Mann mit Schutzhelm und Atemschutz

Atemschutz Ein Muss bei Staub und anderen Gefahrstoffen in der Luft

  • Atemschutzgeräte kommen erst dann zum Einsatz, wenn organisatorische und technische Massnahmen nicht möglich oder nicht ausreichend sind.
  • Ein falscher oder nicht angewendeter Atemschutz kann eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit darstellen.
  • Die Masken und Geräte schützen nur, wenn sie richtig verwendet, gepflegt und gewartet werden.
  • Mitarbeitende mit Bart sollten keine Halb- oder Vollmasken tragen, da undichte Stellen entstehen.

Erkenntnisse aus der Praxis

Grundsätzlich gilt: Gesundheitsgefährdende Stoffe und Verfahren sind, wo immer möglich, durch weniger gefährliche zu ersetzen. Wo dies nicht geht, ist die Gesundheit der Arbeitnehmenden primär durch technische und organisatorische Massnahmen zu schützen. Es sind zum Beispiel Absaug- und Lüftungsmassnahmen zu treffen. Atemschutzgeräte sollen erst dann zum Einsatz kommen, wenn organisatorische und technische Massnahmen nicht möglich sind oder nicht ausreichen.

Die richtige Handhabung von Atemschutzmasken und -geräten muss instruiert werden. Die erwünschte Schutzwirkung wird nur erreicht, wenn die Masken und Geräte richtig verwendet, gepflegt und gewartet werden. Vor allem das korrekte Anziehen und die richtige Passform sind von zentraler Bedeutung.

So sind zum Beispiel Arbeitnehmer mit Bärten für das Tragen von Halb- und Vollmasken nicht geeignet. Die Bärte führen entlang der Dichtigkeitslinien zu Leckstellen.

Gefährdungen: Wovor schützen Atemschutzmittel?

Atemschutzmasken und -geräte schützen vor Stäuben, Gasen, Dämpfen oder Nebeln, die gesundheitsschädliche Stoffe oder Mikroorganismen enthalten.

Von der Umgebungsluft unabhängige Geräte schützen auch gegen Ersticken.

Welche Arten von Atemschutzmitteln gibt es?

Es ist zu unterscheiden zwischen Filtergeräten und Atemschutzgeräten, die von der Umgebungsatmosphäre unabhängig sind.

Halb- oder Vollmasken
Eine Halbmaske mit auswechselbarem Filter.

Halbmaske mit auswechselbarem Partikelfilter

Zwei partikelfiltrierende Halbmasken

Partikelfiltrierende Einweghalbmasken

Halbmasken umschliessen Nase, Mund und Kinn. Vollmasken umschliessen das ganze Gesicht und schützen somit auch die Augen.

Halbmasken gibt es mit auswechselbarem oder nicht trennbarem Filter.

Gebläsefiltergeräte
Eine Vollmaske mit auswechselbaren Filtern

Vollmaske mit auswechselbarem Filter

Bei Geräten mit integriertem Gebläse saugt dieses die Umgebungsluft durch einen auswechselbaren Filter an und bläst dem Träger die gereinigte Luft über eine Haube (Bezeichnung TH) oder Maske zu (Bezeichnung TM). Dadurch erhöht sich im Vergleich zu den oben erwähnten Filtermasken und -geräten der Tragkomfort und teilweise auch der Schutzfaktor.

Mann mit Gebläsefiltergerät und Haube

Gebläsefiltergerät mit Haube

Bei Geräten mit integriertem Gebläse saugt dieses die Umgebungsluft durch einen auswechselbaren Filter an und bläst dem Träger die gereinigte Luft über eine Haube oder Maske zu. Dadurch erhöht sich im Vergleich zu den oben erwähnten Filtermasken und -geräten der Tragkomfort.

Die Filterart bestimmt die Schutzwirkung und den Schutzfaktor der Maske.

Man unterscheidet zwischen

  • Partikelfilter (Schutz gegen Stäube und Aerosole)
  • Gasfilter (Schutz gegen Gase und Dämpfe)
  • Kombinationsfilter.

Gasfilter (Aktivkohlefilter) werden oft mit einem Partikelfilter kombiniert, oder ein Partikelfilter wird als Vorfilter verwendet.

Die Klasse des Filters gibt Auskunft über seine Schutzwirkung. Eine höhere Filterleistung bewirkt meist auch einen höheren Atemwiderstand.

Wichtige Hinweise zur Verwendung von Filtergeräten
  • Wiederverwendbare Partikelfilter sind spätestens zu ersetzen, wenn der Widerstand beim Einatmen merklich ansteigt. Gasfiltrierende Masken sind unverzüglich zu wechseln, wenn durch Geruch, Geschmack oder Reizerscheinungen Schadstoffe im Maskeninnenraum bemerkbar werden.
  • Die Gebrauchsdauer von Gas- und Kombinationsfiltern ist beschränkt. Sie sind in der Regel spätestens nach 6 Monaten zu ersetzen.
  • Gasfilter sollen nicht gegen Stoffe eingesetzt werden, die durch Geruch nicht erkennbar sind, denn bei solchen Stoffen wird die Sättigung des Filters nicht erkannt. Lebensgefahr!
  • Feuchtigkeit kann die Schutzwirkung von Filtern beeinträchtigen, vor allem bei Gasfiltern Typ A. Nasse Partikelfilter verlieren in der Regel ihre Schutzwirkung.
  • Gegen einige Gase kann man sich nicht wirksam mit einem Filter schützen. Dazu gehören vor allem Erd- und Flüssiggas, Kohlendioxid und einige halogenierte Kohlenwasserstoffe (Dichlormethan).
  • Filtergeräte dürfen nur verwendet werden, wenn sichergestellt ist, dass die Sauerstoffkonzentration über 17 Vol-% beträgt und die Schadstoffkonzentration unterhalb der maximalen Einsatzkonzentration des verwendeten Filters liegt.
  • Selbstretter (Flucht-Filtergeräte nach EN 404) sind in Funktion und Aufbau mit Filtergeräten zwar vergleichbar. Sie dienen aber nur zu Fluchtzwecken und dürfen nicht als Arbeitsmittel eingesetzt werden.
Schlauchgeräte

Schlauchgeräte arbeiten unabhängig von der Umgebungsatmosphäre. Entweder wird Atemluft von aussen in Form von gereinigter Druckluft zugeführt, oder die Frischluft wird vom Träger selbst angesaugt. Die Verwender der Geräte sind wegen der begrenzten Schlauchlänge an einen bestimmten Arbeitsbereich gebunden.

Schlauchgeräte müssen verwendet werden, wenn die Leistung eines Atemschutzes mit Filter nicht ausreichend ist.

Schlauchgerät mit Vollmaske als Atemanschluss
Schlauchgerät mit Vollmaske als Atemanschluss
Autonome Isoliergeräte

Bei Behältergeräten wird der Vorrat an Atemluft in Druckluftflaschen mitgeführt, bei Regenerationsgeräten wird die Ausatemluft von Kohlendioxid befreit, mit Sauerstoff angereichert und im Kreislauf geführt. Beide Typen kommen nur in Spezialfällen als Persönliche Schutzausrüstung zum Einsatz.

Welche Kriterien sind bei der Auswahl der richtigen Atemschutzmittel wichtig?

Nehmen Sie vor dem Beschaffen von Atemschutzmitteln eine Gefährdungsermittlung in Ihrem Betrieb vor. Diese soll mindestens folgende Punkte umfassen:

  • Eigenschaften und Gefahren der Schadstoffe. Die Verpackung und Sicherheitsdatenblätter der gefährlichen Arbeitsstoffe enthalten Angaben zu Gefährdungen und Schutzmassnahmen.
  • Auftreten der Schadstoffe in der Luft (gasförmig, Dampf, Partikel, Aerosol)
  • erwartete Konzentration der Stoffe in der Atemluft sowie die entsprechenden Grenzwerte am Arbeitsplatz
  • Arbeitsumgebung, Dauer und Schwere der Arbeit
Weitere wichtige Auswahlkriterien sind
  • Atemwiderstand
  • Wartungs- und Pflegebedarf
  • Hautfreundlichkeit
  • Tragkomfort
  • Akzeptanz bei den Mitarbeitenden
Kennzeichnung

Damit der Gesundheitsschutz gewährleistet ist, dürfen nur Atemschutzmasken eingesetzt werden, die den europäischen Normen entsprechen. Solche Masken erkennt man an der Kennzeichnung. Einwegmasken bzw. die auswechselbaren Filter von Halbmasken/Vollmasken/Gebläsefiltergeräte sind mit dem CE-Zeichen, der entsprechenden Norm und der Filterklasse beschriftet. Diese Angaben sind auch auf der Verpackung vorhanden.