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Wer sich an die lebenswichtigen Regeln hält, rettet Leben

Lebenswichtige Regeln sind echte Lebensretter

Jeden Tag verunfallen mehr als 800 Personen bei der Arbeit. Besonders tragisch sind Unfälle, bei denen Menschen sterben oder für den Rest ihres Lebens invalid bleiben. Die lebenswichtigen Regeln sind echte Lebensretter: Mit ihnen kann ein Grossteil aller schweren Unfälle verhindert werden.

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45 Jahre unfallfrei «Man muss sich der Unfallrisiken bewusst sein.»

... bin ich stolz, auch wenn der wirtschaftliche Druck zunimmt. Vor 25 Jahren deckte ein Kubikmeter Holz die Kosten eines Arbeitstags. Heute reicht es nicht mal mehr für eine Stunde. Ich arbeite seit über 30 Jahren für die Gemeinde La Grande Béroche. Zu viert, darunter zwei Lernende, pflegen wir 1580 ha Wald.

Wer im Wald arbeitet, muss sich immer der Unfallrisiken bewusst sein. Es hat nur wenig mit Glück zu tun, dass ich als dienstältester Forstwart der Neuenburger Wälder noch nie einen Unfall hatte. Vor allem dazu beigetragen haben
- das konsequente Tragen der Schutzausrüstung
- das Einhalten der lebenswichtigen Regeln
- Vorsicht
- die Fähigkeit zu antizipieren
- Geduld

Eile ist die grösste Gefahr im Wald. Gelegentlich sage ich ‹Stopp›. Aber als Ausbildner von ‹WaldSchweiz› weiss ich, dass dies noch nicht für alle Kollegen selbstverständlich ist. Um gesund zu bleiben, muss man auch körperlich fit sein. 

Ich bin der Einzige, der sich morgens vor der Arbeit  aufwärmt. 

Ich achte auf meine Gesundheit. Für den Wald, meine Frau und meine Kinder.»

Kranführer

30 Jahre unfallfrei «Wenn Gefahr droht, sage ich ‹Stopp›.»

wichtig. Ich habe eine grosse Familie mit vier Kindern und Enkelkindern. Ich möchte ihnen das Leid ersparen, das ein Unfall mit sich bringen würde. Ausserdem generiert jeder Unfall Kosten für die Suva. Diese muss der Prämienzahler übernehmen. Auch das möchte ich verhindern.

Wenn Berufskollegen hören, dass ich seit 30 Jahren nie einen Unfall hatte, sind sie oft erstaunt. Es ist aber keine Glücksache, dass ich in all diesen Jahren unfallfrei blieb. 

Sobald irgendwo eine Gefahr lauert, arbeite ich nicht mehr weiter, bis die Sicherheit wiederhergestellt ist.

Da bin ich streng. Ist beispielsweise eine Last am Kran nicht korrekt befestigt und gesichert, sage ich ‹Stopp›. Um das zu gewährleisten, steuere ich den Kran lieber mit der Funkfernsteuerung vom Boden aus. So bin ich näher dran. Schliesslich habe ich auch eine Verantwortung für meine Kollegen auf der Baustelle. Im schlimmsten Fall würde ich bei einem Unfall sogar strafrechtlich erfolgt.»

Elektromonteur

15 Jahre unfallfrei  «Meine Berufserfahrung ist für mich und meine Kollegen lebensrettend.» 

zwei Jahre Berufserfahrung habe ich bei einem Privatbetrieb gemacht. Mein Beruf gefällt mir auch heute noch. Er ist Teil meines Lebens. Zusammen mit meinen Arbeitskollegen mache ich Tages-, Nacht- und Piketteinsätze, arbeite bei Hitze und Kälte und manchmal unter schwierigen Verhältnissen. Dann beispielsweise, wenn viel Verkehr ist und wir mit grossen Lasten umgehen müssen. Dass ich seit 15 Jahren unfallfrei bin, verdanke ich meiner sorgfältigen und strukturierten Arbeitsmethode. 

Zudem bin ich der Direktion und den Vorgesetzten dankbar, dass sie eine Sicherheitskultur vorleben, die ich verstehe und im Alltag mit dem Team systematisch umsetzen kann.

Ich mache ein Beispiel: Gefahren und Risiken zu erkennen und richtig einzuschätzen, führen dazu, dass ich ‹Stopp› sage, wenn ich nicht ganz sicher bin, ob alle  indernisse beseitigt wurden. Meine Berufserfahrung sowie mein Alter sind für mich und meine Arbeitskollegen lebensrettend. In meiner Funktion als Teamleiter möchte ich der Tatsache entgegenwirken, dass Lernende oder junge Berufsleute mangels Erfahrung häufiger verunfallen. Deshalb sehe ich es als meine Aufgabe, Kollegen beim Arbeiten mit Strom den nötigen Respekt sowie die einfachen Sicherheitsvorkehrungen zu vermitteln. Ich bin überzeugt, dass diese helfen, unfallfrei zu bleiben.»

  

Wenige Minuten gespart, teuer bezahlt Was passieren kann wenn die lebenswichtigen Regeln nicht eingehalten werden:

  

Jeanette Büchel, Sozial- un Arbeitspsychologin, Leiterin Team Human Factors, Human Factors, Suva, RANAS-Modell, RANAS

Das menschliche Verhalten «Wir müssen die Menschen und ihr Verhalten ins Zentrum stellen»

auf technische Massnahmen, später auf Information und Instruktion. Dadurch sanken die Unfallzahlen stetig. Wenn wir noch mehr Unfälle verhindern wollen, müssen wir den Menschen und sein Verhalten ins Zentrum stellen. Wichtig scheint mir dabei: Der Mensch ist nicht nur ein Risiko-, sondern vor allem auch ein Sicherheitsfaktor. Die Porträts der drei Berufsleute zeigen eindrücklich, dass der Mensch vieles dazu beiträgt, um nicht zu verunfallen. 

Wie kann das menschliche Verhalten beeinflusst werden?

Bevor wir Einfluss nehmen können, müssen wir die Ursache verstehen, die zu einem bestimmten Verhalten führt. Wenn beispielsweise jemand bei der Arbeit die Schutzbrille nicht trägt, kann das verschiedene Gründe haben. Vielleicht kennt er die Gefahr nicht, möglicherweise trägt keiner im Betrieb die Brille oder aber die Schutzbrille ist unbequem. Nehmen wir an, die Brille drückt beim Tragen. So hilft es wenig, wenn wir im Detail über die Gefahren aufklären. Stattdessen müssen wir ein passendes Modell zur Verfügung stellen. Das meine ich, wenn ich vom Verstehen der Beweggründe spreche. Diese erfahren wir nur im Gespräch und im Dialog mit den Mitarbeitenden. 

Der sogenannte Intention- Behavior-Gap besagt, dass wir Menschen nicht immer das tun, was unsere Absicht ist. Wir missachten beispielsweise die lebenswichtigen Regeln, obwohl wir sie kennen. Warum? 

Oft bestimmt nicht das Wissen um eine Gefahr unser Handeln. Wir verdrängen den Sicherheitsaspekt, weil im entscheidenden Moment etwas anderes wichtiger ist. Kurzfristig gesehen sind die Gründe, die zum Missachten der Regeln führen, nachvollziehbar: Es kostet zu viel. Es dauert zu lange. Es ist uncool. Daher ist es wichtig, dass die Vorgesetzten die lebenswichtigen Regeln regelmässig instruieren, dabei auch die Schwierigkeiten thematisieren und dafür Lösungsansätze besprechen. Nehmen wir das Beispiel «fehlende Zeit»: Vorgesetzte sollten mit den Mitarbeitenden diskutieren, wie Arbeitsabläufe sicher und effizient organisiert werden können. Und sie sollten ihnen vor Augen halten, wie wenig Zeit es tatsächlich braucht, eine Arbeit sicher zu erledigen – im Vergleich dazu, wie viel Zeit, Schmerz und Geld ein Unfall kostet.

Warum ist es so schwierig, das Verhalten zu ändern? 

Wir kennen es alle: Die guten Vorsätze vom neuen Jahr sind schnell wieder vergessen. Das Verhalten zu ändern, bedeutet, Gewohnheiten

aufzugeben. Das ist anstrengend. Hinzu kommt, dass wir Menschenals soziale Wesen nicht isoliert handeln. Wir achten darauf, was andere tun und was von uns erwartet wird. Unsere Entscheidungen fällen wir oft aus dem Bauch heraus und nicht mithilfe des Verstands. Dennoch: Verhalten zu ändern, ist schwierig, aber nicht unmöglich. Als Menschen sind wir in der Lage, bis ins hohe Alter zu lernen und uns zu verändern.

  

TV-Spot: Lebenswichtige Regeln Das Leben ist schön, so lange nichts passiert.

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