Sommerzeit: Schadet die Zeitumstellung unserer Gesundheit?
Wer hat an der Uhr gedreht ...? Genau diese Frage stellen wir uns jedes Jahr aufs Neue. Kaum haben wir uns an die neue Zeit gewöhnt, wird sie wieder umgestellt. Was die kleine Drehung am Uhrzeiger für unseren Körper und unsere Gesundheit bedeutet, erfahren Sie hier.
Inhalt
Kurz und bündig
Jedes Jahr stellen wir von Sommerzeit auf Winterzeit und umgekehrt.
- Ende März stellen wir die Uhr von Winterzeit auf Sommerzeit vor und verlieren eine Stunde Schlaf.
- Ende Oktober geht's zurück von Sommerzeit auf Winterzeit und wir gewinnen eine Stunde.
Die Zeitumstellung geht auf die Idee zurück, Tageslicht am Abend besser zu nutzen. Doch ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit werden zunehmend kritisch diskutiert.
Zeitumstellung: Mini-Jetlag inklusive
1981 hat die Schweiz die Zeitumstellung eingeführt. Seither stellt der Wechsel von Sommer- auf Winterzeit unseren Rhythmus auf den Kopf. Besonders die Umstellung auf Sommerzeit im Frühjahr fühlt sich wie ein kleiner Jetlag an.
Unser Körper folgt der inneren Uhr (zirkadianer Rhythmus), gesteuert von:
- Licht und Dunkelheit
- festen Schlafzeiten
- Alter
- genetische Veranlagung
Wenn wir die Uhr plötzlich eine Stunde vorstellen, gerät dieses System durcheinander. Das kann bedeuten:
- Wir schlafen schlechter.
- Morgens fühlen wir uns wie «gerädert».
- Tagsüber sind wir weniger konzentriert.
Schon eine Stunde Schlafverlust beeinflusst unsere Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Stresshormone. Besonders betroffen sind Frühaufsteherinnen und -aufsteher, Kinder, ältere Menschen und Personen mit Schlafstörungen.
Wann ist Zeitumstellung?
- Frühling: letzter März-Sonntag → Uhren eine Stunde vor (02:00 Uhr → 03:00 Uhr) → eine Stunde Schlaf verloren
- Herbst: letzter Oktober-Sonntag → Uhren eine Stunde zurück (03:00 Uhr → 02:00 Uhr) → eine Stunde Schlaf gewonnen
Merksatz
«Im Frühjahr stelle ich die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst zurück in den Schuppen.»
Die Sommerzeit geht auf die Idee zurück, Tageslicht am Abend besser zu nutzen. Ob das wirklich Energie spart, ist heute umstritten. Klar ist: Unser Schlafrhythmus wird bei jeder Zeitumstellung durcheinandergebracht.
Unfallrisiko steigt nach der Zeitumstellung
Nach der Sommerzeitumstellung im März verzeichnen Schweizer Notaufnahmen mehr Notfälle. Das zeigt die Studie «Auswirkungen der Zeitumstellung auf den Spitalbetrieb
- In der Schweiz gibt es bis zu 6,5 % mehr Spitaleinlieferungen.
- Herz-Kreislaufprobleme, Tagesmüdigkeit und verringerte Aufmerksamkeit erhöhen die Unfallgefahr zu Hause und am Arbeitsplatz.
8 Tipps, um die Zeitumstellung zu meistern
Fazit
Die Zeitumstellung auf Sommerzeit bringt:
- weniger Schlaf
- Müdigkeit und Konzentrationsprobleme
- vorübergehende Beeinträchtigung der inneren Uhr
- leicht erhöhtes Unfallrisiko
Dem gegenüber stehen vor allem:
- mehr Freizeit bei Tageslicht
- koordinierte Zeitregelung in Europa
Auch wenn Langzeitstudien nicht immer eindeutige negative Effekte zeigen, empfinden wir die erste Woche nach der Umstellung oft herausfordernd. Die Beobachtungen tragen zur Diskussion bei, ob die halbjährliche Zeitumstellung abgeschafft werden sollte.