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2. Mai 2023 | Medienmitteilung

Steiler Anstieg der Mountainbike-Unfälle

Der Mountainbike-Trend führt zu einem massiven Anstieg der Unfallzahlen: Gemäss aktueller UVG-Statistik sind es rund 13 000 pro Jahr - ein Anstieg von rund 120 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Die Suva und die BFU appellieren mit dem Mountainbike-Kodex für ein sicherheitsorientiertes und eigenverantwortliches Naturerlebnis.

Inhalt

      Mountainbiken ist ein Sporterlebnis mit Natur pur. Für echte Bike-Fans das Grösste überhaupt. Doch jedes Jahr verunfallen viele Mountainbikerinnen und Mountainbiker auf Bergpfaden und Waldwegen.

      Allein 13 000 Unfälle ereigneten sich gemäss UVG-Statistik - also der erwerbstätigen Gesellschaft in der Schweiz - im Jahr 2020. Gemäss den Hochrechnungen der BFU, welche alle Bevölkerungsgruppen umfasst, sind es sogar 19 000 Mountainbike-Unfälle. Das sind doppelt so viele Unfälle wie vor zehn Jahren. Das Durchschnittsalter der Verunfallten liegt bei über 50 Jahren.

      Liniendiagramm Mountainbikeunfälle 2011 - 2020

      Mehr Sportlerinnen und Sportler bedeuten mehr Unfälle

      Der massive Anstieg der Unfälle ist einerseits darauf zurückzuführen, dass in der Pandemie mehr Menschen diesen Sport ausgeübt haben, andererseits hält der Trend auch nach der Pandemie weiterhin an. Ebenso trägt die Verfügbarkeit von E-Mountainbikes zur Beliebtheit des Sports in den Bergen bei. «Die Zunahme der Bikenden und die steigende Beliebtheit von anspruchsvollen Trails führen zu mehr Unfällen. Deshalb ist ein sicherheitsorientiertes Verhalten und das Respektieren der eigenen Grenzen umso wichtiger», erklärt Christoph Müller, Mountainbike-Experte der BFU.

      Ehrliche Selbsteinschätzung und Grenzen respektieren

      Aus den Unfallmeldungen wird klar, dass sich zwei Drittel der Unfälle ohne Beteiligung eines weiteren Gegenstandes oder Menschen ereignen. «Vielfach überschätzen sich die Sportlerinnen und Sportler und gehen über ihre Grenzen», bestätigt Müller. Um bis zum Ende der Route konzentriert zu bleiben, ist laut dem Experten die körperliche und mentale Verfassung wichtig. «Schon eine einzige Sekunde der Unaufmerksamkeit kann zu einem Sturz mit gravierenden Folgen führen», erklärt Müller.

      Schutzausrüstung unverzichtbar

      Wer sich korrekt ausrüstet, reduziert sein Unfallrisiko oder vermindert die Unfallfolgen. Am wichtigsten: der Helm. Eine Sportbrille verhindert Augenverletzungen. Langfingerhandschuhe schützen bei einem Sturz die ganze Hand. Helle, reflektierende Kleidung erhöht zudem die Sichtbarkeit im Verkehr. Je nach Schwierigkeitsgrad der Strecke ist weitere Schutzausrüstung für Knie, Ellbogen und Rücken sinnvoll.

      Um die Bergwelt und Natur vollumfänglich und möglichst verletzungsfrei zu geniessen, lohnt es sich, die Regeln des MTB-Kodex einzuhalten:

      • Zeige Respekt: Grüsse und bedanke dich; gewähre zu Fussgehenden den Vortritt
      • Schütze Dich: Trage Helm, Brille, Handschuhe sowie weitere Schutzausrüstung; Warte dein Bike regelmässig
      • Bleibe auf dem Weg: Respektiere Wegsperrungen und Fahrverbote; Fahre keine Abkürzungen
      • Trage Sorge zur Umwelt: Nimm Rücksicht auf Tiere und Pflanzen; Schliesse Zaundurchgänge
      • Hinterlasse keine Spuren: Vermeide blockierte Räder; nimm deinen Abfall mit
      • Kenne deine Grenzen: Fahre konzentriert und vorausschauend; Passe deine Geschwindigkeit der Situation und deinem Können an.

      Mehr Infos zum Thema Sicherheit beim Mountainbiken unter www.suva.ch/mtb und bfu .

      Medienkontakt

      Suva

      Natascha Obermayr
      Mediensprecherin Freizeitsicherheit

      BFU

      Über die Suva

      Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion knapp 4700 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie über 135 000 Unternehmen mit über 2,2 Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

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