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Sommerzeit: Schadet die Zeitumstellung unserer Gesundheit?

Wer hat an der Uhr gedreht ...? Genau diese Frage stellen wir uns jedes Jahr aufs Neue. Kaum haben wir uns an die neue Zeit gewöhnt, wird sie wieder umgestellt. Was die kleine Drehung am Uhrzeiger für unseren Körper und unsere Gesundheit bedeutet, erfahren Sie hier.

Murielle Müller
23.03.2026
ca. 4 min

Inhalt

Kurz und bündig

Jedes Jahr stellen wir von Sommerzeit auf Winterzeit und umgekehrt. 

  • Ende März stellen wir die Uhr von Winterzeit auf Sommerzeit vor und verlieren eine Stunde Schlaf.
  • Ende Oktober geht's zurück von Sommerzeit auf Winterzeit und wir gewinnen eine Stunde.

Die Zeitumstellung geht auf die Idee zurück, Tageslicht am Abend besser zu nutzen. Doch ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit werden zunehmend kritisch diskutiert.

Zeitumstellung: Mini-Jetlag inklusive

1981 hat die Schweiz die Zeitumstellung eingeführt. Seither stellt der Wechsel von Sommer- auf Winterzeit unseren Rhythmus auf den Kopf. Besonders die Umstellung auf Sommerzeit im Frühjahr fühlt sich wie ein kleiner Jetlag an. 

Unser Körper folgt der inneren Uhr (zirkadianer Rhythmus), gesteuert von:

  • Licht und Dunkelheit
  • festen Schlafzeiten
  • Alter
  • genetische Veranlagung

Wenn wir die Uhr plötzlich eine Stunde vorstellen, gerät dieses System durcheinander. Das kann bedeuten:

  • Wir schlafen schlechter.
  • Morgens fühlen wir uns wie «gerädert».
  • Tagsüber sind wir weniger konzentriert. 

Schon eine Stunde Schlafverlust beeinflusst unsere Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Stresshormone. Besonders betroffen sind Frühaufsteherinnen und -aufsteher, Kinder, ältere Menschen und Personen mit Schlafstörungen.

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Wann ist Zeitumstellung?

  • Frühling: letzter März-Sonntag → Uhren eine Stunde vor (02:00 Uhr → 03:00 Uhr) → eine Stunde Schlaf verloren
  • Herbst: letzter Oktober-Sonntag → Uhren eine Stunde zurück (03:00 Uhr → 02:00 Uhr) → eine Stunde Schlaf gewonnen

Merksatz

«Im Frühjahr stelle ich die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst zurück in den Schuppen.»

Die Sommerzeit geht auf die Idee zurück, Tageslicht am Abend besser zu nutzen. Ob das wirklich Energie spart, ist heute umstritten. Klar ist: Unser Schlafrhythmus wird bei jeder Zeitumstellung durcheinandergebracht.

Unfallrisiko steigt nach der Zeitumstellung

Nach der Sommerzeitumstellung im März verzeichnen Schweizer Notaufnahmen mehr Notfälle. Das zeigt die Studie «Auswirkungen der Zeitumstellung auf den Spitalbetrieb » des Bundesamtes für Statistik (BfS): 

8 Tipps, um die Zeitumstellung zu meistern

  1. Passen Sie Ihren Schlaf schrittweise an: Gehen Sie 15 Minuten früher ins Bett und stehen Sie 15 Minuten früher auf.
  2. Nutzen Sie Tageslicht: Tanken Sie morgens viel Licht.
  3. Gehen Sie an die frische Luft: Spaziergänge stabilisieren Ihre innere Uhr.
  4. Essen Sie leicht und früh: Ziehen Sie Mahlzeiten vor und meiden Sie abends schweres Essen und Koffein.
  5. Erzwingen Sie keinen Schlaf: Entspannungstechniken helfen beim Einschlafen.
  6. Vermeiden Sie Mittagsschlaf: Machen Sie kurze Pausen statt längerer Nickerchen.
  7. Seien Sie vorsichtig: Meiden Sie Risiko-Tätigkeiten in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung.
  8. Reduzieren Sie Termine: Lassen Sie es anfangs ruhig angehen und planen Sie flexible Zeiten ein.
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1947 gab es in der Schweiz eine «doppelte» Sommerzeit: Die Uhr wurde insgesamt um zwei Stunden vorgestellt, um das Tageslicht möglichst lange zu nutzen. Bereits sieben Wochen später, am 29. Juni, wurde sie wieder auf die normale (einfache) Sommerzeit umgestellt.

Fazit

Die Zeitumstellung auf Sommerzeit bringt:

  • weniger Schlaf
  • Müdigkeit und Konzentrationsprobleme
  • vorübergehende Beeinträchtigung der inneren Uhr
  • leicht erhöhtes Unfallrisiko

Dem gegenüber stehen vor allem:

  • mehr Freizeit bei Tageslicht
  • koordinierte Zeitregelung in Europa

Auch wenn Langzeitstudien nicht immer eindeutige negative Effekte zeigen, empfinden wir die erste Woche nach der Umstellung oft herausfordernd. Die Beobachtungen tragen zur Diskussion bei, ob die halbjährliche Zeitumstellung abgeschafft werden sollte.

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