Schimmel entfernen

Schimmel entfernen und dauerhaft vorbeugen

Schimmel in den eigenen vier Wänden ist mehr als ein optisches Problem: Er belastet deine Gesundheit und greift die Bausubstanz an. Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Allergien sind nur einige der möglichen Folgen. Umso wichtiger ist es, dass du Schimmel schnell entfernst und ihn langfristig vermeidest.

Murielle Müller
20.01.2026
ca. 5 min

Inhalt

Kurz und bündig

Schimmel entsteht durch Feuchtigkeit und mangelnde Luftzirkulation. Entferne ihn und beuge vor, damit du gesund bleibst.

Schimmel entfernen

  • Kleine Stellen kannst du mit Alkohol oder speziellen Mitteln selbst entfernen.
  • Bei grossflächigem Befall brauchst du Profis. Halte hierzu vorgängig immer Rücksprache mit der Hausverwaltung, deinem Vermieter oder deiner Vermieterin.

Schimmel vorbeugen

  • Lüfte mehrmals täglich gründlich.
  • Heize richtig.
  • Kontrolliere die Luftfeuchtigkeit.
  • Stell deine Möbel nie direkt an Aussenwände, sondern halte mindestens zehn Zentimeter Abstand zur Wand. Damit verbesserst du die Luftzirkulation. 

Anzeichen für Schimmelbefall

Schimmelpilze machen sich in Wohnungen und Häusern oft zuerst durch kleine, unscheinbare Veränderungen bemerkbar. Achte darauf: Typische Anzeichen für Schimmelbefall sind dunkle oder verfärbte Flecken an Wänden, Decken und auf Möbeln.

Schimmel erkennen

Schimmel-Flecken können schwarz, grünlich, gelblich oder sogar rötlich erscheinen. Sie treten besonders häufig in feuchten Räumen wie Bädern, Küchen oder schlecht belüfteten Kellerräumen auf. Auch hinter Möbeln, die zu nahe an Aussenwänden stehen, kann sich unbemerkt Schimmel bilden.

Kann man Schimmel riechen?

Ja. Ein weiteres Warnsignal, das Schimmel vorhanden sein könnte ist ein muffiger, modriger Geruch, der sich in den betroffenen Räumen ausbreitet. Dieser Geruch entsteht durch Schimmelpilz-Sporen, die sich in der Raumluft verteilen und die Luftqualität sowie deine Gesundheit beeinträchtigen. Besonders empfindliche Menschen, Kinder und Allergikerinnen oder Allergiker reagieren häufig mit Symptomen wie Husten, gereizten Atemwegen, Kopfschmerzen und Hautirritationen – selbst wenn der Schimmelbefall noch nicht sichtbar ist.

Weitere Hinweise die auf Schimmel hindeuten können

Auch dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit, beschlagene Fenster und feuchte Stellen an Wänden und Decken sind Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Schimmelbildung. In solchen Fällen solltest du die Ursache, wie etwa undichte Wasserleitungen, mangelnde Wärmedämmung oder unzureichendes Lüften und Heizen, schnellstmöglich finden und beheben.

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Mittel gegen Schimmel

  • Alkohol (mind. 70 %) oder Isopropanol: Hausmittel bieten eine natürliche und kostengünstige Alternative zu chemischen Schimmelentfernern. Achte auch beim Anwenden von Hausmitteln auf ausreichende Belüftung und schütze dich.
  • Wasserstoffperoxid: bleicht dunkle Flecken zusätzlich aus.
  • spezielle Schimmelentferner aus dem Handel: meist chlorhaltig, wirken schnell, riechen aber stark und enthalten häufig Biozide.

Tipp: Essig wird oft genannt, ist aber auf mineralischen Untergründen (z. B. Putz, Beton) nicht empfehlenswert. Er kann den Schimmel sogar fördern.

Merkblatt: Schimmelpilz-Sanierung und MitarbeiterschutzMerkblatt: Schimmelpilz-Sanierung und Mitarbeiterschutz

Merkblatt: Schimmelpilz-Sanierung und Mitarbeiterschutz

Wer bei einer Schimmelpilzbeseitigung ohne besondere Schutzmassnahmen arbeitet, riskiert seine Gesundheit. Unsere Information zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Mitarbeitenden schützen.
Mai 2009, 44081.D

Wie du Schimmel entfernst

Kleinere Schimmelflecken (bis etwa einen halben Quadratmeter) kannst du meist selbst beseitigen. Wichtig sind dabei Sicherheitsmassnahmen. Trage beim Schimmelentfernen immer einen geeigneten Atemschutz, um dich vor Schimmelpilz-Sporen zu schützen. Achte darauf, dass der betroffene Raum gut durchlüftet ist (geöffnete Fenster und geschlossene Türen).

So gehst du vor

  1. Behandle die befallene Stelle grosszügig mit dem Mittel. Trage dabei unbedingt eine Schutzbrille, Atemschutz sowie Handschuhe, um dich vor Schimmelpilz-Sporen und Chemikalien zu schützen.
  2. Nach Einwirkzeit kannst du den Schimmel abwischen oder abbürsten.
  3. Reinige die gesamte Oberfläche gründlich und lasse sie vollständig trocknen.
  4. Materialien, die stark durchsetzt sind (z. B. Tapeten, Silikonfugen), musst du komplett erneuern.

Alles, was mit Schimmel in Kontakt gekommen ist, solltest du sorgfältig reinigen oder entsorgen, damit du Gerüche vermeidest.

Wichtig

Bei grösseren Flächen oder tiefem Befall (z. B. in der Dämmung) immer Fachleute einschalten.

Schimmel vorbeugen: die besten Tipps

Damit Schimmel erst gar nicht entsteht, helfen einfache Alltagsroutinen:

  • Richtig lüften: mehrmals täglich stosslüften, 5–10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster
  • Richtig heizen: Räume nicht auskühlen lassen, ideal sind 19–21 °C
  • Möbel richtig stellen: nicht direkt an kalte Aussenwände, damit Luft zirkulieren kann
  • Feuchtigkeit im Blick behalten: Luftfeuchtigkeit mit Hygrometer kontrollieren (ideal: 40–60 %).
  • Wäsche nicht drinnen trocknen oder nur mit guter Belüftung.
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Wie du dich beim Schimmelentfernen schützt

  • Atemschutzmaske  (mind. FFP2, besser FFP3): verhindert das Einatmen von Schimmelpilz-Sporen. Ein Atemschutz ist beim Umgang mit Schimmel unerlässlich, damit du keine Schimmelpilz-Sporen aufnimmst.
  • Einweghandschuhe schützen deine Haut vor Kontakt mit Schimmel und Reinigungsmitteln.
  • Schutzbrille  beugt Augenreizungen durch Sporen oder Spritzer vor.
  • Kleidung mit langen Ärmeln: am besten Sachen, die du anschliessend direkt bei 60 °C waschen kannst. Beachte, dass die meisten Schimmelvernichtungsmittel starke Flecken verursachen können.

Gerade Kinder, ältere Menschen sowie Allergiker und Allergikerinnen reagieren empfindlich auf Schimmelpilz-Sporen. Schon kleine Mengen können die Atemwege reizen. Deshalb gilt: Handle frühzeitig und beuge konsequent vor.

Warum Schimmel entsteht

Schimmel braucht vor allem zwei Dinge: Feuchtigkeit und Nährboden. Beides findet er in vielen Wohnungen. Häufige Ursachen sind:

  • hohe Luftfeuchtigkeit: Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen im Haushalt – insbesondere in Wohn- und Innenräumen – kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen.
  • Wärmebrücken: An schlecht isolierten Fenstern oder Aussenwänden kann sich Kondenswasser bilden. Dies kann zu Feuchtigkeit an kalten Wandoberflächen und Fenstern führen.
  • undichte Stellen: Dringt durch beschädigte Dächer, Wasserleitungen oder Mauerwerksrisse Feuchtigkeit ein, kann dies Schimmel fördern.
  • ungenügendes Lüften und Heizen: Ein regelmässiger Luftwechsel in Wohn- und Innenräumen ist wichtig und beugt Schimmelwachstum vor.

Keller, Bäder und Badezimmer sind für Schimmelbildung besonders anfällig, weil hier oft eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. In Neubauten und Gebäuden mit schlechter Lüftung oder unzureichender Trocknung nach dem Bau ist das Risiko für Schimmelwachstum besonders hoch. 

Wenn du Schimmel entdeckst, entferne die Flecken und kläre die Ursache. Sonst ist er schnell wieder da.

Fazit: Entferne Schimmel, aber sicher

Schimmel ist ein ernstzunehmendes Problem für deine Gesundheit und für deine Wohnung. Wenn du die Ursachen kennst, kleinere Flecken richtig entfernst und konsequent vorbeugst, schützt du dich dauerhaft. Bei grösseren Schäden holst du am besten Profis. Halte hierzu vorgängig immer Rücksprache mit der Hausverwaltung, deinem Vermieter oder deiner Vermieterin.

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