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25. Januar 2021 | von Text: Esther Galliker, Grafik: tnt graphics

Freeride-Guide: Sicher unterwegs abseits der Piste

Lockt auch Sie der unberührte Schnee abseits der Piste? Ob Sie mit Skis, Schneeschuhen oder dem Snowboard unterwegs sind: Wir empfehlen Ihnen, Ihre Tour gut vorzubereiten, denn das Fahren abseits der markierten Abfahrten kann mit grossen Gefahren verbunden sein. Finden Sie hier unsere Tipps.

Inhalt

Fernab der grossen Menschenmassen den Schnee und die Berge geniessen - diese Vorstellung lockt viele Skifahrerinnen, Snowboarder und Schneeschuhwandernde weg von gesicherten Pisten. Doch viele unterschätzen die Gefahren und sind ungenügend vorbereitet. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie die Sicherheit auf Ihrer Tour erhöhen können.

Klicken Sie auf die orangen Knöpfe und erfahren Sie mehr über Gefahren abseits der Piste.

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Basics: Die wichtigsten Sicherheits-Tipps

  • Besuchen Sie einen Lawinen-Kurs, z.B. beim Schweizerischen Alpen-Club SAC
    .
  • Fahren Sie nie ohne Mobiltelefon und Lawinen-Notfallausrüstung und üben Sie den Umgang damit (LVS, Schaufel, Sonde, Lawinenairbag).
  • Bereiten Sie ihre Tour vor und informieren Sie sich bei der Bergstation über aktuelle Gefahren und die Schneesituation.
  • Befolgen Sie die Weisungen des Pisten- und Rettungsdienstes
  • Als Anfänger oder Anfängerin: Buchen Sie zuerst geführte Touren. Gehen Sie nie allein auf eine Tour und Informieren Sie Bekannte darüber, auf welche Tour Sie gehen.
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Ausrüstung: Das braucht’s für die Tour

  • Wasserdichte und atmungsaktive Kleidung, am Besten im Zwiebelprinzip, hilft dabei, Sie warm und trocken zu halten. Sie sollte immer dabei sein auch bei Sonne und im warmem Frühlingswetter. 
  • Ein Ersatz-Shirt zum Wechseln nach dem Aufstieg beugt einer Auskühlung vor nach dem Schwitzen. 
  • Ein Helm schützt den Kopf bei Stürzen.
  • Geprüfte Skibindungen lösen sich bei einem Sturz im richtigen Moment. 
  • Jedes Tourenmitglied sollte nebst des Mobiltelefons eine Lawinen-Notfallausrüstung, bestehend aus Lawinenverschüttetensuchgerät (LSV), Sondierstab und Schaufel bei sich tragen und wissen, wie man diese Hilfsmittel einsetzt. Weitere Infos zum LSV auf der Seite der BFU
    .
  • Auch ein Lawinenairbag kann dabei helfen, nicht vollständig in die Lawine zu geraten.
  • Nehmen Sie genügend energiereiche Nahrung und warme Getränke wie süssen Tee oder Suppe mit. So laden Sie Ihre Energiereserven wieder auf.
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Tools: Das hilft beim Planen der Route

Eine gute Vorbereitung der Schneewanderung oder Skitour ist das A und O. Kennt man die Hangneigung, die Sonneneinstrahlung und potenzielle Schneeverwehungen, kann man das Lawinenrisiko viel genauer einschätzen.

Zwei Tools bieten hier gute Dienste:
Skitourenguru

 bietet eine ständig aktualisierte Übersicht über die Lawinengefahr auf vielen Schweizer und auch ausländischen Touren-Routen. Man findet einfach Touren mit aktuell geringer Lawinen-Gefahr.

Mit dem Tourenplanungs-Tool

 von «White Risk»
 können Sie Ihre Tour sorgfältig planen. Es enthält das aktuelle Lawinen-Bulletin, Karten von Swisstopo mit den eigezeichneten Touren und Hinweise auf gefährliche Schlüsselstellen. 

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Ausbildung: So vermeiden Sie Lawinen und retten Verschüttete

Nebst guter Technik und vorausschauendem Fahren verhindern Sie abseits der Piste am effektivsten Unfälle, wenn Sie Lawinen verhindern.
Es braucht viel Wissen und Erfahrung, um die Lawinengefahr richtig einschätzen zu können. Viele verschiedene Faktoren wie die Tourenplanung, das Lawinen-Bulletin, die Hangneigung, die Schneemenge und die Wetterverhältnisse spielen eine Rolle.

Auf der Plattform «White Risk»

 vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF und der Suva erhalten Sie umfassende Informationen über Lawinen und zum Einschätzen der Lawinengefahr.

Wissen allein reicht in den meisten Fällen allerdings nicht, so der Schneesport-Experte der Suva, Samuli Aegerter. Er empfiehlt allen Tourengehern, Freeriderinnen und ambitionierten Schneeschuhwandernden einen Lawinen-Kurs. Da lernt man Gefahren einzuschätzen, Karten richtig zu lesen und auch Verschüttete schnell und richtig zu bergen.

Lawinen-Kurse bieten z.B. der Schweizerische Alpen-Club SAC

 an oder lokale Bergsportschulen.

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Hard Facts: Diese Unfälle passieren abseits der Piste

Über 300 000 Schweizerinnen und Schweizer sind jährlich abseits der gesicherten Pisten und Wege im winterlichen Gebirge unterwegs.

In der Schweiz gibt es pro Jahr im Schnitt 22 Tote durch Lawinen. In 90 Prozent aller Fälle haben die verunfallten Personen die Lawinen selbst verursacht.

Während 50 Prozent der Wintertage gilt für die Lawinengefahr die Stufe 3 «erheblich». Bereits diese Stufe ist kritisch und fordert rund 30 Prozent aller Todesopfer.
Die wichtigste Unfallprävention ist deshalb eine gute Vorbereitung der Tour und die Verhinderung von Lawinen.

Hier finden Sie aktuelle Zahlen über tödliche Lawinenunfälle

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Wie bin ich versichert abseits der Piste?

Unser Film gibt Auskunft über die Versicherungsleistungen, wenn Sie abseits der Piste fahren.

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Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch in folgendem Artikel: «Unfälle im Wintersport - wie bin ich versichert?»

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