Gerätespezifische Instruktion im Betrieb durch den Vorgesetzten.

Flurförderzeuge (Stapler)

  • Das Bedienen von Flurförderzeugen (Stapler) ist mit Gefahren verbunden.
  • Stapler der Kategorie R (z.B. Gegengewichtsstapler) dürfen nur von ausgebildeten Staplerfahrern bedient werden. Die Ausbildung hat durch qualifizierte Ausbilder zu erfolgen.
  • Für Stapler der Kategorie S (z.B. Deichselstapler) genügt es, wenn die Bediener eine Instruktion durch eine speziell bezeichnete Fachperson erhalten.
  • Stapler dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie betriebssicher und nach Angaben des Herstellers instand gehalten sind.

Die Statistik  spricht eine deutliche Sprache: In den letzten zehn Jahren verloren 30 Personen bei einem Staplerunfall ihr Leben. 247 wurden invalid.

Die meisten Unfälle mit Staplern passieren, weil:

  • die Gefahr unterschätzt wird. Beim täglichen Arbeiten mit Staplern kehrt Routine ein und die erlernten Regeln treten in den Hintergrund.
  • die Vorgesetzten die Regeln für einen sicheren Umgang mit Staplern nicht kennen, nicht kontrollieren oder tolerieren, dass sie missachtet werden.
Unfallbeispiele

Ausbildung und Instruktion

Staplerfahrer brauchen spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie müssen sorgfältig ausgewählt, gezielt ausgebildet und instruiert werden. Dafür ist der Arbeitgeber verantwortlich.

Es bestehen dazu folgende Möglichkeiten:

  • Der Arbeitgeber kann eine Ausbildungsstätte  für Staplerfahrer beauftragen.
    Hinweis: Diese Ausbildungsbestätigungen sind zeitlich und örtlich innerhalb der Schweiz unbeschränkt gültig.
  • Der Arbeitgeber kann diese Aufgabe an Ausbilder und Fachpersonen in seinem Betrieb übertragen, wenn sie dafür ausreichend qualifiziert sind.
    Hinweis: Diese Ausbildungsbestätigungen sind nur für den jeweiligen Betrieb (Standort) gültig.

Die Richtlinie EKAS 6518  beschreibt die notwendigen Standards, die bei der Ausbildung und bei der Instruktion für Bediener von Flurförderzeugen (Staplern) einzuhalten sind.

Ausführliche Angaben für die Zuteilung der Unterkategorien und die Sonderregelung für Teleskopstapler finden sich im Anhang 1 der Richtlinie EKAS 6518 .

Flurförderzeuge (Stapler) werden entsprechend ihrem Gefahrenpotenzial in zwei Hauptkategorien eingeteilt:

Kategorie R: Stapler mit besonderen Gefahren

Zur Kategorie R gehören Flurförderzeuge (Stapler), die mit Fahrersitz oder Fahrerstand ausgerüstet sind und Lasten über Kopf heben können oder wenn der Bediener mit dem Bedienstand in grosser Höhe fährt (Höhe über 5 Meter).

Die Kategorie R ist in folgende Unterkategorien eingeteilt:

Kategorie S: Stapler ohne besondere Gefahren

Zur Kategorie S gehören motorisch betriebene Flurförderzeuge (Stapler) ohne Fahrersitz und Flurförderzeuge, welche nur für den horizontalen Materialumschlag gebaut sind (mit Fahrersitz).

Die Kategorie S ist in folgende Unterkategorien eingeteilt:

Ausführliche Angaben für die Zuteilung der Unterkategorien finden sich im Anhang 2 der Richtlinie EKAS 6518  

Die vollständige Beschreibung der Anforderungen findet sich in Kapitel 5.2 und 6.2 der Richtlinie EKAS 6518  

Die Anforderungen an Staplerfahrer unterscheiden sich je nach Staplerkategorie:

Kategorie R
  • Mindestalter 18 Jahre
  • Ausbildung durch Ausbilder des eigenen Betriebs oder durch Ausbildner einer Ausbildungsstätte  
  • Zusatzinstruktion am Arbeitsplatz durch Fachpersonen des eigenen Betriebs oder durch Ausbilder einer Ausbildungsstätte  
Kategorie S
  • Mindestalter 15 Jahre
  • Instruktion am Arbeitsplatz durch Fachpersonen des eigenen Betriebs oder durch Ausbilder einer Ausbildungsstätte  

Die vollständige Beschreibung der Anforderungen findet sich in Kapitel 7 und 8 der Richtlinie EKAS 6518  

Ausbilder

Um Staplerfahrer ausbilden zu können, müssen Ausbilder folgende Anforderungen erfüllen:

  • Mindestalter 23 Jahre
  • 3 Jahre Erfahrung im Umgang mit Staplern
  • Abgeschlossene Ausbildung zum Ausbilder (Staplerfahrinstruktor)
  • Weiterbildung und Fortbildung im fachlichen Umfeld
Fachpersonen

Um angehende Staplerfahrer bei der Lernfahrt überwachen und instruieren zu können, müssen Fachpersonen folgende Anforderungen erfüllen:

  • Mindestalter 23 Jahre
  • 3 Jahre Erfahrung im Umgang mit Staplern
  • Abgeschlossene Staplerfahrer-Ausbildung (Kategorie R)

Die Suva führt eine Liste von Ausbildungsstätten, welche die Ausbildungsstandards gemäss Richtlinie EKAS 6518  erfüllen.

Liste der Suva-anerkannten Ausbildungsstätten  

Informationen zum Ablauf des Audits für Ausbildungsstätten finden Sie hier . Für das Audit der Ausbildungsstätten kommt ein Audit-Fragebogen  zum Einsatz.

Die vollständige Beschreibung der Anforderungen findet sich in Kapitel 5 und 6 der Richtlinie EKAS 6518 .

Staplerfahrer müssen belegen können, dass sie ausreichend ausgebildet und instruiert worden sind.

Kategorie R
  • Ausbildungsbestätigung
  • Instruktionsnachweis

Hinweis: Bei Staplerfahrern mit Ausbildungsbestätigungen aus dem Ausland oder einer betriebsinternen Ausbildung besteht in der Regel Unklarheit darüber, ob deren Ausbildungs-stand ausreichend ist. Diese Personen können direkt an einer Ausbildungsstätte eine Prüfung ablegen. Gegebenenfalls ist eine Auffrischung oder Wiederholung der Ausbildung notwendig.

Kategorie S
  • Instruktionsnachweis

Sicherheit der Stapler

Stapler dürfen nur in betriebssicherem Zustand benutzt werden. Sicherheitsmängel sind vor weiteren Einsätzen des Staplers zu beheben.

Checkliste "Gabelstapler mit Fahrersitz"Sicherheitscheck, Prüfplakette

Der sichere Einsatz von Staplern hängt entscheidend von der Instandhaltung ab. Fahrwerk, Bremsen, Lenkung, Hubwerk, Sicherheitseinrichtungen und andere Ausrüstungsteile müssen einwandfrei funktionieren. Ein Versagen kann zu schweren Unfällen führen.

Stapler müssen nach den Angaben der Hersteller (Betriebsanleitung, Wartungsanleitung) periodisch instand gehalten werden. Diese Arbeit darf nur von einer Fachperson (z.B. Staplerlieferant) ausgeführt werden.

Die Suva empfiehlt, regelmässig den sogenannten «Sicherheitscheck» der Staplerlieferanten durchführen zu lassen. Dabei werden alle wesentlichen Sicherheitsfunktionen überprüft. Ist der Stapler in Ordnung, wird dies mit einer Vignette (siehe Bild) bescheinigt, die am Stapler angebracht ist, bestätigt.

Weitere Informationen 

Kippen Gabelstapler oder Seitenstapler um, werden ungesicherte Fahrer häufig vom Fahrzeug geschleudert und unter dem Fahrerschutzdach eingeklemmt.
Daher gilt: Rückhalteeinrichtung immer benutzen – auch bei kurzen Fahrten!

Rückhalteeinrichtungen wie Sitzgurte, Kabinentüren oder Bügeltüren sind lebenswichtig und deshalb für alle Gegengewichtsstapler und Seitenstapler bis 10 Tonnen Tragfähigkeit obligatorisch. Ältere Stapler ohne Rückhalteeinrichtung müssen nachgerüstet werden.

Weitere Informationen 

Lagerung und innerbetrieblicher Verkehr

Die Sicherheit des Staplereinsatzes hängt wesentlich von der Qualität der vorhandenen Verkehrswege und Materiallager ab.

Unfallfrei unterwegs im Betrieb und Lager:

Lagerung und innerbetrieblicher Verkehr

Handeln

Schaffen Sie mehr Sicherheit mit den lebenswichtigen Regeln.

Die lebenswichtigen Regeln der Suva helfen Ihnen als Arbeitgeber oder Vorgesetzter, mehr Sicherheit im Betrieb zu schaffen:

  • Stellen Sie fest, welche der lebenswichtigen Regeln für Ihren Betrieb relevant sind.
  • Instruieren Sie die lebenswichtigen Regeln Ihren Mitarbeitenden regelmässig.
  • Legitimieren Sie Ihre Mitarbeitenden STOPP zu sagen, wenn eine lebenswichtige Regel verletzt wird.

Für Arbeitnehmende gilt:

  • Informieren Sie sich über die lebenswichtigen Regeln. Sagen Sie STOPP, wenn lebenswichtige Regeln verletzt werden.

Lebenswichtige Regeln

Material