Forstwart arbeitet im Wald mit der Kettensäge.

Forst

  • In Schweizer Forstbetrieben kommt es jährlich zu rund 1750 Berufsunfällen, die schwersten Unfälle ereignen sich beim Fällen von Bäumen. Über 40 Unfälle endeten in den letzten 10 Jahren tödlich.
  • Jährlich erleidet fast jeder zweite Lernende eines Forstbetriebs einen Unfall.
  • Sorgen Sie für das Einhalten der lebenswichtigen Regeln. So verbessern Sie die Sicherheit und den Gesundheitsschutz in Ihrem Betrieb.
  • Sichere Arbeitsmittel, zusätzliche betriebs- und maschinenspezifische Sicherheitsregeln, der korrekte Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung und die konsequente Instruktion der Mitarbeitenden sind weitere Voraussetzungen, um Unfälle in Ihrem Betrieb zu vermeiden.

Unfallschwerpunkte und Gefahren

Verglichen mit der Gesamtheit aller Suva-versicherten Betriebe liegt das Fallrisiko in Forstbetrieben 
(Anzahl Berufsunfälle pro 1000 Vollbeschäftigte) deutlich über dem Durchschnitt.
Grafik Fallrisiko Unfälle Forst

Die Hauptgefahren bei forstlichen Tätigkeiten sind:

  • getroffen werden von Stämmen, Ästen, Steinen
  • abstürzen von Bäumen, im steilen Gelände
  • ausgleiten, stolpern, stürzen, abrutschen
  • eingeklemmt und gequetscht werden
  • sich überlasten durch Heben oder Tragen von Lasten, ungünstige Körperhaltung und -bewegung.

Auf dieser Seite erfahren Sie, was Sie beachten müssen, um trotz dieser Gefahren die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei Forstarbeiten zu gewährleisten.

Kampagne Risikoverhalten Forst

Die Kampagne «Risikoverhalten Forst» will drei Ziele erreichen:

  • die Schwere der Berufsunfälle in den Forstbetrieben wesentlich vermindern und deren Häufigkeit um 25 Prozent senken
  • die Zahl der Unfälle bei der Holzernte halbieren
  • dafür sorgen, dass Lernende nicht häufiger verunfallen als ihre älteren Kollegen

Die Suva hat die zehn lebenswichtigen Regeln für die Waldarbeit in enger Zusammenarbeit mit den Verbänden «WaldSchweiz», «Forstunternehmer Schweiz», «Schweizer Forstpersonal» und weiteren Arbeitnehmenden erarbeitet. Die zentrale Botschaft lautet: «Wenn Gefahr für Leben und Gesundheit droht, sage ich STOPP». Als Arbeitgeber und Vorgesetzte sind Sie für die Arbeitssicherheit verantwortlich. Sorgen Sie deshalb dafür, dass allen Arbeitnehmenden Ihres Betriebs die lebenswichtigen Regeln instruiert werden. Und kontrollieren Sie regelmässig, ob die Regeln eingehalten werden.

Motorsäge- und Holzerntearbeiten sind gefährlich! Die Kampagne «Arbeitssicherheit im Privatwald» will Motorsäge- und Holzerntearbeiten für Personen ohne entsprechende Aus- und Weiterbildung sicherer machen. Wählen Sie den passenden Kurs, damit Sie diese Arbeiten in Zukunft sicherer ausführen.

Diese weiteren Themen sind für Forstbetriebe wichtig:

Mit weniger Risiko auf Baustellen arbeiten:

Sichere Baustelle

Das Wichtigste für eine sichere Transportbranche:

Transport und Verkehr

Attraktive, erlebnisorientierte Angebote zur Sensibilisierung Ihrer Mitarbeitenden:

Präventionsmodule

Ausbildungsunterlagen, Videos und Hintergrundinformationen für eine unfallfreie Berufslehre:

Sichere Lehrzeit

Gesetzliche Grundlagen

Die Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV ) enthält die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Richtlinien
Die EKAS-Richtlinie Waldarbeit regelt das sichere Arbeiten bei forstlichen Tätigkeiten.

Die EKAS-Richtlinie Arbeitsmittel regelt das Einsetzen,Verwenden und Instandhalten von Arbeitsmitteln.

Forstarbeiter entfernt sich vom fallenden Baum zu seinem Rückzugsort.

Handeln

Schaffen Sie mehr Sicherheit mit den lebenswichtigen Regeln

Die lebenswichtigen Regeln der Suva helfen Ihnen als Arbeitgeber oder Vorgesetzte, mehr Sicherheit im Betrieb zu schaffen:

  • Stellen Sie fest, welche lebenswichtigen Regeln für Ihren Betrieb relevant sind.
  • Instruieren Sie die lebenswichtigen Regeln Ihren Mitarbeitenden regelmässig.
  • Legitimieren Sie Ihre Mitarbeitenden, STOPP zu sagen, wenn eine lebenswichtige Regel verletzt wird.

Für Arbeitnehmende gilt:

  • Informieren Sie sich über die lebenswichtigen Regeln. Sagen Sie STOPP, wenn lebenswichtige Regeln verletzt werden.

Der Rückzugsort – meine Lebensversicherung

Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeitenden mit diesem berührenden Kurzfilm für das Thema Rückzugsort beim Fällen eines Baumes. Er macht eindringlich auf die Bedeutung der lebenswichtigen Regeln für die Waldarbeit aufmerksam und auf das rote Tuch  – ein praktisches Hilfsmittel für das Markieren des Rückzugorts.

Treten Sie der Sicherheits-Charta bei

Die Unterzeichner der Sicherheits-Charta setzen sich dafür ein, dass an den Arbeitsplätzen die Sicherheitsregeln eingehalten werden. Ziel ist, Leben und Gesundheit aller Beteiligten zu bewahren. Arbeiten darf nicht lebensgefährlich sein!

Hier geht’s zur Sicherheits-Charta .

Ist Ihr Sicherheitssystem aktuell?

Ein betriebliches Sicherheitssystem unterstützt Arbeitgeber und Vorgesetzte dabei, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz im Unternehmen laufend zu verbessern.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen systematisch verbessern:

Sicherheitssystem (ASA)
Branchenlösung Forst
Eine Branchenlösung stellt Ihnen ein branchenspezifisches Sicherheitssystem zur Verfügung. Die Trägerverbände der Branchenlösungen bieten Schulungen und weitere Dienstleistungen an.

Für Forstbetriebe gibt es die Branchenlösung «Forst» , die von der Eidgenössischen Koordinationsstelle für Arbeitssicherheit (EKAS) zertifiziert ist.

Kennen Sie die Gefahren in Ihrem Betrieb?

Voraussetzung für eine wirksame Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten ist die systematische Ermittlung der Gefahren im Betrieb.

Gefahren im Kleinbetrieb ermitteln:

Gefahrenermittlung für KMU
Hilfsmittel für die Gefahrenermittlung in Forstbetrieben

Hier finden Sie die wichtigsten Publikationen für die Gefahrenermittlung und Massnahmenplanung in Forstbetrieben. Sie können die Publikationen direkt herunterladen oder bestellen.

Sichere Arbeitsmittel sind neben instruierten und sachkundigen Mitarbeitenden die Grundvoraussetzung für sicheres Arbeiten.
Mit dem Beschaffen sicherer Arbeitsmittel, mit einer fachgerechten Instandhaltung und mit regelmässigen Kontrollen sorgen Sie dafür, dass unfallfrei gearbeitet werden kann.

Worauf beim Kauf von Arbeitsmitteln zu achten ist, erfahren Sie in der Informationsschrift Arbeitsmittel. Sicherheit beginnt beim Kauf  .

Checklisten für sichere Arbeitsmittel

Prüfen Sie mit den entsprechenden

Checklisten 

ob die Sicherheit von Arbeitsmitteln gewährleistet ist.

Manipulieren von Schutzeinrichtungen

Noch immer werden auch in Forstbetrieben Schutzeinrichtungen unwirksam gemacht. Mitarbeitende und Vorgesetzte gehen dabei ein grosses Risiko ein. Kommt es zu einem Unfall, drohen gravierende oder gar tödliche Verletzungen.

Alles was Sie über das Thema Manipulieren von Schutzeinrichtungen  wissen müssen.

Weitere Informationen zur Maschinensicherheit

Weitere wichtige Informationen für sichere Maschinen finden Sie auf den folgenden Seiten:

Keine sichere Arbeit ohne sichere Maschinen:

Maschinensicherheit und Maschinensteuerung

Instandhaltung sorgfältig planen, nicht improvisieren, auf besondere Gefahren achten:

Instandhaltung

Forstarbeiten mit besonderen Gefahren erfordern eine entsprechende Ausbildung. Stellen Sie als Arbeitgeber sicher, dass Ihre Mitarbeitenden folgende Tätigkeiten nur dann ausüben, wenn sie dafür ausgebildet sind:

  • Arbeiten mit der Kettensäge (Motorsäge)  
  • Fällen von Bäumen
  • Zu-Boden-Bringen von hängengebliebenen Bäumen
  • Aufrüsten von Bäumen
  • Arbeiten von Windfallholz
  • Holzbringung
  • Aufbau, Abbau und Betrieb von Seilkrananlagen
  • Arbeiten mit Seilsicherung 
  • Informationen zur Ausbildung von Staplerfahrern 

Damit beim Arbeiten mit Seilkrananlagen die Arbeitssicherheit gewährleistet ist, müssen Planung, Montage, Betrieb, Demontage und Instandhaltung der Seilkrananlage fachgerecht erfolgen. Nur wenn alle an den Arbeiten Beteiligten ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten kennen und umsetzen, können die gestellten Anforderungen erfüllt und die Arbeiten sicher ausgeführt werden.

Weiterführende Informationen und Hilfsmittel:
Richtlinie für den Betrieb von Seilkranen und Seilbahnen für Materialtransporte 

Der Transport von Personen mit Kranen, die vom Hersteller nicht ausdrücklich dafür vorgesehen sind, ist verboten. Die Suva kann auf schriftlichen Antrag des Arbeitgebers im Einzelfall eine Ausnahmebewilligung erteilen.

Antrag auf eine Bewilligung für den Personentransport mit Kranen  

Das Arbeiten in vom Sturm zerstörten Wäldern mit umgeworfenen, entwurzelten, abgebrochenen, geknickten und hängen gebliebenen Bäumen oder Baumteilen ist mit komplexen Gefahren verbunden. Um dabei die Sicherheit zu gewährleisten, sind eine fachgerechte Planung und Ausführung notwendig.

 

Sturmholz sicher aufrüsten 

Können Unfall- und Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz durch technische oder organisatorische Massnahmen nicht vollständig ausgeschlossen werden, müssen sich die Mitarbeitenden mit Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) schützen. Der Arbeitgeber trägt die Kosten für die notwendige Schutzausrüstung.
Achten Sie bei der Forstarbeit insbesondere auf folgende Punkte:
Kopfschutz
Wenn bei Arbeiten die Gefahr von Kopfverletzungen besteht, z. B. durch herunterfallende, schlagende oder umhergeschleuderte Gegenstände oder durch Anprallen beim Arbeiten mit Seilsicherung, ist ein signalfarbener Schutzhelm zu tragen.

Industrieschutzhelme und Bergsteigerhelme erfüllen die Anforderungen an einen Kopfschutz für Forstarbeiten.

Die Helmschale hat mehrheitlich einer orangen oder roten Signalfarbe zu entsprechen. Eine zweite Signalfarbe ist zulässig, wenn diese gelben, orangen oder roten Farbtönen entspricht.

Bei Arbeiten, bei denen der Helm herunterfallen kann, ist ein Kinnriemen zu tragen. Dies ist beispielsweise der Fall bei Arbeiten mit Seilsicherung oder bei Arbeiten im Bereich von Helikoptern.
Gehörschutz
Bei Arbeiten mit gehörgefährdendem Lärm sind geeignete Gehörschutzmittel zu tragen. Angaben zur Lärmbelastung von Ihren Arbeitsmitteln finden Sie in deren Betriebsanleitungen.

Im Gehörschutz eingebaute Lautsprecher dürfen bei Forstarbeiten mit besonderen Gefahren nur zur Übertragung der für die Arbeit relevanten Kommunikation eingesetzt werden.
Gesichtsschutz, Augenschutz
Bei Arbeiten mit Gefahr von Gesichts- oder Augenverletzungen ist ein geeigneter Gesichts- oder Augenschutz zu tragen.
Handschutz
Wenn eine Unfallgefahr oder eine andere Gesundheitsgefährdung für die Hände besteht, ist ein geeigneter Handschutz zu tragen.
Arbeitskleidung
Bei Arbeiten, bei denen sich die Beteiligten gegenseitig gefährden können, ist eine gut sichtbare Oberbekleidung zu tragen. Für gute Sichtbarkeit ist mindestens ein Drittel der Fläche auf Vorder- und Rückseite und die Oberarme in den Signalfarben orange, gelb oder rot erforderlich. Die Signalfarben befinden sich im schulternahen Bereich der Kleidung.

Personen, die auf oder an öffentlichen Strassen arbeiten, müssen die für diesen Einsatzzweck vorgeschriebenen Warnkleider tragen.
Schutz gegen Schnittverletzungen
Bei Arbeiten mit handgeführten Kettensägen ist ein Schnittschutz für Beine zu tragen. In Arbeitssituationen, in denen eine erhöhte Schnittgefahr für weitere Körperteile besteht, sind Schutzkleider wie Schnittschutzjacke, Arm- und Handrückenschutz zu tragen.
Fussschutz

Für Forstarbeiten ist festes Schuhwerk mit stark profilierter Sohle und hohem Schaft zu tragen. Arbeitsstiefel benötigen Schutzkappen und einen Schnittschutz.

Sicherung gegen Absturz

An Arbeitsplätzen, an denen Absturzgefahr besteht und keine kollektiven Schutzmassnahmen (Z.B. Geländer oder Auffangnetz) oder technische Hilfsmittel möglich sind, haben sich arbeitende Personen mit einer Seilsicherung zu schützen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Alles zum Thema PSA:

Persönliche Schutzausrüstung

Schwere Unfälle verursachen grosses Leid und enorme Kosten. Deshalb ist es wichtig, dass wir daraus die richtigen Lehren ziehen und uns fragen:

  • Wie kam es zum Unfall?
  • Mit welchen Massnahmen können gleiche oder ähnliche Ereignisse systematisch vermieden werden?

Zu mehreren Unfällen, die sich tatsächlich ereignet haben, finden Sie Antworten auf diese Fragen in unseren Unfallbeispielen. Sie können diese beispielsweise verwenden, um eine Sicherheitsschulung interessant und praxisnah zu gestalten.

Motorsägeführer arbeiten mit Schutzausrüstung.

Material

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