Lap-TopMedienmitteilung, Heilkosten, Stethoskop, Rechnung, Gesundheitswesen
13. September 2022 | Medienmitteilung

Erfolgreiches Mensch-Maschine-Teamwork spart 85 Mio. Franken ein

2021 kontrollierte die Suva rund 2,5 Millionen Heilkostenrechnungen. 13 Prozent der Rechnungen wiesen Fehler oder Ungenauigkeiten aus und wurden korrigiert oder zurückgewiesen. Dabei kommen auch Machine-Learning-Techniken zum Einsatz. So konnten Ausgaben für Heilkosten von über 85 Mio. Franken eingespart werden.

Inhalt

Die Kosten im Gesundheitswesen steigen seit Jahren. So auch die Heilkosten, das heisst, die Kosten für medizinische und therapeutische Leistungen nach einem Unfall. Dank einer umfassenden Rechnungskontrolle hat die Suva im Jahr 2021 rund 2,5 Millionen Rechnungen geprüft. Über 300 000 Rechnungen wurden korrigiert oder abgelehnt, was 13 Prozent aller eingereichten Rechnungen entspricht. Bei den meisten Rückweisungen handelt es sich um doppelte Rechnungen, falsch verrechnete oder nicht versicherte Leistungen sowie vereinzelt auch Rechnungen mit Leistungen, die gar nicht erbracht wurden. Durch die Kontrolle konnten über 85 Mio. Franken an Heilkosten eingespart werden. Dieser Betrag kommt auch den Versicherten der Suva zugute, da sie durch die Einsparungen weniger Prämien bezahlen.

Die Software wird immer besser – dank den Menschen

Bei der Rechnungskontrolle nutzt die Suva auch die Möglichkeiten des Machine-Learning. Ein Drittel der Rechnungen, über 110 000, wird vollautomatisch, ohne menschliches Zutun zurückgewiesen. Beispielsweise wenn für Leistungen ein falscher Preis abgerechnet wird oder wenn Leistungserbringer wie Spitäler, Ärzte oder Therapeuten für eine bestimmte Leistung nicht berechtigt sind. Bei den übrigen Rechnungen macht die Maschine auf Abweichungen aufmerksam, welche dann manuell kontrolliert werden – etwa eine Schulter-MRI-Untersuchung bei einer Knieverletzung oder ein Augen-Check nach einer Armverletzung durch einen Ski-Unfall.

Durch die Analyse von Millionen bereits verarbeiteter Rechnungen kann das System selbstständig lernen, ob beispielsweise das abgerechnete Medikament bei der Art der Verletzung und dem Alter der verunfallten Person oft oder praktisch nie abgegeben wird. «In den letzten fünf Jahren konnte der Anteil der automatischen Rückweisungen stark gesteigert werden», sagt Michael Widmer, Teamleiter Heilkosten bei der Suva. «Solche Leistungen und Einsparungen sind nur durch das gute Zusammenspiel von Mensch und Maschine möglich. Der Mensch allein oder nur die Maschine ist nicht in diesem Masse effizient».

Aktuelle Heilkostenkampagne «Kosten im Griff»

Mit ihrer aktuellen Kampagne «Kosten im Griff» will die Suva das Bewusstsein von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden für die Unfallkosten schärfen. Denn jeder verhinderte Unfall bedeutet weniger Leid und tiefere Kosten. Die Kampagne ist bis am 2. Oktober 2022 auf suva.ch und den Online-Kanälen der Suva präsent.

Entwicklung Heilkosten im Zeitverlauf

Jahr Anzahl geprüfter Rechnungen (in Mio.) Anzahl Rückweisungen In % Davon automatisch In % Automatische Rückweisungen Total Einsparungen (in Mio. Fr.)
 2021 2,5 300 000 12,8 111 000 33,8  85
 2020 2,5 310 000 12,2 106 000 34,8  74
 2019 2,7 330 000 12,2 108 000 32,8  78
 2018 2,4 280 000 11,6 93 000 33,1  68
 2017 2,4 240 000 10,1 58 000 23,7  60

 

Weitere Informationen:

Heilkostenmanagement bei der Suva

Medienkontakt

Simone Isermann
Mediensprecherin Schadenmanagement und Rehabilitation

Über die Suva

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4500 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie rund 130 000 Unternehmen mit über zwei Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

Weitere Medienmitteilungen