13041_0_Cover_01.ai

Unfall: 21-Meter-Sturz in Schacht

Bei der Arbeit in einem Rohbau stürzt ein Hilfsarbeiter in einen Schacht und stürzt 21 Meter in die Tiefe. Das Fallbeispiel zeigt auf, welche Folgen das Fehlen von Sicherungsmassnahmen haben kann. Verwenden Sie es, um Ihre Fachkräfte für die Bedeutung der lebenswichtigen Regeln zu sensibilisieren.

Inhalt

      Kurz und bündig

      Ein Hilfsarbeiter führt Spritzarbeiten an einer Betondecke aus. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Wandöffnung zu einem Installationsschacht. Die Bretter zur Sicherung der Öffnung sind aus arbeitstechnischen Gründen entfernt worden. Der Hilfsarbeiter gerät in den Schacht, stürzt 21 Meter in die Tiefe und durchbricht dabei mehrere Brandschutzschotten.

      Mehrere Ursachen haben zu diesem Unfall beigetragen:

      • Die Sicherung der Wandöffnung wird entfernt, ohne für Ersatz zu sorgen.
      • Der Hilfsarbeiter arbeitet ungesichert in der Nähe der Wandöffnung.
      • Die Brandschutzplatten im Schacht sind nicht durchbruchsicher.

      Bestimmen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitenden, welche der «Neun lebenswichtigen Regeln für Maler und Gipser» hier nicht eingehalten wurden.

      Was ist passiert?

      In einem Rohbau führt Ernesto C. Spitzarbeiten an einer Betondecke durch. Er steht dabei auf einem Flächengerüst in der Nähe einer ungesicherten Wandöffnung: Die Bretter zur Sicherung der Wandöffnung sind entfernt worden, damit der Wandverputz bis an die Kanten der Wandöffnung aufgetragen werden kann. Hinter der Wandöffnung befindet sich ein Installationsschacht.

      Aus unbekannten Gründen begibt sich Ernesto C. in den Schacht und tritt auf eine Brandabschottung. Diese ist jedoch nicht durchbruchsicher: Ernesto C. stürzt 21 Meter in die Tiefe und durchbricht dabei eine weitere Brandabschottung. Er überlebt den Sturz mit schweren Verletzungen. Nach mehreren Operationen erholt er sich teilweise von den schweren Folgen des Unfalls. Er bleibt jedoch für den Rest seines Lebens schwer behindert und ist auf Hilfe angewiesen.

      Lebenswichtige Regeln für Maler und Gipser

      Lebenswichtige Regeln für Maler und Gipser

      Mit ein paar einfachen Sicherheitsmassnahmen lassen sich viele Arbeitsunfälle vermeiden. Die lebenswichtigen Regeln (LWR) der Suva basieren auf Erfahrungen mit realen Unfällen.
      Zu den lebenswichtigen Regeln für Maler und Gipser

      Analyse der Fehlerkette

      Wenn Sie den Fall Ernesto C. zusammen mit Ihren Fachkräften genauer anschauen, wird klar, dass mehrere Ursachen für diesen Arbeitsunfall verantwortlich sind.

      Warum kommt es zum Unfall?

      Die Bretter, mit denen die Wandöffnung gegen Absturz gesichert wurde, werden vor Beginn der Gipserarbeiten entfernt. In dieser Situation hätten alle Beteiligten sofort STOPP sagen müssen.

      Arbeiter auf Flächengerüst führt Spritzarbeiten an der Decke durch. Zwei Bretter sind an die Wand gelehnt, im Hintergrund die offene Schachtöffnung.

      Ernesto C. führt Spritzarbeiten an der Decke durch. Die beiden Bretter an der Wand waren eigentlich zur Sicherung der Schachtöffnung im Hintergrund gedacht.

      Arbeiten neben ungesicherter Absturzstelle

      Ernesto C. arbeitet neben einer ungesicherten Absturzstelle. Warum er in den Schacht tritt, kann trotz Unfallabklärung nicht rekonstruiert werden.

      Querschnitt des Raums, in dem Ernesto C. arbeitet, sowie des Installationsschachtes. Im Schacht die beiden Brandschutzabschottungen.

      Ernesto C. arbeitet in unmittelbarer Nähe der ungesicherten Schachtöffnung. Für seine Arbeit an der Decke muss er sich etwas zurücklehnen. Warum er in den Schacht tritt, kann trotz Unfallabklärung nicht rekonstruiert werden.

      Brandabschottungen nicht durchbruchsicher

      Im Schacht sind an zwei Stellen Brandabschottungen eingebaut. Diese sind jedoch nicht permanent durchbruchsicher gestaltet, was zum Beispiel mit Gitterrosten, Metallstäben oder Riffelblechen möglich gewesen wäre. So kann der Eindruck entstehen, dass sich im Schacht ein tragfähiger Zwischenboden befindet. Dass es sich um eine lebensgefährliche Falle handelt, ist nicht erkennbar: Es ist kein Warnsymbol angebracht.

      Derselbe Gebäudequerschnitt, diesmal sind die Brandabschottungen durch Metallgitter gegen Absturz gesichert. Zudem warnt nun ein Verbotsschild vor dem Betreten.

      Wären die Brandabschottungen durch Metallgitter verstärkt worden, hätten sie den Sturz von Ernesto C. verhindert. Ein Verbotsschild hätte ihn zudem vielleicht davon abgehalten, den Schacht zu betreten.

      Präsentation zum Unfallbeispiel

      13041_0_Cover_01.ai

      21-Meter-Sturz in Schacht: Unfallbeispiel zur Mitarbeiterschulung

      PDF, 919.06 KB

      Rechtliche Grundlagen

      Verschiedene Verordnungen regeln die relevanten Punkte dieses Falles – insbesondere den Umgang mit Bodenöffnungen und nicht durchbruchsicheren Flächen.

      Downloads und Bestellungen

      Finden Sie diese Seite hilfreich?

      Das könnte Sie auch interessieren