Neue Bauarbeitenverordnung (BauAV) 2022

  • Die Bauarbeitenverordnung (BauAV) wurde umfassend überarbeitet.
  • Die neue BauAV gilt ab 1. Januar 2022.
  • Hier finden Sie die wichtigsten Informationen, Fragen und Antworten zur Revision.

Der Bundesrat hat die neue Fassung der Bauarbeitenverordnung (BauAV) am 18. Juni 2021 verabschiedet. Sie tritt am 1. Januar 2022 in Kraft. Die Überarbeitung der BauAV ist ein Gemeinschaftswerk der Sozialpartner aus der Baubranche, des Bundes, der Kantone und der Suva. Sie hat Auswirkungen auf das gesamte Bauwesen in der Schweiz. Insgesamt sind über 70 000 Betriebe direkt betroffen.

Die Suva arbeitet mit Hochdruck daran, alle betroffenen Informationsmittel (Webseiten, Printpublikationen, Filme und Lernprogramme) an die neue rechtliche Lage anzupassen. Achten Sie darauf, ab dem 1. Januar 2022 mit den aktuellen Informationen und Publikationen zu arbeiten.

Das Wichtigste in Kürze

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen der Bauarbeitenverordnung.

Die Hintergründe zur neuen Bauarbeitenverordnung 2022

Adrian Vonlanthen (Mediensprecher, Suva) im Gespräch mit Jürg Studer (Leiter Arbeitssicherheit, Gebäudehülle Schweiz) und Adrian Bloch (Bereichsleiter Bau, Suva)

Die neue Bauarbeitenverordnung (BauAV) 2022 herunterladen

Hier   können Sie den definitiven neuen Verordnungstext herunterladen.

Häufige Fragen und Antworten zur neuen Bauarbeitenverordnung (FAQ)

Allgemeine Fragen

Die überarbeitete Verordnung tritt am 1. Januar 2022 Kraft.

Die Bauarbeitenverodnung regelt die Sicherheit und den Gesundheitsschutz für alle Bauarbeiten. Folglich sind alle Unternehmen, die an Bauarbeiten beteiligt sind, von der Revision der Verordnung betroffen.

Auf dieser Webseite schalten wir laufend wichtige Informationen und Neuerungen auf. Wenn Sie hier die Antwort auf Ihre Frage nicht finden, beantworten wir sie gerne per E-Mail.

bauav2022@suva.ch

Nein, leider erlauben unsere personellen Ressourcen es nicht, eine solche Beratung anzubieten. Im Rahmen von Betriebskontrollen besteht jedoch die Gelegenheit, Fragen zu diskutieren.

Nein. Die neuen Vorgaben sind ab 1. Januar 2022 rechtlich bindend. Zwei Ausnahmen werden in den Artikeln 123 und 124 aufgeführt.

Die Suva arbeitet mit Hochdruck an der Überarbeitung ihrer Informationsmittel. Alle aktualisierten Publikationen werden per Inkrafttreten der Verordnung am 1. Januar 2022 aufgeschaltet. Bis dahin gelten die bestehenden Publikationen.

Es wird jedoch nicht möglich sein, alle von den Änderungen betroffenen Produkte anzupassen. Publikationen, bei denen wesentliche Änderungen noch nicht eingefügt werden konnten, werden kurzzeitig nicht zur Verfügung stehen.

Achten Sie darauf, ab dem 1. Januar 2022 mit den aktuellen Informationen und Publikationen zu arbeiten.

Absturzsicherungen

Nein. Die zu treffenden Absturzsicherungsmassnahmen bei Deckenschalungen ab einer Absturzhöhe von 3 m sind im Factsheet 33033 «Deckenschalungen bei grossen Raumhöhen»   der Suva beschrieben.

Ab einer Absturzhöhe von mehr als 2 m ist ein Seitenschutz erforderlich. Dies schreibt bereits die aktuelle BauAV so vor. Die im Factsheet 33013 aufgeführte Sonderlösung ist nicht mehr nötig. Der Markt bietet die erforderlichen Seitenschutzbauteile an.

Arbeiten auf Dächern

Ja. Neu erhalten Dachdecker und alle übrigen auf dem Dach tätigen Arbeitnehmenden denselben Schutz wie die anderen Bauarbeiter. Für Arbeiten von geringem Umfang (bis 2 Personenarbeitstage) sieht die Bauarbeitenverordnung Ausnahmen vor.

Dafür müssen drei Bedingungen erfüllt sein:

  1. Die Arbeiten müssen pro Dach gesamthaft weniger als zwei Personenarbeitstage dauern. Nur dann darf Artikel 46 «Arbeiten von geringem Umfang» angewendet werden.
  2. Die Absturzhöhe vom Dach auf die Terrasse darf nicht mehr als 3 m betragen.
  3. Das horizontale Mass vom Dachrand bis zur Aussenkante der Terrasse muss mindestens 1.80 m betragen. Allfällige Absturzkanten an der Terrasse müssen mit einem dreiteiligen Seitenschutz gesichert werden.

Gräben, Schächte und Baugruben

Ja. Die Einschränkung gemäss Artikel 73 gilt nur für den Bau der Schächte. Der spätere Zugang zum Leitungskanal über die Leitern in den fertig erstellten Schächten ist davon nicht betroffen.

Leitern

Ja, unter der Voraussetzung, dass die Leitern bestimmungsgemäss eingesetzt werden.

Nein. Eine Podestleiter hat aufgrund ihres Gewichts Rollen zum Verschieben. Sie lässt sich von einer einzelnen Person nicht einfach so tragen.

Ja. Leichte Plattformleitern (max. 15 kg) sind zum Tragen durch eine Person konzipiert.