Eine junge Frau repariert ihr Fahrrad zu Hause.

Der Velo-Check und unsere Tipps bringen dein Bike in Fahrt

Ist dein Velo regelmässig im Einsatz oder steht es seit längerer Zeit herum? Dann solltest du die wichtigsten Komponenten wie etwa die Kette, den Reifendruck und die Bremsen prüfen. Mit unserer Checkliste ist das keine Hexerei. Zudem zeigen wir dir, wie du dein Bike reinigst und was du auf deine nächste Velotour mitnehmen solltest.

Dominique Schuetz
20.03.2026
ca. 8 min

Inhalt

Kurz und bündig

Schlecht gewartete Velos sind nicht nur mühsam, sondern auch ein Unfallrisiko. Denn wenn die Kette ständig rausspringt oder die Gänge klemmen, kann man sich nur ungenügend auf den Verkehr oder das Gelände konzentrieren. 

Unsere Tipps:

  • Was rastet, das rostet. Deshalb mach den Velo-Check vor der ersten Ausfahrt.
  • Wenn du unsicher bist, ob dein Bike einwandfrei funktioniert, bring es in den Service.
  • Mit der richtigen Reinigung hältst du dein Zweirad auch danach in Schuss.

So kommt dein Velo auf Touren

Stand dein Velo während den Wintermonaten oder länger unbenutzt in einer Ecke? Dann solltest du ihm eine Fitnesskur gönnen. Zuerst ist natürlich eine gründliche Reinigung mit Wasser, Bürste und geeigneten Reinigungsmitteln angezeigt. Doch damit dein Zweirad nicht nur schön sauber ist, sondern auch zuverlässig läuft, empfehlen wir dir einen gründlichen Check. In unserem Video zeigt dir die Velomechanikerin Denise Ruiz aus Fribourg, wie das geht.

In diesem Beitrag behandeln wir folgende Themen:

  1. Den Velo-Check mit folgenden sechs Schritten:
    • Kette
    • Reifen
    • Bremse/Bremsbelag/Bremsscheibe
    • Schaltung
    • Akku
    • Reflektoren/Licht
  2. Rund ums Putzen und Reparieren
    • Velo reinigen
    • Reifen flicken/ersetzen
    • Guter Rat
  3. Ausflüge mit dem Velo
  4. Velo fahren und Fitness
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Damit dein Rad rund läuft

Mit den sechs Schnell-Checks prüfst du dein Velo auf Herz und Nieren bzw. auf alles von der Kette bis zum Licht. Die einzelnen Schritte sind einfach durchzuführen und sorgen dafür, dass du nicht wegen kaputten Reifen, schlecht gewarteten Bremsen oder klemmenden Gängen bereits auf halber Strecke absteigen und zu Fuss weitergehen musst.

1. Kette ölen

Putze die Kette und öle sie. Es lohnt sich, wenn du dies regelmässig wiederholst. Sollte die Kette jedoch wiederholt herausfallen, ist ein Zwischenhalt beim Veloservice angezeigt.

2. Reifen und Reifendruck prüfen

Prüfe die Reifen auf Schnitte und entferne scharfe Teile wie Steinchen oder Glasscherben aus dem Profil. Wenn dein zweirädriger Lieblingsuntersatz lange unbenutzt herumgestanden hat, ist meist die Luft raus. Eine Anpassung des Luftdrucks ist deshalb notwendig. Benutze dazu eine Standpumpe mit einem Manometer. Wenn deine Reifen mit einem Autoventil (Schrader-Ventil) ausgerüstet sind, kannst du diese an jeder Tankstelle aufpumpen.

3. Scheibenbremse einstellen

Auf die Bremsen musst du dich unbedingt verlassen können. Achte deshalb auf folgendes: Der Bremssattel muss mittig über der Bremsscheibe sitzen, sodass die Bremsbeläge die Scheibe auf beiden Seiten gleichmässig greifen.  Die Scheibe darf beim Fahren nicht schleifen. Falls doch, richte den Bremssattel neu aus, indem du die Befestigungsschrauben leicht löst, den Bremshebel ziehst und die Schrauben wieder festziehst.

Die gewünschte Bremswirkung kannst du, je nach System, über die Einstellschraube am Bremshebel oder direkt am Bremssattel (hydraulisches Bauteil welches Bremsbeläge aufnimmt und führt) regulieren. Prüfe regelmässig, ob die Bremsbeläge noch genügend Material aufweisen (mindestens >1 mm). Sind sie stark abgenutzt oder hörst du ein metallisches Schleifgeräusch, solltest du sie sofort ersetzen.

Kontrolliere auch die Bremsscheibe auf Verformungen. Obwohl Bremsscheiben langlebiger sind als Bremsbeläge, zählen auch sie zu den Verschleissteilen und müssen regelmässig überprüft werden. Schraube nur an deinem Velo herum, wenn du dich gut damit auskennst. Bist du unsicher oder es fehlen spezielle Werkzeuge, melde dein Velo beim Veloservice an.

Schau nach, ob die Bremsbeläge noch genügend Bremsbelag (>1mm) aufweisen. Wenn nicht, wechsle sie aus. Verglichen mit Bremsbelägen halten Bremsscheiben länger, aber auch sie sind Verschleissteile, die einer regelmässigen Kontrolle bedürfen.

4. Schaltung testen

Um festzustellen, ob dein Velo richtig schaltet, probiere alle Gänge nacheinander durch. Falls du einen Gang nicht direkt anwählen kannst oder die Kette vom obersten oder untersten Ritzel springt, stell den Wechsler richtig ein oder bring dein Gefährt zur Reparatur.

5. E-Bike-Akku vorbereiten

Während den frostigen Monaten schicken viele ihr E-Bike in den Winterschlaf. Nun ist es aber so, dass der Akku die Kälte gar nicht mag. Deshalb lagere die Batterie bei Zimmertemperatur und putze den Kontakt, bevor du den Akku wieder einsetzt.

6. Reflektoren & Licht checken

Reflektiert der vordere Reflektor weiss und der hintere rot, und sind sie je mindestens 10 cm² gross, ist alles in Ordnung. Ausser bei Rennvelos sind orange Reflektoren auch an den Pedalen obligatorisch. Sehen und gesehen werden ist zentral. Von Beginn der Abenddämmerung an bis zur Tageshelle und wenn die Witterung es einfordert, müssen die Fahrzeuge beleuchtet sein. Checke dein Velolicht, bevor du losfährst. Auch hier gilt: ein weisses Licht vorne, ein rotes hinten.

Lichtpflicht

Seit 01.04.2022 müssen alle E-Bikes (auch E-Mountainbikes) das Licht auch am Tag eingeschaltet haben. Die Lichtpflicht gilt auf allen Strassen, aber auch Wegen und Trails, die öffentlich zugänglich sind.

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Auf zur Probefahrt

Du hast alles erledigt? Dann starte zu einer Probefahrt. Falls trotz allem die Kette springt oder die Bremsscheibe muckt, ist es Zeit für einen Rundum-Veloservice. Der Vorteil: Die Fachleute entdecken auch versteckte Mängel.

Bedenke, dass das beste Velo wenig nützt, wenn du bei einem Sturz deinen Helm nicht aufgesetzt hast.

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Rund ums Putzen und Reparieren

Wie du dein Velo wartest, reparierst und wann es in den Service muss, beschäftigt viele, die regelmässig in die Pedale treten. Hier ein paar Tipps.

Was brauche ich für den Velo-Putz?

Mit Schwamm, Lappen und Wasser, einer alten Zahnbürste, einem geeigneten Reinigungsmittel, einem Entfetter, Öl für die Kette und einem Kriechöl (z. B. WD-40) bist du bestens ausgerüstet. Mit einem Werkstattständer geht die Prozedur noch flotter von der Hand.

Wie reinige ich mein Velo?

Die wenigsten würden sich als begeisterte Putzteufel bezeichnen. Doch dein Velo dankt es dir, wenn du es regelmässig einer Reinigung unterziehst. Entferne eingetrockneten Schmutz zuerst mit Wasser und einer weichen Bürste oder einem Schwamm. Danach sprühst du dein Rad mit einem Veloreiniger ein und lässt das Ganze etwa fünf Minuten einwirken. Danach spülst du es mit Wasser ab. Wo nötig, hilf mit der Bürste nach. Auch wenn es praktisch ist, meide den Hochdruckreiniger, dieser entfernt nicht nur den Schmutz, sondern auch gleich die wichtigen Öle und Fette.

Wie oft sollte ich mein Fahrrad waschen?

Im Winter, wenn die Strassen gesalzen und matschig sind, aber auch bei einer intensiven Nutzung im Gelände und bei Regen empfehlen Fachleute, das Velo jedes Mal zu putzen. Bei trockenen Verhältnissen und weniger intensivem Gebrauch reicht eine Reinigung pro Monat.

Reparieren oder neu kaufen?

Flicken statt wegwerfen?

Ein Loch im Reifen ist kein Grund, diesen zu entsorgen. Du hast die Schadstelle gefunden und den Klebstoff aufgetragen? Dann fragst du dich womöglich: Wie lange muss man warten, bis der Flicken auf dem Fahrradschlauch fest ist? Lass den Kleber kurz antrocknen und drücke dann den Flicken etwa fünf Minuten lang fest auf den Schlauch. Zur Sicherheit wartest du danach nochmals zehn Minuten.

Wann muss ich einen Velopneu wechseln? 

Spätestens wenn die Schutzschicht – auch Gürtellage – zum Vorschein kommt, ist der Reifen nicht mehr sicher. Du erkennst die Schutzschicht daran, dass sie in der Regel eine andere Farbe als der Reifen aufweist.

Guter Rat

Die modernen Bikes sind komplizierte Maschinen, die oftmals mit Karbonrahmen, Scheibenbremsen und x Gängen ausgerüstet sind. Bist du unsicher oder hast du Fragen, wende dich an die Fachleute in der Velowerkstatt deines Vertrauens. Sie erklären dir gerne, was der Unterschied zwischen einer Scheibenbremse und einer Felgenbremse ist, wie ein hydraulischer Bremssattel funktioniert oder wann du deinen Velopneu wechseln musst. Zudem geben sie dir Tipps, worauf du bei Zubehör wie etwa einer Pumpe achten solltest.

Tipps für Ausflüge mit dem Velo

Du planst eine längere Tour? Dann ist nichts ärgerlicher, als wenn die Kette ständig rausspringt, der Sattel lottert oder du einen Platten hast. Nicht auszudenken, was passiert, wenn auf der Abfahrt die Bremse versagt. Egal, ob du mit einer Rennmaschine, einem City- oder E-Bike unterwegs bist, selbst bei einer guten Wartung sind Pannen leider nie auszuschliessen. Deshalb solltest du ein paar Dinge unbedingt mitnehmen.

Packe in deinen Rucksack ...

... eine kleine Velopumpe, Flickzeug und ein Werkzeug-Tool. Wird eine Reparatur notwendig, bist du froh, wenn du deine Mini-Werkstatt dabei hast.

Weitere Tipps zur passenden Kleidung, zur Planung und zur Sicherheit findest du auf unserer Webseite Gut vorbereitet für den Veloausflug.

Bist du ebenso fit wie dein Velo?

Wer körperlich fit ist, fährt sicherer. Mit unseren Fitnesstipps baust du Kraft auf, wirst beweglicher und trainierst das Gleichgewicht. Ebenfalls wichtig ist, dass du die Risiken kennst und so Unfälle reduzierst. Ein Blick auf unsere Seite Sicherer unterwegs mit dem Velo lohnt sich. 

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