Ein Mann in staubiger Umgebung mit Bauhelm und Atemschutzmaske.

Berufskrankheiten und deren Verhütung

  • Im beruflichen Alltag gibt es viele Risiken, die zu einer Berufskrankheit führen können.
  • Entscheidend ist, diese Risiken systematisch zu ermitteln.
  • Beugen Sie berufsbedingten Erkrankungen gezielt vor – so sorgen Sie für einen gesunden Arbeitsplatz.
  • Die Suva beaufsichtigt den beruflichen Gesundheitsschutz in allen Betrieben – gerne stehen Ihnen die Experten bei der Umsetzung von Präventionsmassnahmen zur Seite.

Menschliches Leid und hohe Kosten

Jedes Jahr werden in der Schweiz etwa 2400 berufsbedingte Erkrankungen anerkannt. Darunter sind rund 100 asbestbedingte Krebserkrankungen. Knapp 400 Erkrankungen führen zu einer sogenannten Nichteignungsverfügung – die betroffenen Personen dürfen ihre Tätigkeit nicht mehr ausführen und sind zu einem Berufswechsel gezwungen.

Abgesehen vom grossen menschlichen Leid für die direkt Betroffenen und deren Angehörige verursachen Berufskrankheiten Kosten von circa 100 Millionen Franken.

Bei der Verhütung von Berufskrankheiten ist besonders hervorzuheben, dass die Krankheiten oft erst lange Zeit nach der schädigenden Einwirkung auftreten.
Kreisdiagramm Berufskrankeiten
Fallzahlen 2014: total 2152 Berufskrankheiten
(Quelle: SSUV Unfallstatistik 2016)
Weitere statistische Informationen erhalten Sie unter www.unfallstatistik.ch .

Einwirkungen und Gefahren

Berufskrankheiten entstehen durch ganz unterschiedliche Einwirkungen auf den menschlichen Körper.

Es gibt zahlreiche Schadstoffe, die den menschlichen Körper schädigen können. Die Präventionsschwerpunkte der Suva sind aktuell der Schutz vor freigesetzten Asbestfasern sowie das Vorbeugen von Hautschädigungen.

Beruflich bedingte Hautkrankheiten sind weit verbreitet – so können sie vermieden werden:

Hautschutz

Beim gezielten Umgang mit Mikroorganismen im Labor können Arbeitnehmende der schädigenden Einwirkung von Viren, Bakterien oder Schimmelpilzen ausgesetzt sein. Auch bei Reinigungstätigkeiten, in der Landwirtschaft oder in der Lebensmittelindustrie kann dies der Fall sein.

Detaillierte Informationen   zu biologischen Einwirkungen:

Berufskrankheiten im Gesundheitswesen gezielt vorbeugen:

Berufskrankheiten im Gesundheitswesen
Dazu gehören hauptsächlich Strahlungen aller Art und Lärm. Wie Sie sich vor diesen Gefahren schützen, erfahren Sie hier:

So schützt man sich bei Arbeiten im Freien:

Sonne, Hitze, Ozon

Gesundheitsschäden vermeiden an lauten Arbeitsplätzen:

Lärm und Vibrationen

Den sicheren Umgang mit Strahlenquellen lernen:

Strahlenschutz und Radioaktivität
Weitere Informationen   zu physikalischen Einwirkungen.
Häufiger Lastentransport von Hand, sich wiederholende Bewegungsabläufe oder arbeitsbedingte Bewegungsarmut können zu Schädigungen am Bewegungsapparat führen. Mit angepasster Arbeitsgestaltung und -organisation, geeigneten Hilfsmitteln und körperschonenden Arbeitstechniken können Sie sich oder Ihre Mitarbeiter vor Überbelastungen schützen.

Übermässige körperliche Belastungen vermeiden:

Körperliche Belastungen - Ergonomie

Arbeitsmedizinische Untersuchungen

Die arbeitsmedizinische Vorsorge sowie Eignungsbeurteilungen schützen Arbeitnehmende vor Berufskrankheiten und deren Folgen.

Ziele der arbeitsmedizinischen   Vorsorgeuntersuchungen:

  • beginnende Berufskrankheiten frühzeitig erfassen
  • unzulässige innere Belastungen und Beanspruchungen durch das biologische Monitoring bereits vor dem Ausbruch einer Berufskrankheit beurteilen
  • lange unbemerkte Berufskrankheiten wie beruflich verursachte Krebserkrankungen frühzeitig diagnostizieren
  • Arbeitnehmende mit individuellen Risikofaktoren und damit einem erhöhten Berufskrankheitenrisiko erkennen

Je nach Gefährdung gibt es arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für chemische und physikalische Einwirkungen. Alle Untersuchungen richten sich nach der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten Art. 70ff.

Anhand der Arbeitsplatzsituation sowie der Befunde der Vorsorgeuntersuchungen beurteilen die Fachärzte der Suva die Eignung der Arbeitnehmenden. Die Suva kann eine/n Arbeitnehmer/in von der gefährdenden Arbeit ausschliessen (Nichteignung) oder diese Beschäftigung nur unter bestimmten Bedingungen zulassen (bedingte Eignung). Eine Nichteignungsverfügung kann nur erlassen werden, wenn der/die Arbeitnehmer/in bei der weiteren Ausübung seiner/ihrer bisherigen Tätigkeit einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt ist. Der Erlass solcher Personenverfügungen ist nur bei obligatorisch UVG-versicherten Arbeitnehmenden möglich, nicht hingegen bei selbstständig Erwerbenden. Die Suva ist für die Beurteilung der Eignung in allen Betrieben der Schweiz zuständig, d.h. für alle UVG-Versicherten.

Bedeutung von Grenzwerten

Grenzwerte sind keine sicheren Grenzen zwischen gefährlichen und ungefährlichen Bereichen. Vielmehr stellen diese eine Beurteilungsgrundlage für die Bedenklichkeit oder Unbedenklichkeit am Arbeitsplatz auftretender Belastungen dar.

Der Maximale Arbeitsplatzkonzentrationswert (MAK-Wert) ist die höchst zulässige Durchschnittskonzentration eines gas-, dampf- oder staubförmigen Arbeitsstoffes in der Luft. Nach derzeitiger Kenntnis sollte in der Regel dieser Wert bei Einwirkung während einer Arbeitszeit von 8 Stunden täglich und bis 42 Stunden pro Woche auch über längere Perioden nicht überschritten werden. So wird für die überwiegende Zahl der gesunden Beschäftigten eine Gesundheitsgefährdung am Arbeitsplatz vermieden.

Grenzwerte am Arbeitsplatz  (MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen)

Berufskrankheit und Vorsorge-Vorschriften

Der Begriff Berufskrankheit ist in Art. 9  des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) definiert. Als Berufskrankheiten gelten gemäss Art. 9 Absatz 1 UVG Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind.

Die Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen ist in der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV ) in Anhang 1 publiziert.

Als Berufskrankheiten gelten gemäss Art. 9 Absatz 2 des Unfallversicherungsgesetzes auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind.

Eine Berufskrankheit gilt gemäss Art. 9 Absatz 3 des Unfallversicherungsgesetzes als ausgebrochen, wenn eine ärztliche Behandlung in Anspruch genommen wird oder eine Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist.

Die Suva kann laut Art. 70  der Verordnung über die Unfallverhütung Betriebe, Betriebsteile oder einzelne Arbeitnehmer durch Verfügung den Vorschriften über die arbeitsmedizinische Vorsorge unterstellen.
Eine Person füllt mit Handschuhen eine blaue Flüssigkeit in einen Glasbehälter um.

Handeln

Erkrankungen vermeiden

Wichtige Informationen für den betrieblichen Gesundheitsschutz im Überblick:

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Ein Mann mit Atemschutz und Handschuhen sprüht Desinfektionsmittel in einen Ofen.

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