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3. Februar 2022 | Medienmitteilung

Schneesport abseits der Piste: Lawinengefahrenstufe 3 «erheblich» nicht unterschätzen

Rund 218 Personen werden jährlich beim Tourenskifahren und Freeriden von einer Lawine erfasst. 22 davon verunfallen gar tödlich. Die meisten dieser Vorfälle ereignen sich bei der Lawinengefahrenstufe 3. Wer sich die Zeit nimmt, eine Tour gründlich vorzubereiten und sich selbst ehrlich einschätzt, verringert die Unfallgefahr. Das von der Suva und vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF entwickelte Online-Tool «White Risk» bietet Unterstützung für Touren- und Freeride-Begeisterte.

Inhalt

      Tourenskifahren, Freeriden und Schneeschuhwandern sind voll im Trend. Damit das weisse Vergnügen nicht mit einem Unfall endet, lohnt es sich einige Tipps zu beherzigen.

      Bei Lawinengefahrenstufe 3 «erheblich» ist Erfahrung gefragt

      Zur Vorbereitung einer Schneetour abseits der gesicherten Pisten gehört das Studieren der Wetterlage, der Schneeverhältnisse und des Lawinenbulletins. Die Lawinengefahrenstufe 3 wird mit «erheblich» beschrieben. Sie bedeutet, dass Lawinen bereits leicht ausgelöst werden können und ist heikel. Vertieftes Wissen über potenzielles Lawinengelände, und die aktuelle Lawinensituation sowie zu risikominderndem Verhalten erhöhen zusätzlich die Sicherheit. Eine Lawinenausbildung und die Lawinen-Notfallausrüstung (Verschüttetensuchgerät (LVS), Sonde, Schaufel) gehören ebenfalls dazu. 

      Potenzielle Gefahrenstellen erkennen und ehrlich einschätzen

      Nebst der Konsultation des Lawinenbulletins ist Kartenlesen eine wichtige Basis beim Vorbereiten von Touren. Mit speziellen Lawinengeländekarten unterstützt das Online-Tool «White Risk» bei der Planung. Potenziell typische Schlüsselstellen erkennt das Tool und weist auf Orte hin, die für die Beurteilung der Lawinengefahr besonders im Fokus stehen. «Wer potenzielle Gefahrenstellen in seiner Tourenplanung gut einschätzen oder sogar ausschliessen kann, geht mit weniger Risiko ins Gelände», bestätigt Samuli Aegerter, Schneesportexperte der Suva.

      Via Mobilfunk die Sicherheit erhöhen

      Neben der Notfall-Ausrüstung und guter Vorbereitung sollte auch stets ein Mobiltelefon mit vollem Akku mitgeführt werden. So kann im Notfall schnell Hilfe angefordert werden. Auch sollte man nie allein auf eine Tour gehen und Bekannte im Umfeld über den geplanten Ausflug informieren. «Als Einsteigerin oder Einsteiger empfiehlt es sich, die ersten Touren mit einem qualifizierten Guide zu machen», bekräftigt Aegerter.

      Weitere Informationen:

      Die Suva vereint in ihrem Geschäftsmodell Versicherung, Rehabilitation und Prävention. Wer abseits von der Piste fährt, tut gut daran zu wissen, wie der Versicherungsschutz aussieht:

      • Unfälle auf der Piste deckt die Nichtberufsunfallversicherung
      • Wer neben der Piste ein grosses Risiko eingeht, muss damit rechnen, dass die Versicherung bei einem Unfall weniger zahlt.
      • Bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen, werden die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert.
      • Es wird zwischen absoluten und relativen Wagnissen unterschieden

      Über die Suva

      Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4500 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie rund 130 000 Unternehmen mit über zwei Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

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