Arbeiten bei Kälte
30. Juli 2022 | von Esther Galliker

Windchill-Faktor: Durch Wind wird die Arbeit bei Kälte noch riskanter

Wenn Sie draussen bei Kälte arbeiten und der Wind bläst, kühlen Sie deutlich schneller aus als bei Windstille. Unsere Infografik zum Windchill-Faktor zeigt, wann es kritisch wird. In den Tipps lesen Sie, wie Sie sich schützen können.

Inhalt

Kurz und bündig

  • Durch Wind kühlen Sie viel schneller aus bei der Arbeit im Freien (Windchill-Faktor).
  • Dadurch erhöht sich das Unfallrisiko, weil Ihre die Körperfunktionen eingeschränkt sind.
  • Geeignete Schutzmassnahmen wie Windstopp-Kleider, Windschutzwände und angemessene Pausen zum Aufwärmen sind dann besonders wichtig.

Wenn Sie draussen bei Kälte arbeiten, kennen Sie das Phänomen: Bläst auch nur ein leichter Wind, frieren Sie viel schneller, als wenn es windstill ist. Der Windchill-Faktor ist das Mass, das diesen Wärmeverlust beschreibt. Einfach gesagt, verlieren wir viel schneller unsere Körperwärme, wenn es bei kalten Temperaturen auch noch windet. Man sagt auch, dass sich dann die gefühlte Temperatur von der effektiven Temperatur unterscheidet.


Durch den schnelleren Wärmeverlust steigt das Risiko von Unterkühlungen und Erfrierungen. Es kann auch eher zu Arbeitsunfällen kommen, da die Köperfunktionen eingeschränkt sind: Das zeigt sich an klammen Fingern, Steifigkeit der Muskeln und Gelenke, an verlangsamter Reaktionszeit, Koordinationsverlust und verminderter Konzentrationsfähigkeit. Dies trifft vor allem zu, wenn die Temperatur unterschätzt wird und eine angemessene Bekleidung fehlt.

Infografik: Windchill-Faktor

Ziehen Sie an den Reglern und schauen Sie, welchen Einfluss die Windgeschwindigkeit auf die gefühlte Temperatur hat.

 

So schützen Sie sich vor Wind und Kälte

Arbeiten Sie im Freien bei Kälte und es bläst zusätzlich der Wind, lohnt es sich, besonderen Wert auf Schutzmassnahmen zu legen. Welche Schutzmassnahmen am besten passen, muss individuell geklärt werden. Sie hängen z.B. davon ab, wie anstrengend Ihre Arbeit ist und wie Ihr Körperbau ist.

Persönliche Ausrüstung

Bei der Wahl der Bekleidung hilft eine vorausschauende Planung: Beachten Sie Wetterwechsel und Windgeschwindigkeiten. Kleiden Sie sich in Schichten mit wind- und wasserdichten Kleidern. Packen Sie zusätzliche Kleidung in einer wasserdichten Tasche. Schützen Sie speziell exponierte Körperstellen wie Gesicht, Hände und Füsse.

Essen, Trinken und Pausen

Eine angemessene Aufwärmdauer in einem geheizten Aufenthaltsraum ist wichtig. Diese ist gesetzlich festgelegt und hängt von der Temperatur ab. Mehr Informationen dazu liefert die Broschüre des SECO: «Arbeiten bei Kälte»

(S. 14). Warme Getränke und Speisen helfen, den Körper warm zu halten. Aufwärmübungen vor Arbeitsbeginn unterstützen das sichere Arbeiten.

Einrichtung des Arbeitsplatzes

Eine gute Einrichtung des Arbeitsplatzes schützt vor Kälte und Wind. Windschutzwände und auch eine gute Bodenisolation schützen vor Wärmeabfluss. Ein Heizstrahler spendet auch im Freien Wärme.  Achten Sie darauf, in Bewegung zu bleiben und eine längere, statische Körperhaltung möglist zu vermeiden.

Eigenes Körpergefühl beachten

Das Risiko für Unterkühlungen oder gar Erfrierungen hängt nicht nur von Wind und Kälte ab, sondern auch von vielen weiteren Faktoren, wie der Luftfeuchtigkeit, dem Körperbau, der Bekleidung und der Art und Schwere der körperlichen Betätigung. Auch wenn keine akuten Schäden durch Kälte drohen, ist die Arbeitssicherheit beeinträchtigt, wenn Hände und Füsse klamm sind, da die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt ist. Deshalb ist es wichtig, dass Sie auf Ihr eigenes Körpergefühl achten.  

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