Vom Unfall bis zur Rente: Warum zahlt die Suva nicht?
Im Sport gibt es Spielregeln. Ohne diese geht es nicht, wenn ein Spiel funktionieren soll. Im Gesundheitswesen sind diese Spielregeln im sozialversicherungsgetragenen Bereich in Gesetz und Verordnung festgehalten, welche das Spielfeld der Handlungsmöglichkeiten für alle Beteiligten verbindlich abstecken.
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Inhalt
Autorenschaft
Christoph Bosshard, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Versicherungsmedizin Suva
Potenzielle Interessenbindung
Der Autor deklariert wirtschaftliche oder persönliche Verbindungen wie folgt:
- Vizepräsident der FMH
- Vizepräsident der BGO (Berner Gesellschaft der Orthopädischen Chirurgie)
Ankündigung VM Suva Tagung 04.09.2026
«… und schon wieder hat die Suva abgelehnt!» Diesen Ausruf höre ich oft von Kolleginnen und Kollegen – dabei schwingen häufig Entrüstung und Enttäuschung mit. Als Mitarbeitender der Suva fühle ich mich angesprochen und herausgefordert. Doch meist ist es gar nicht möglich, aus dem Stegreif heraus eine befriedigende Antwort zu geben. Schliesslich sind die Fälle meist komplex und die Gründe für eine Ablehnung sind nicht immer medizinischer Natur.
«Suva» steht hier stellvertretend für alle UVG-Versicherer, denn das Unfallversicherungs-gesetz UVG gilt für alle gleichermassen.
Wie werden nun aber Entscheidungen gefällt? Was führt wann zu welchem Resultat? Wer entscheidet? Wie sieht der Entscheidungsprozess genau aus? Von aussen betrachtet mutet das Ganze bisweilen kafkaesk an.
Unser Gesundheitswesen hat viele Vorteile, die insbesondere auch der föderalen Struktur zu verdanken sind. Die gesetzlichen Regelwerke der Sozialversicherungen sind einerseits die Grundlage für ihr Funktionieren und gleichzeitig eine Herausforderung im Alltag, wenn es darum geht, mit diesen Regelwerken umzugehen. Wir kennen das aus dem Sport: Alle Beteiligten müssen die Spielregeln kennen und diese richtig anwenden können. Je besser, desto effizienter! Alle Mitspielenden auf dem Spielfeld des Gesundheitswesens haben dabei eine Rolle. Im UVG sind dies die Arbeitnehmenden gemeinsam mit den Arbeitgebenden, die mit ihren Prämien das System finanziell tragen, die Verunfallten, die Leistungen benötigen, und die Leistungserbringenden, die diese Leistungen anbieten. Die UVG-Versicherung setzt das geltende Gesetz gemäss dem dort formulierten Auftrag um – denn genau dafür werden die Prämien bezahlt. In diesem Sinne ist der Spielraum abgesteckt.
Wie kommen wir hier gemeinsam weiter? Wer sind die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für meine Anliegen? Wie sind diese erreichbar? Welche Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten sind mit den unterschiedlichen Rollen im UVG verbunden? Das alles klingt erst einmal komplex und mühsam – weit entfernt von den klinischen Herausforderungen und Realitäten. Deshalb wollen wir das Format unserer jährlich im Herbst stattfindenden Versicherungsmedizintagung anpassen.
Wir möchten Ihnen, sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen, diese Themen nicht mehr nur mit Referaten näherbringen, sondern konkrete Fallvignetten diskutieren. Kompetente Fachpersonen besprechen im Rahmen eines moderierten Podiums die entlang des Vignettenverlaufs auftretenden Fragen. Hier finden auch Ihre Fragen aus dem Praxisalltag Raum!
Mit diesem interaktiven Format wollen wir auch Ihre wertvollen Rückmeldungen, Anregungen und Erfahrungen aus den vergangenen Tagungen umsetzen. Wir treffen uns am 4. September 2026 wiederum in der Welle7 Workspace Welle7 | Welle7
Ich freue mich auf interessante Begegnungen und Gespräche, um herauszufinden, wo und wann die Suva dann eben doch zahlt. Wie heisst es so treffend: «Das Schönste am Problem ist die Lösung.» Und genau diese wollen wir gemeinsam finden!
Korrespondenzadresse
Dr. med. Christoph Bosshard
Suva Versicherungsmedizin