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Neustart mit 60 Jahren: Berufliche Wiedereingliederung

Totalprothese im Knie, Jobverlust und das mit knapp 60 Jahren. Chancenlos? Nein. Dem gelernten Industriemaler Jacques Guenat glückte trotz allem der berufliche Wiedereinstieg – dank seinem Willen, etwas Glück und einem engagierten neuen Arbeitgeber.

Inhalt

Kurz und bündig

Eine Knieprothese heisst nicht in jedem Fall, dass ein handwerklicher Beruf aufgegeben werden muss. Jacques Guenat hatte den Willen, als Industriemaler weiter zu arbeiten und wurde trotz seines Alters fündig: Die Firma Phoenix GmbH stellte ihn ein.

Das sind die Kernelemente dieser Wiedereingliederung:

  • Anstatt in Frühpension zu gehen, gelingt Jacques Guenat mit 60 Jahren ein erfolgreicher beruflicher Neustart.
  • Nachdem er wegen seiner Knieprobleme seine Stelle verloren hat, fand er dank der Suva eine neue berufliche Herausforderung.
  • Der Wechsel in den neuen Job ist für Jacques Guenat und seinen neuen Arbeitgeber eine Win-Win-Situation.

Der Inhaber der Phoenix GmbH, der diese Erfolgsstory möglich gemacht hat, wurde von der «Initiative Berufliche Reintegration» mit einer Prämie belohnt.

Ein Unfall muss nicht immer ein sofortiger Jobwechsel bedeuten. Dies stellte auch Jacques Guenat fest. 1974 und 1993 zog er sich beim Fussballspielen Knieverletzungen zu. Der gelernte Industriemaler konnte zwar immer wieder in seinen Beruf zurückkehren, doch das linke Knie machte ihm mit den Jahren zunehmend mehr Probleme. Zunächst hatte er Mühe beim Treppensteigen, später erhielt er eine Teilprothese, schliesslich 2010 eine Totalprothese. Eine harte Phase für den damals 59-jährigen Guenat, denn mittlerweile hatte er wegen seiner Knieprobleme auch seine Stelle verloren. Das Tragen der schweren Malerkessel hatte das Knie zu stark belastet. Was also tun in seinem Alter?

Ein Arbeitgeber mit Engagement ...

«Da geriet ich schon ziemlich ins Grübeln», meint Jacques Guenat rückblickend. Es folgten einige vorübergehende Stellen, um wieder Fuss im Arbeitsleben zu fassen. Doch vorerst ohne Erfolg. Dank einem befreundeten Vertreter und der Unterstützung der Suva im Rahmen der «Initiative Berufliche Reintegration» wurde Guenat danach auf den Industrielackier-Betrieb Phoenix im bernischen Arch aufmerksam. Dieser hatte einen grossen Auftrag in Aussicht und plante, den Ein-Mann-Betrieb zu erweitern. Charles Rufer, Inhaber der Phoenix GmbH, wagte das Experiment und stellte Jacques Guenat ein. Es ging ihm dabei nicht nur um seinen Betrieb, sondern auch um Guenat. «Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, ihm diese Chance zu bieten, im Arbeitsleben wieder Fuss zu fassen. Also zog ich das Ding auch durch», erzählt Rufer stolz.

... und ein Mitarbeiter, der die Chance packt

Das Engagement zahlte sich aus: Jacques Guenat fand rasch den Tritt im neuen Job, der für seinen Körper weniger belastend ist als der bisherige. Zu seinem Glück hatte er bereits früher einmal vorübergehend als Industrielackierer gearbeitet, was den Umstieg etwas leichter machte. «Und wenn ich heute Schweres heben muss, steht mir mein Chef helfend zur Seite.» Was am Ende übrig bleibt, sind nur zufriedene Gesichter: Charles Rufer wurde für sein Engagement nicht nur mit einem vollwertigen Mitarbeiter, sondern von der «Initiative Berufliche Reintegration» auch mit einer finanziellen Prämie belohnt. Und Jacques Guenat glückte wenige Jahre vor der Pensionierung der Wiedereinstieg ins Berufsleben. Zudem macht ihm sein operiertes Knie heute kaum mehr Beschwerden: «Nein, ich kann mich heute wirklich nicht beklagen!»

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