Ein Mann mit Schutzausrüstung arbeitet an einer Elektroverteilanlage.

Sichere Elektrizität

  • Die Gefahren der Elektrizität werden oft unterschätzt. Das Risiko, bei einem Elektrounfall das Leben zu verlieren, ist 50-mal höher als bei anderen Unfällen.
  • Wer die «5 + 5 lebenswichtigen Regeln im Umgang mit Elektrizität» konsequent einhält, kann Unfälle und damit viel menschliches Leid verhindern.
  • Arbeiten an und auf Freileitungen sind mit sehr hohen Risiken verbunden. Bei der Umsetzung der Sicherheitsregeln und der lebenswichtigen Regeln gilt null Toleranz.

Gefahren der Elektrizität

Selbst erfahrene Profis und Elektrofachleute unterschätzen immer wieder die Risiken. Ein Grund dafür ist der besondere Charakter der Gefahr: Elektrizität ist unsichtbar und geruchlos. Wir können die Gefahr mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen. Besonders gefährlich wird's immer dann, wenn nicht klar ist, in welchem Zustand sich eine Anlage oder Installation befindet. Eine Fehleinschätzung kann tödliche Folgen haben. Routine ist ein weiterer Grund, wieso Profis die Gefahren oft unterschätzen.

Technische Schutzmassnahmen schützen nicht gegen alle Gefahren. Deshalb sind beim Umgang mit Elektrizität korrektes Verhalten und die regelmässige Sensibilisierung für die Gefahren besonders wichtig.

Unfallversicherungsgesetz

Arbeiten an unter Spannung stehenden Starkstromanlagen gelten als «Arbeiten mit besonderen Gefahren» gemäss. EKAS-Richtlinie 6508 . Der Arbeitgeber darf Arbeiten mit besonderen Gefahren nur Arbeitnehmern übertragen, die dafür entsprechend ausgebildet sind (Verordnung über die Unfallverhütung Art. 8  ).

Elektrizitätsgesetz (EleG)

Das Bundesgesetz EleG betrifft die elektrischen Schwach- und Starkstromanlagen. Es hat den Schutz von Personen und Sachen vor den schädlichen Auswirkungen der Elektrizität zum Ziel. Unter anderem gehören dazu:

In der Schweiz erleiden jährlich 430 Elektrofachleute einen Elektrounfall. 2 bis 3 verlieren dabei ihr Leben, gegen 50 erleiden schwerste Verletzungen. Das eidgenössische Starkstrominspektorat ESTI hat zusammen mit der Suva unzählige Unfälle analysiert. Dabei hat sich Folgendes gezeigt:

  • Bei einem Elektrounfall ist das Risiko, das Leben zu verlieren, 50-mal höher als bei anderen Unfällen.
  • Fast 90 Prozent der Unfälle ereignen sich im Niederspannungsbereich bis 1000 V, nur 10 Prozent im Hochspannungsbereich. Diese Unfälle sind aber gravierender und führen oft zum Tod.

Das ESTI erstellt jährlich einen detaillierten Bericht zur Unfallstatistik  mit Beispielen.

Missachtungen von lebenswichtigen Regeln, die zu Elektrounfällen führen (EST Grafik 2015)
Fehlerhafte Handlungen, die zu Elektrounfällen führen

Missachtung 5 lebenswichtige Regeln

  1. Für klare Aufträge sorgen
  2. Geeignetes Personaleinsetzen
  3. Sichere Arbeitsmittel verwenden
  4. Schutzausrüstung tragen
  5. Nur geprüfte Anlagen in Betrieb nehmen
Missachtung + 5 Sicherheitsregeln für spannungsfreies Arbeiten
  1. Freischalten und allseitig trennen
  2. Gegen Wiedereinschalten sichern
  3. Auf Spannungsfreiheit prüfen
  4. Erden und Kurzschliessen
  5. Gegen benachbarte, unter Spannung stehende Teile schützen

Eine wichtige Rolle spielen auch Ursachen, die nur schwer in Zahlen zu fassen sind wie zum Beispiel Zeitdruck, Stress oder Überforderung.

Nach Art. 16  der Starkstromverordnung (SR 734.2) muss der Betriebsinhaber jede durch Elektrizität verursachte Personenschädigung oder erhebliche Sachbeschädigung unverzüglich dem ESTI melden.

Oftmals werden Elektrounfälle erst nach Tagen oder gar nicht dem ESTI gemeldet. Ohne Meldung können die Sofortmassnahmen zur Herstellung der elektrischen Sicherheit jedoch nicht eingeleitet werden.

Alle Informationen zur Unfall- und Schadensmeldung finden Sie hier .

Dem eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI) obliegt die Zuständigkeit für den Vollzug

  • des Elektrizitätsgesetzes
  • der Starkstromverordnung
  • der Niederspannungs-Installationsverordnung
  • weiterer Verordnungen

Im Rahmen eines Mandatarenvertrags hat die Suva Electrosuisse mit Durchführungs- und Präventionsaufgaben auf dem Gebiet der Verhütung von Berufsunfällen im Zusammenhang mit Elektrizität beauftragt:

  • Vertiefte Abklärung von Unfällen mit Elektrizität
  • Publikationen und Aktionen zur Sensibilisierung (Electrosuisse)

Das ESTI kontrolliert im Rahmen seiner Aufsichtsaufgaben die Einhaltung der «5 + 5 lebenswichtigen Regeln im Umgang mit Elektrizität» in Betrieben oder auf Baustellen.

  • Weitere Informationen zum ESTI finden Sie hier 
  • Alle ESTI-Dokumentationen finden Sie hier   

Eine Auswahl wichtiger Publikationen zum Thema Elektrizität finden Sie ganz unten auf dieser Seite.

Bauarbeiter an Verteilerkasten

Handeln

STOPP sagen, wenn Gefahr droht!

Die Suva hat in Zusammenarbeit mit den Organisationen der Elektrizitätsbranchen aufgrund des Unfallgeschehens die «5 + 5 lebenswichtige Regeln im Umgang mit Elektrizität» erarbeitet. Angesprochen sind rund 100 000 Vollbeschäftigte, die im Umfeld elektrischer Anlagen arbeiten:

  • Mitarbeitende und Vorgesetzte von Elektrizitäts-, Elektroinstallations- und Elektrokontrollunternehmen
  • Beschäftigte in Industrie und Gewerbe, die als Betriebselektriker tätig sind
  • Ausbildner in Schulen und Betrieben

Sie müssen die lebenswichtigen Regeln kennen und konsequent umsetzen. Bei Gefahr heisst es STOPP, die Arbeit einstellen und erst weiterarbeiten, wenn die Sicherheitsmängel behoben sind.

Die Vorgesetzten müssen die lebenswichtigen Regeln laufend thematisieren, deren konsequente Anwendung kontrollieren und durchzusetzen sowie durch das eigene vorbildliche Verhalten fördern.

Lebenswichtige Regeln

Sicher arbeiten kostet keine Zeit. Informieren Sie sich als Arbeitnehmer und Vorgesetzter über die lebenswichtigen Regeln für Ihren Arbeitsbereich:

Auswählen

Die lebenswichtigen Regeln für alle Branchen:

Lebenswichtige Regeln
Mitarbeitende erhalten eine Instruktion betreffend Persönlicher Schutzausrüstung.
Präsentation für die Schulung von Elektrofachleuten

Sensibilisieren Sie die Mitarbeitenden mit Unfallbeispielen für die typischen Gefahrensituationen und rufen Sie die Sicherheitsregeln in Erinnerung. Hauptziel der Schulung ist, dass die Elektrofachleute die «5 + 5 lebenswichtigen Regeln im Umgang mit Elektrizität» kennen und sie bei der Arbeit umsetzen. Präsentation Stopp sagen, wenn Gefahr droht  

Instruktion Basiswissen für den sicheren Umgang mit Elektrizität

Elektrizität ist nur sicher, wenn wir sicher mit ihr umgehen und uns korrekt verhalten. Die folgenden Hilfsmittel unterstützen Sie bei der Instruktion Ihrer Mitarbeitenden:

Publikationen und Hilfsmittel zum Thema Ausbildung finden Sie hier   

Unfallbeispiele  werden als Präsentationen zur Verfügung gestellt. Sicherheitsbeauftragte und Vorgesetzte können die Beispiele so direkt für Schulungen einsetzen.

Attraktive, erlebnisorientierte Angebote zur Sensibilisierung Ihrer Mitarbeitenden:

Präventionsmodul

Attraktive, erlebnisorientierte Angebote zur Sensibilisierung Ihrer Mitarbeitenden:

Präventionsmodul
Ein altes asbesthaltiges Tableau in einem Wohnhaus.
In der Schweiz ist die Verwendung von Asbest seit 1990 verboten. Trotzdem trifft man heute noch vielerorts auf asbesthaltige Materialien. Dabei handelt es sich um Altlasten, die vor allem bei Umbau- und Renovationsarbeiten zum Vorschein kommen.

Die nachfolgenden Broschüren zeigen auf, wie Elektrizitätsunternehmen und Elektroinstallationsbetriebe der Gefahr durch «Asbest» zu begegnen haben, um den Schutz der Arbeitnehmenden und der Bevölkerung zu gewährleisten. Asbest erkennen, beurteilen und richtig handeln.

Eine Auswahl von Publikationen zum Thema Asbest finden Sie hier  .

Alter Schalter und Steckdosen in einem alten Gebäude.
Elektrizität ist etwas Selbstverständliches – jeder nutzt sie täglich, ohne viel darüber nachzudenken. In Altbauten kann dies gravierende Folgen haben. Denn überalterte Elektroinstallationen führen immer wieder zu schweren Elektrounfällen und Bränden.
Bei Arbeiten konsequent Fehlerstrom-Schutzeinrichtung einsetzen
Betreiben Sie Elektrogeräte nur über Steckdosen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI-Schutz/RCD). Setzen Sie im Zweifelsfall Zwischenstecker mit FI-Schutz (RCD) aus der eigenen Werkzeugkiste ein. Besonders bei älteren Bauten ist darauf zu achten.
Alte Installationen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtung nachrüsten

In modernen Installationen wird konsequent eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung eingesetzt. So lassen sich viele Unfälle vermeiden und die Brandgefahr kann stark reduziert werden. Es lohnt sich, alte Installationen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen nachzurüsten.

Schätzen Sie das Risiko eines ungewollten Ereignisses an überalterten Elektroinstallationen mit den nachfolgenden Merkblättern ab und planen Sie die Zukunft Ihrer elektrischen Installation. Am besten heute – morgen kann es zu spät sein!

Mitarbeiter am Bohren einer Metall-Leiste mit FI-Schutz.
Hochspannungsgittermast auf einer Wiese

Kennen Sie die geltenden Sicherheitsregeln für das Arbeiten an und auf Hochspannungsfreileitungen? Im Folgenden sind die wichtigsten Regelwerke aufgeführt und kurz beschrieben.


Hochspannungsfreileitungen haben üblicherweise eine Betriebsspannung von mehr als 30 Kilovolt. Die auftretenden Ströme gefährden Personen massiv. Als Tragwerke werden in der Regel Gittermasten, Betonmasten oder Stahlvollwandmasten eingesetzt.

ESTI-Publikation «Sicherheitsregeln für Arbeiten auf Hochspannungsfreileitungen»

Die Sicherheitsregeln  hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Elektrizitätswerke, der Montage- und Korrosionsschutzfirmen sowie der Suva und des ESTI im Auftrag des Technischen Komitees TK 11 «Freileitungen» der Electrosuisse erarbeitet.

Die Sicherheitsregeln beschreiben die Schutzmassnahmen gegen elektrische Gefahren und Absturzrisiken. Ziel ist, die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen bei Arbeiten auf Hochspannungsfreileitungen zu erfüllen und gemeinsame Anwendungsregeln für die Netzbetreiber und die beauftragten Firmen festzulegen.

Suva-Publikation «Sechs lebenswichtige Regeln für das Arbeiten auf Hochspannungsfreileitungen»

Alle Personen, die auf Hochspannungsfreileitungen arbeiten, müssen die lebenswichtigen Regeln kennen und konsequent anwenden. Bei Gefahr heisst es STOPP, die Arbeit einstellen und erst weiterarbeiten, wenn die Sicherheitsmängel behoben sind.

Den Faltprospekt hat die Suva mit Unterstützung von Fachleuten und Freileitungsmonteuren dieser Branche erarbeitet.
Auf die Erarbeitung einer Instruktionsmappe wurde verzichtet, da jede Firma, welche Arbeiten auf Hochspannungsfreileitungen ausführt, gemäss der Sicherheitsregel    des ESTI verpflichtet ist, mindestens einen eigenen «autorisierten Ausbildner» zu beschäftigen. In der Grundausbildung und den periodischen Weiterbildungen erhält der autorisierte Ausbildner alle erforderlichen Unterlagen und Hilfsmittel (Instruktionshilfen), um die Freileitungsmonteure gezielt auszubilden. Diesen wird der Faltprospekt der lebenswichtigen Regeln als entsprechende Erinnerungshilfe abgegeben.

Kennen Sie die geltenden Sicherheitsregeln für das Arbeiten an und auf Regelleitungen? Im Folgenden sind die wichtigsten Regelwerke aufgeführt und kurz beschrieben.


Regelleitungen haben eine Betriebsspannung zwischen 400 Volt und 30 Kilovolt. Damit treten im Regelfall Ströme und Spannungen auf, welche Personen massiv gefährden und zu schweren Verletzungen oder gar zum Tod führen können. Als Tragwerke werden in der Regel Holzmasten eingesetzt, die höchstens 60 Meter auseinander stehen. Müssen die Tragwerke grosse Kräfte aufnehmen (Weitspann, Endmast usw.), werden auch Masten aus anderen Materialien eingesetzt.

Holzmasten einer Regelleitung auf einer Wiese
EKAS-Richtlinie «Arbeiten auf Hölzernen Masten von Freileitungen»

Die EKAS-Richtlinie   beschreibt, wie Sie beim konventionellen Besteigen und Arbeiten auf hölzernen Masten die Vorschriften über die Arbeitssicherheit einhalten können. Auch die Massnahmen zum sicheren Besteigen der Holzmasten von Schwach- und Starkstromfreileitungen werden beschrieben. Nicht behandelt werden die Schutzmassnahmen gegen elektrische Gefahren.

ESTI-Publikation «Sicherheitsregeln für Arbeiten an Starkstromfreileitungen»

Die Sicherheitsregeln  hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Elektrizitätswerke, der Suva und des ESTI im Auftrag des Technischen Komitees TK 11 «Freileitungen» der Electrosuisse erarbeitet.

Die Sicherheitsregeln beschreiben die Schutzmassnahmen gegen elektrische Gefahren und gegen das Abstürzen und Umstürzen mit dem Mast. Ziel ist, die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen bei Arbeiten auf Regelleitungen zu erfüllen und gemeinsame Anwendungsregeln für die Netzbetreiber und die ausführenden Firmen festzulegen.

Suva-Publikation «Sieben lebenswichtige Regeln für das Arbeiten auf Regelleitungen»

Mit dieser Instruktionsmappe kann der Vorgesetzte zu jeder lebenswichtigen Regel eine Kurzinstruktion durchführen – am besten direkt an einem geeigneten Arbeitsplatz. Der Faltprospekt dient den Mitarbeitenden zur Erinnerung.

Alle Personen, die auf Regelleitungen arbeiten, müssen die lebenswichtigen Regeln kennen und konsequent anwenden. Bei Gefahr heisst es STOPP, die Arbeit einstellen und erst weiterarbeiten, wenn die Sicherheitsmängel behoben sind.

Holzmasten einer Schachstromfreileitung auf einer Wiese.

Kennen Sie die geltenden Sicherheitsregeln für das Arbeiten an und auf Schachstromfreileitungen? Im Folgenden sind die wichtigsten Regelwerke aufgeführt und kurz beschrieben.


Schwachstromfreileitungen haben Betriebsströme bis 2 Ampere und eine Betriebsspannung von weniger als 50 Volt. Damit treten normalerweise keine gefährlichen Ströme für Personen auf.

Als Tragwerke werden in der Regel Holzmasten eingesetzt. Gelegentlich finden sich innerhalb von Schwachstromfreileitungen auch Spezialmasten aus anderen Werkstoffen (Weitspannmasten).

EKAS-Richtlinie «Arbeiten auf Hölzernen Masten von Freileitungen»

Die EKAS-Richtlinie  beschreibt, wie Sie beim konventionellen Besteigen und Arbeiten auf hölzernen Masten die Vorschriften über die Arbeitssicherheit einhalten können. Auch die Massnahmen zum sicheren Besteigen der Holzmasten von Schwach- und Starkstromfreileitungen werden beschrieben. Nicht behandelt werden die Schutzmassnahmen gegen elektrische Gefahren.

Swisscom-Dokument «Arbeiten auf hölzernen Masten von Schwachstromfreileitungen»

Die Swisscom ist Betreiberin der schweizerischen Schwachstromfreileitungen. Sie beauftragt verschiedene Fachfirmen, die erforderlichen Arbeiten an den Leitungen auszuführen.

Im Dokument  «Arbeiten auf hölzernen Masten von Schwachstromfreileitungen» hat die Swisscom die allgemeinen Anforderungen der EKAS-Richtlinie 6506  konkretisiert. Dieses umfassende Dokument ist für die beauftragten Fachfirmen verbindlich und sie müssen sicherstellen, dass alle betroffenen Mitarbeitenden den Inhalt des Dokuments kennen und anwenden.

Anschlageinrichtungen auf Dächern wollen geplant sein

Material

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