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16. Dezember 2019 | von Esther Galliker

Er schaut, dass bei Hornbach keine Rücken schmerzen

Pedro Rodrigues kümmert sich bei Hornbach darum, dass die Filialmitarbeitenden ihre Muskeln und Gelenke nicht übermässig strapazieren. Hier finden Sie Tipps des Sicherheitsfachmanns.

Inhalt

      Kurz und bündig

      • Weniger Absenzen wegen Arbeitsunfällen lohnen sich für die Mitarbeitenden und das Unternehmen.
      • Richtiges Heben und Tragen sowie Aufwärm- und Ausgleichsübungen helfen, Unfälle vorzubeugen. 

      So macht's Hornbach

      Im Präventionsmodul «Richtig heben und tragen» lernen die Mitarbeitenden von Hornbach, wie sie Lasten richtig heben und tragen.

      Heben und Tragen.mp4 - Cover

      Das Wetter ist trüb am Nachmittag der Schulung – nicht so die Stimmung von Pedro Rodrigues und den Mitarbeitenden von Hornbach. Sie besuchen gemeinsam das Präventionsmodul «Richtig heben und tragen». Während den Gesprächen und praktischen Übungssequenzen wird viel gewitzelt, gelacht und auch tatkräftig angepackt.

      Der Sicherheitsfachmann packt an

      Seit drei Jahren beschäftigt Hornbach Schweiz ihren hauptberuflichen Sicherheitsbeauftragten Pedro Rodrigues. Seit rund einem Jahr kümmert er sich in Zusammenarbeit mit der Suva darum, dass die anstrengende Arbeit in den Märkten zu weniger Rückenweh und anderen körperlichen Beschwerden führt.

      Zur Zusammenarbeit kam es, da bei Horbach sehr viele Absenzen wegen Arbeitsunfällen auftraten. Die interne Kennzahlenanalyse ergab, dass 38 Prozent der Unfälle darauf zurückgehen, dass Mitarbeitende sich beim Heben und Tragen von Gegenständen verletzten. Die Suva schlug vor, über gezielte Präventionsangebote die Unfallzahlen und die daraus folgenden Absenzen zu senken. Die Prävention setzt auf drei Ebenen an: Die Verhältnisse am Arbeitsplatz werden verbessert, das Verhalten der Mitarbeitenden geschult und auch die persönlichen Voraussetzungen der Mitarbeitenden gestärkt.

      Nicht alle Mitarbeitenden waren von Anfang an begeistert. Rodrigues erklärt das so:

      «Arbeitssicherheit hat im hektischen Berufsalltag nie die 1. Priorität. Die Leute arbeiten zum Teil schon 20 Jahre hier und sagen: Warum etwas ändern? Das haben wir schon immer so gemacht.»

      Pedro Rodrigues, Sicherheitsfachmann bei Hornbach

      VL_SHT_SUVA - Originalbild

      Der SiBe von Hornbach in Aktion: Wie hebt man schwere Lasten richtig?

      Weniger Absenzen lohnen sich

      Doch für Rodrigues ist klar, dass sich sein Einsatz für Arbeitssicherheit bezahlt macht. Grosses Vorbild ist für den Sicherheitsfachmann die Nestlé. Sie hat sehr hohe Sicherheitsanforderungen. Alle Mitarbeitenden müssen beispielsweise konsequent den Handlauf bei der Treppe benützen. Für Rodrigues ist Nestlé der Beweis: Sich mehr Zeit zu nehmen für Sicherheit, steht nicht im Widerspruch zu einem hohen Umsatz. Ganz im Gegenteil: Weniger Absenzen wegen Unfällen lohnen sich für das Unternehmen und für die Mitarbeitenden auf jeden Fall. Und daran will er bei Hornbach arbeiten.

      Was sind die Erfolgsfaktoren für Arbeitssicherheit bei Hornbach?

      Pedro Rodrigues ist überzeugt, dass Hornbach mit der Ergonomie-Kampagne, welche die Themen «Bewegung am Arbeitsplatz» und «Heben und Tragen» umfasst, auf gutem Weg ist.

      Hornbach
      Hornbach verpackt die Präventionsbotschaften der Suva ins eigene Layout.
      Hornbach
      Hornbach

      Das sind für Pedro Rodrigues die Erfolgsfaktoren für eine Kampagne zu Arbeitssicherheit:

      Der Einbezug der Mitarbeitenden: Von Anfang an hat Hornbach die Mitarbeitenden in die Entwicklung von Massnahmen mit einbezogen. In Zirkeln wurde den Mitarbeitenden zugehört und ihre Anliegen und Probleme sowie Verbesserungsvorschläge aufgenommen.

      Die Vorbilder: Das Bekenntnis der Geschäftsleitung und der Führungskräfte für eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung ist laut Rodrigues das A und O bei der Umsetzung von Sicherheitsmassnahmen. So beeinflusst es die Mitarbeitenden positiv, wenn auch die Führungskräfte Handschuhe tragen oder schwere Pakete korrekt heben.

      Der persönliche Kontakt: «Lasten richtig zu tragen, lernt man nicht in einem E-Mail», so Rodrigues. Vielmehr hilft es, die Leute in den Märkten zu besuchen und mit ihnen Probleme zu besprechen und Lösungen aufzuzeigen. Zum Beispiel schwere Pakete bodennah zu lagern.

      Die Arbeitskultur und der Humor: Rodrigues ist überzeugt, dass das positive Arbeitsklima bei Hornbach sich auf die Sicherheit auswirkt. Humor ist dafür sein persönlicher Ansatz. Er ist sich nicht zu schade, auch mal für ein witziges Kampagnenplakat seinen Finger herzugeben.

      Die Workshops der Suva: Die Mitarbeitenden von Hornbach besuchen sie freiwillig und schätzen sie sehr, da die Beratung der Physiotherapeutinnen persönlich auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

      Die Multiplikatoren: Die Suva bildet im Verlauf der Kampagne 10 Multiplikatoren pro Standort aus. Das sind Mitarbeitende von Hornbach, welche ihre Arbeitskollegen und -kolleginnen coachen. Sie wurden ausgebildet im Heben und Tragen von Gegenständen und auch in Aufwärm- und Ausgleichsübungen. Im Arbeitsalltag helfen sie ihren Kollegen, an die Übungen zu denken und sie richtig umzusetzen.

      Gibt es schon weniger Unfälle?

      Für eine Beurteilung der Unfallzahlen ist es für Pedro Rodrigues nach sechs Monaten noch zu früh. Er sieht jedoch, dass sich die Haltung der Mitarbeitenden bereits verändert hat. Und das ist entscheidend bei der Unfallprävention und wird sich langfristig auszahlen.

      Präventionsangebote der Suva

      Die Präventionsberaterinnen der Suva betonen, dass bei Hornbach vor allem die Kombination von verschiedenen Präventionsmassnahmen guten Erfolg verspricht.

      Das Präventionsmodul "Richtig heben und tragen" bietet Verhaltenstipps zum Tragen schwerer Lasten.

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      Das Präventionsmodul "move@work" stärkt  die persönlichen Voraussetzungen mit Aufwärm- und Ausgleichsübungen.

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      Lassen Sie von der Suva Ihre Arbeitsverhältnisse analysieren, um sie zu optimieren.

      www.suva.ch/charges

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