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22. August 2023 | Medienmitteilung

Versicherungsmissbrauch: Danke, dass Sie ehrlich sind!

2022 untersuchte die Suva über 2900 Verdachtsfälle, das sind leicht mehr als im Vorjahr. Durch die Missbrauchsbekämpfung konnten 24,1 Millionen Franken eingespart werden. Die Gesamteinsparung seit der Einführung der Missbrauchsbekämpfung liegt bei 239 Millionen Franken. Um die grosse Mehrheit der ehrlichen Versicherten vor finanziellem Schaden zu bewahren und einen Beitrag zu einem fairen Werkplatz und Gesundheitsmarkt Schweiz zu leisten, geht die Suva konsequent gegen Versicherungsmissbrauch vor.

Inhalt

      Im letzten Jahr hat die Suva von 252 278 Fällen, bei denen nach einem Unfall oder einer Berufskrankheit ein Taggeld oder eine Rente ausbezahlt wurde, 2916 Verdachtsfälle untersucht. Das sind leicht mehr als im Vorjahr (2021: 2839 Verdachtsfälle, +2,7 Prozent). Durch Massnahmen der Missbrauchsbekämpfung konnten insgesamt 24,1 Millionen Franken eingespart werden. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der Verhinderung von ungerechtfertigten Leistungsbezügen durch Verunfallte oder medizinische Leistungserbringer wie Spitäler, Ärzte, Therapeuten (18,6 Millionen Franken) und der Missbrauchsbekämpfung bei versicherten Betrieben (5,5 Millionen Franken). Der durchschnittlich eingesparte Betrag bei den Leistungsbezügen pro Fall betrug 22 963 Franken (2021: 24 781 Franken). Die Anzahl der gesamthaft abgeschlossenen Fälle mit bestätigtem Verdacht liegt deutlich höher bei 810 Fällen (2021: 686 Fälle). Schweizweit fand eine Observation statt.

      Seit der Einführung der Missbrauchsbekämpfung im Jahr 2007 konnte die Suva insgesamt über 239 Millionen Franken einsparen. Dieser Betrag kommt den Versicherten in Form von tieferen Prämien zugute, da die Suva nicht gewinnorientiert ist. 

      Missbrauch auf verschiedenen Ebenen

      Versicherungsmissbrauch findet auf verschiedenen Ebenen statt: Er reicht von Einzelpersonen, die durch falsche oder fehlende Angaben Geldleistungen wie Taggelder oder Renten erschleichen über fiktive Firmen, die Sozialversicherungsprämien durch Schwarzarbeit oder Konkursreiterei umgehen bis hin zu bewusst falschen Abrechnungen durch Spitäler, Ärzte oder Therapeuten. Eines haben alle diese Muster gemeinsam: Den Schaden tragen die Ehrlichen. 

      Versicherungsmissbrauch ist ein ernsthaftes Problem, das sowohl die Versicherungsbranche als auch die Gesellschaft als Ganzes betrifft. Versicherungsmissbrauch führt zu höheren Kosten, verminderter wirtschaftlicher Effizienz und einem Vertrauensverlust in das Versicherungssystem. Zudem können die Prämien für ehrliche Kunden steigen, da diese das unfaire Verhalten einiger weniger mittragen müssen.

      Schutz der ehrlichen Kunden

      «Die allermeisten unserer Versicherten sind ehrlich», betont Roger Bolt, Leiter Bekämpfung Versicherungsmissbrauch bei der Suva. «Um sie vor finanziellem Schaden zu bewahren, risikogerechte Prämien zu gewährleisten und einen Beitrag zu einem fairen Werkplatz und Gesundheitsmarkt Schweiz zu leisten, gehen wir konsequent gegen Versicherungsmissbrauch vor. Danke, dass Sie ehrlich sind!»

      Kennzahlen
      2022   2021
      Anzahl Fälle mit ausbezahlten Taggeldern oder Rentenleistungen
       
      252 278 237 390
      Untersuchte Verdachtsfälle
       
      2916 2839
      Abgeschlossene Fälle mit bestätigtem Verdacht auf Missbrauch
       
      810 686

      Einsparungen durch Missbrauchsbekämpfung (in Mio. Fr.)

      • Verhinderung von ungerechtfertigten Leistungsbezügen durch Einzelpersonen und Leistungserbringer
      • Zusätzlich in Rechnung gestellte Prämien bei Betrieben

      24,1

       

      18,6

       

      5,5

      20,9

       

      17,0

       

      3,9

      Durchschnittliche Einsparungen pro Fall (in Fr.)
       
      22 963 24 781
      Gesamte Einsparung seit Einführung der Missbrauchsbekämpfung im Jahr 2007 (in Mio. Fr.) 
       
      239 215
      Anzahl Observationen
       
      1 1

      Medienkontakt

      Simone Isermann
      Mediensprecherin Finanzen und Strategie, Schadenmanagement und Rehabilitation

      Über die Suva

      Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4500 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts versichert sie rund 130 000 Unternehmen mit über zwei Millionen Berufstätigen gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes die Militärversicherung sowie die Unfallversicherung für Personen in IV-Massnahmen. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

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