Orte meidet. Wenn man sich dennoch in der Nähe von Gestrüpp oder Unterholz aufhält, empfiehlt die Suva das Tragen von geschlossenen Kleidern, idealerweise in hellen Farbtönen. Denn die helle Kleidung erhöht die Chance, dass man Zecken frühzeitig entdeckt und entfernen kann. Das ist besonders wichtig in Bezug auf die Borreliose. Denn je früher man die Zecke entfernt, desto geringer ist die Chance, dass diese Krankheit übertragen wird. Auch Schutzmittel, die auf Haut und Kleidung gesprayt werden, bilden einen guten Schutz vor Zeckenstichen.

      In jedem Fall empfiehlt die Suva, nach einem Aufenthalt an Orten mit möglichem Zeckenkontakt ohne Verzögerung Körper und Kleider nach Zecken abzusuchen. Besonders häufig stechen diese in Kniekehlen, Leisten und Achselhöhlen. Bei Kindern auch im Bereich des Kopfhaars.

      Zecken richtig entfernen

      Was empfiehlt der Experte für den Fall, dass eine Zecke bereits zugestochen hat? «Die Zecke sollte möglichst schnell entfernt werden. Dies kann mit einer Pinzette geschehen, indem die Zecke direkt über der Haut gefasst und senkrecht zur Hautoberfläche herausgezogen wird», erklärt Ineichen und weist darauf hin, dass man die Einstichstelle im Anschluss desinfizieren soll.

      In jedem Fall sollte man sich mit einem Arzt in Verbindung setzen, wenn man in Zusammenhang mit einem möglichen Zeckenstich Hautrötungen feststellt, die mit grippeartigen Beschwerden wie Fieber und Kopfschmerzen einhergehen können.

      Medienkontakt

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      Adrian Vonlanthen
      Mediensprecher Arbeitssicherheit und Freizeitsicherheit

      Über die Suva

      Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion knapp 4700 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie über 135 000 Unternehmen mit über 2,2 Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

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