Hitzschlag oder Hitzekrämpfe: Erkennen Sie den Unterschied
Wenn die Temperaturen steigen, steigt das Risiko: Hitzschlag und Hitzekrämpfe treffen uns oft unerwartet. Ein Hitzschlag kann lebensbedrohlich sein. Lesen Sie hier, wie Sie Hitzschlag und Hitzekrämpfe unterscheiden, wie Sie richtig Erste Hilfe leisten und sich und andere wirksam vor Hitze schützen.
Inhalt
Kurz und bündig
Schützen Sie sich bei extremer Hitze und beugen Sie Hitzschlag und Hitzekrämpfen vor:
- Trinken Sie regelmässig Wasser.
- Tragen Sie helle, luftige Kleidung.
- Meiden Sie Sonne und suchen Sie Schatten.
- Gewöhnen Sie sich schrittweise an hohe Temperaturen.
- Reduzieren Sie körperliche Anstrengung bei grosser Hitze.
- Gleichen Sie bei starkem Schwitzen gezielt Elektrolyte aus.
- Achten Sie auf die Warnzeichen von Hitzschlag und Hitzekrämpfen.
Erfahren Sie mehr über die Symptome eines Hitzschlags.
Was ist ein Hitzschlag?
Ein Hitzschlag ist die schwerste Form hitzebedingter Erkrankungen. Er entsteht, wenn der Körper seine Temperatur nicht mehr regulieren kann und die Körperkerntemperatur über 40 °C steigt. Die Wärmeregulierung versagt, und es kann zu schweren Funktionsstörungen des Gehirns und anderer Organe kommen. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall.
Symptome bei Hitzschlag:
- sehr hohe Körpertemperatur (>40 °C)
- heisse, gerötete Haut, evtl. trocken (Schwitzen kann fehlen)
- Verwirrtheit, Desorientierung, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit
- schnelle Atmung und schneller Herzschlag
- Übelkeit und/oder Erbrechen, Kopfschmerzen
- bei schwerem Verlauf Delirium oder Koma
Wichtiger Hinweis:
Die Symptome eines Hitzschlags sind lebensbedrohlich und können sich rasant verschlimmern. Vermuten Sie bei einer Person einen Hitzschlag, wählen Sie sofort den Notruf 144.
Hitzschlag: Wie Sie im Ernstfall richtig handeln
Bei einem Hitzschlag zählt jede Minute. Ohne rasche Kühlung drohen Organversagen und Tod. So handeln Sie im Ernstfall richtig:
- Rufen Sie sofort den Notruf 144 (Schweiz).
- Bringen Sie die Person in den Schatten oder an einen kühlen Ort.
- Legen Sie sie flach hin, Kopf und Oberkörper leicht erhöht.
- Ist sie bewusstlos, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.
- Lockern Sie die Kleidung, kühlen Sie den Körper mit feuchten, kühlen Tüchern oder einer Kältekompresse. Achtung: Legen Sie Eis nie direkt auf die Haut.
- Schaffen Sie, wenn möglich, eine kühle Umgebung (Schatten, klimatisierter Raum).
- Kontrollieren Sie bis zum Eintreffen der Ersten Hilfe Bewusstsein, Atmung und Puls.
Was sind Hitzekrämpfe?
Hitzekrämpfe (heat cramps) sind kurze schmerzhafte Muskelkrämpfe, die bei starker körperlicher Anstrengung in heisser Umgebung auftreten. Ursache ist der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten (Salzen) durch starkes Schwitzen. Sie gelten als leichte Form der hitzebedingten Erkrankungen und können auch ein frühes Zeichen von Hitzeerschöpfung sein.
Symptome von Hitzekrämpfen
Typische Anzeichen von Hitzekrämpfen sind:
- Schmerzen durch Muskelkrämpfe, vor allem in Waden, Armen, Bauch oder Rücken
- Muskelverhärtungen oder Spasmen
- häufig begleitet von Schwitzen, Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit – ähnlich wie bei Hitzeerschöpfung und Sonnenstich
Wichtiger Unterschied zum Hitzschlag:
Bei einem Hitzekrampf ist die Körpertemperatur, anders als beim lebensbedrohlichen Hitzschlag, meist nicht extrem erhöht.
Hitzekrämpfe: Was schnell hilft
Hitzekrämpfe gelten als leichte hitzebedingte Erkrankung. Folgende Massnahmen lindern schnell Ihre Beschwerden:
- Machen Sie Pause und suchen Sie Schatten oder einen kühlen Ort auf.
- Trinken Sie Wasser oder elektrolythaltige Getränke (z. B. Sportgetränke)
- Dehnen Sie die verkrampften Muskeln vorsichtig und massieren Sie sie sanft.
- Verzichten Sie in den nächsten Stunden auf körperliche Anstrengungen.
- Holen Sie sich ärztlichen Rat, wenn die Krämpfe länger als eine Stunde anhalten oder Vorerkrankungen bestehen.
Hitzschlag und Hitzekrämpfen vorbeugen
Schützen Sie sich frühzeitig vor Hitze, damit es nicht soweit kommt. Diese Massnahmen helfen:
- Trinken Sie regelmässig Wasser, ungesüssten Tee oder verdünnte Fruchtsäfte.
- Tragen Sie leichte, luftige Kleidung und einen Sonnenhut.
- Meiden Sie Mittagssonne und suchen Sie Schatten.
- Gewöhnen Sie sich schrittweise an hohe Temperaturen.
- Reduzieren Sie Sport, schwere körperliche Arbeit und lange Aufenthalte in heisser Umgebung.
- Gleichen Sie bei starkem Schwitzen Elektrolyte und Salze aus, z. B. mit isotonischen Getränken.