Schneesport

  • Über 90 Prozent aller Schneesportunfälle sind selbstverursacht.
  • Eine angepasste Fahrgeschwindigkeit und eine gute körperliche Verfassung erhöhen Ihre Sicherheit.
  • Wer Vorsichtsgebote abseits der gesicherten Piste in schwerer Weise missachtet, muss mit gekürzten Versicherungsleistungen (Taggeld, Rente) rechnen.

Rezept gegen Unfälle beim Wintersport

In der Schweiz gibt es rund 2,5 Millionen Schneesportlerinnen und Schneesportler – das ist mehr als ein Viertel der Wohnbevölkerung. Das beliebte Hobby birgt auch Risiken: Jeden Winter verunfallen durchschnittlich 65 000 Personen der Schweizer Bevölkerung auf Pisten im In- und Ausland. Mehr als die Hälfte der Verunfallten (33 700) sind über ihren Arbeitgeber versichert und verursachen Kosten in der Höhe von mehr als 269 Millionen Franken.
Um den hohen Unfallzahlen weiter entgegenzuwirken, lanciert die Suva Ende November 2016 eine neue grossangelegte Schneesportkampagne. Im Zentrum steht der Schneesport-Check – ein Online-Tool, mit dem die Schneesportler ihr Verletzungsrisiko senken können.

Unfallstatistik 
Ein Snowboarder stürzt im Tiefschnee
Jeden Winter verunfallen durchschnittlich 65 000 Personen der Schweizer Bevölkerung auf Pisten im In- und Ausland.

Risikofaktoren für Schneesportunfälle

Über 90 Prozent aller Schneesportunfälle sind selbstverursacht. Zu den grössten Risikofaktoren gehören:

  • ungenügendes Gefahrenbewusstsein
  • überhöhte Fahrgeschwindigkeit
  • mangelhafte körperliche Kondition
  • ungenügendes Fahrkönnen
  • ungenügender physiologischer Zustand (Übermüdung, Alkoholkonsum)
  • fehlende Schutzausrüstung
  • falsch eingestellte Skibindung
  • Pistenraumgestaltung und Snowparks
Ein Skifahrer bremst hinter einem am Boden sitzenden Snowboarder.
Eine situativ angepasste Fahrgeschwindigkeit und gute körperliche Voraussetzungen senken das Unfallrisiko.

Lawinen

Über 300 000 Personen der Schweizer Bevölkerung sind jährlich abseits der gesicherten Pisten und Wege im winterlichen Gebirge unterwegs. Einige von ihnen unterschätzen die Lawinengefahr. In den vergangenen zehn Jahren sind in der Schweiz über 2000 Personen von einer Lawine erfasst worden. Jährlich enden diese Unfälle für etwa 25 Menschen tödlich. Wer in eine Lawine gerät, hat sie in über 90 Prozent der Fälle selbst ausgelöst.
Schneesportler wandern verschneitem Bergkamm entlang

Viele Schneesportler unterschätzen die Lawinengefahr.

Fahrlässig ausgelöste Lawine: Wer bezahlt? Wer Warnungen und Seilabsperrungen mit schwarz-gelben Wimpeln absichtlich missachtet und in einer Lawine verunfallt, muss mit gekürzten Versicherungsleistungen (Taggeld, Rente) rechnen.

Gefährliche Sportarten
Schneesport Bereichstrenner Handeln

Handeln

Schneesport-Check der Suva

Sind Sie auf der Piste ein Draufgänger oder ein Genussfahrer

Mit dem Schneesport-Check   finden Sie heraus, welcher Typ Sie sind. Sie beantworten je nach Präferenz (Piste, Snowpark oder Freeride) rund 50 Fragen zu verschiedenen Risikodimensionen. Anhand Ihrer Fragen wird Ihr persönliches Profil erstellt. Sie erfahren, was für ein Schneesporttyp Sie sind und erhalten darauf abgestimmt Tipps, wie Sie Ihr Verletzungsrisiko klein halten können.
Auch können Sie mit fünf Übungen testen, ob Sie fit genug für den Wintersport sind. Je nach Stand Ihrer Fitness erhalten Sie ein Übungsprogramm mit fünf Trainingsübungen.

Der Schneesport-Check wurde in Zusammenarbeit mit folgenden Institutionen/Personen entwickelt: Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung AG, Dr. med. Walter O. Frey, BASPO, bfu, PH Luzern, Schneesportinitiative Schweiz, Seilbahnen Schweiz, SLF, Swiss-Ski, Swiss Snowsports.

Ein verletzter Mann.
Unfälle können unangenehme Folgen haben. Machen Sie den Schneesport-Check.

Unfallprävention mit App «Slope Track»

Die App «Slope Track» zeichnet Ihre zurückgelegte Abfahrt, Höhendifferenz und die persönliche Geschwindigkeit auf und macht Sie auf Risiken aufmerksam. Sie enthält zudem FIS-Regeln, Schneeberichte, Webcams, Tipps und Filme.

Sie können die App gratis herunterladen:

Slope Track    für iPhones

Slope Track    für Android-Smartphones
Zwei Wintersportler schauen auf ihr Smartphone
Die App «Slope Track» hilft, Unfälle auf der Piste zu vermeiden.

Mehr Sicherheit mit «White Risk»

«White Risk»  ist eine webbasierte, interaktive Plattform für die Prävention von Lawinenunfällen. Sie sensibilisiert für die Lawinengefahr abseits gesicherter Pisten und vermittelt umfassendes Wissen. Denn Kenntnisse, Erfahrung und eine seriöse Planung sind unerlässlich für die richtige Einschätzung der Lawinengefahr.

Tourenplanungs-Tool und App

«White Risk» enthält ein Tourenplanungs-Tool , das Sie bei den Vorbereitungen einer Tour unterstützt. Damit können Sie

  • die vorgesehene Tour auf den Karten von swisstopo (1:25 000) eintragen
  • Hangneigungen einfach erkennen
  • das Lawinenbulletin und die Wetterprognosen in die Planung integrieren und Schlüsselstellen markieren

Anschliessend können Sie die geplante Tour auf die App «White Risk» übertragen und auch ausdrucken.

Skitourenfahrer stehen im Hang
Das Online-Tool «White Risk» vermittelt umfassendes Wissen zur Prävention von Lawinenunfällen.
Kostenloser App-Download:
White Risk  für iPhones

White Risk    für Android-Smartphones

«White Risk» wird von der Suva und vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF herausgegeben und vom Schweizerischen Roten Kreuz SRK als Partner unterstützt.

Für Firmen, die einen Schneesporttag durchführen, bieten wir Tempomessungen an. Dieses und weitere Module unterstützen Sie bei der Sensibilisierung in Bezug auf sicheren Schneesport.

Präventionsmodule Schneesport

Beim Skifahren und Snowboarden wird die Rumpf- und Beinmuskulatur besonders stark gefordert. Mit einer guten körperlichen Verfassung verbessern Sie Ihr technisches Können, erhöhen den Fahrgenuss und reduzieren das Risiko von Stürzen und Verletzungen.

Mit den Fitnessübungen für den Schneesport können Sie sich ideal auf die Wintersportsaison vorbereiten. Ein 15 bis 20-minütiges Training zwei- bis dreimal die Woche reicht aus, um die Muskeln zu kräftigen und Bewegungskoordination und Körperstabilität zu verbessern.

Je nach Stand Ihrer Fitness können Sie Übungen zu einem unterschiedlichen Level (einfach, mittel oder schwierig) wählen. Mit dem Fitnesstest    finden Sie heraus, wie es um Ihre Fitness steht.

Das Trainingsprogramm gibt’s hier:
Level 1 einfach 
Level 2 mittel 
Level 3 schwierig 

Mann in der Abfahrtshocke
Gezielte Übungen kräftigen die Muskulatur und verbessern die Stabilität.

Die Verletzungen bei Unfällen im Schneesport werden immer gravierender. Eine gute Ausrüstung kann Sie vor schwerwiegenden Folgen bewahren.

  • Lassen Sie Ihre Skibindung vor jeder Saison von Fachpersonen überprüfen und neu einstellen.
  • Die Schrauben Ihrer Snowboardbindung können sich lösen. Deshalb müssen sie ab und zu angezogen werden.
  • Wachsen Sie den Belag Ihres Sportgeräts regelmässig und sorgen Sie für einen guten Schliff der Kanten.
  • Tragen Sie einen Schneesporthelm, welcher der Norm EN 1077 entspricht.
  • Snowboardfahrerinnen und -fahrer verletzen sich besonders häufig an den oberen Extremitäten. Tragen Sie deshalb einen wirksamen Handgelenkschutz.
  • Mit einem Rückenprotektor können Sie sich zusätzlich schützen: Er dämpft die Wucht von Schlägen bei Stürzen auf den Rücken.
Eine Skifahrer in weisser Landschaft schnallt ihren Rückenprotektor an.
Eine gute Schutzausrüstung kann Sie vor schwerwiegenden Folgen einer Verletzung bewahren.
Wärmen Sie sich vor der ersten Fahrt oder nach längeren Pausen und Liftfahrten auf. Spiele und Übungen dafür finden Sie in der App «Slope Track» oder auf YouTube .

Wählen Sie für die erste Fahrt ein gemütliches Tempo und stellen Sie sich auf die aktuellen Verhältnisse ein (Wetter, Pistenzustand, eigene Tagesform).

Gutes fahrerisches Können und volle Konzentration erhöhen Ihre Sicherheit und ermöglichen es Ihnen, auf das Fahrverhalten anderer rechtzeitig zu reagieren.

  • Besuchen Sie einen Kurs in einer Ski- oder Snowboardschule. Eine gute Technik erhöht den Fahrgenuss und fördert die Entspannung.
  • Wählen Sie eine Piste aus, die Ihrem Können entspricht. Die Pisten sind je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedlich gekennzeichnet: blau = leichte Piste; rot = mittelschwere Piste; schwarz = schwere Piste.
Ein Skifahrer fährt gekonnt die Piste hinunter.
Gutes fahrerisches Können erhöht Ihre Sicherheit.

Tempo/Reaktionsweg

Es ist sehr schwierig, das Gefahrenpotenzial der eigenen Geschwindigkeit einzuschätzen. Viele Unfälle passieren, weil Schneesportlerinnen und -sportler die Geschwindigkeit unterschätzen und sich selber überschätzen. Wer anderen auf der Piste rechtzeitig ausweichen und Kollisionen vermeiden will, muss den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit sowie Reaktions- und Ausweichweg kennen.

Bei 50 km/h beträgt schon der Reaktionsweg ca.12 m. Wenn es zu einer Kollision kommt, sind die Folgen fatal: Eine Kollision auf der Piste mit 50 km/h entspricht einem Aufprall nach einem Absturz aus ca.10 m Höhe.

Weitere Beispiele:
Tempo Reaktionsweg ca.
20 km/h 5 m
30 km/h 7 m
40 km/h 10 m
50 km/h 12 m

60 km/h

15 m
70 km/h 17 m
80 km/h 20 m

FIS-Regeln

Die FIS-Verhaltensregeln sind gemäss Gerichtspraxis für Skifahrer und Snowboarder verbindlich.
Grundregel
1. Niemanden gefährden oder schädigen.
Fahrregeln
2. Auf Sicht fahren. Fahrweise und Geschwindigkeit dem Können und den Verhältnissen anpassen.
3. Fahrspur der vorderen Skifahrer und Snowboarder respektieren.
4. Überholen mit genügend Abstand.
5. Vor dem Anfahren und vor Schwüngen hangaufwärts Blick nach oben.
Anhalten/Aufstieg
6. Anhalten nur am Pistenrand oder an übersichtlichen Stellen.
7. Auf- oder Abstieg nur am Pistenrand.
Signalisation
8. Markierungen und Signale beachten.
Verhalten bei Unfällen
9. Hilfe leisten, Rettungsdienst alarmieren.
10. Unfallbeteiligte und Zeugen: Personalien angeben.

SKUS-Richtlinien für Snowboarder

1. Das Snowboard immer mit der Bindungsseite nach unten in den Schnee legen.
2. An Skiliften und auf Sesselbahnen das hintere Bein aus der Bindung lösen.
3. Bei Alpinbindungen muss das vordere Bein mit einem Fangriemen (leash) fest mit dem Snowboard verbunden sein.

Halfpipes, Sprünge oder Cross-Strecken: Snowparks sind für junge Fahrerinnen und Fahrer eine grosse Attraktion. Doch in den Parkanlagen kommt es jährlich zu 4800 Unfällen – teils mit gravierenden Folgen. Es sind vor allem 10- bis 19-Jährige, die sich in den Snowparks verletzen.

Nur mit guter Vorbereitung

Bereits vor der Wintersaison sollten Sie Kondition trainieren. Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit sind für Sprünge und Fahrten in Snowparks eine wichtige Voraussetzung. Empfehlenswert ist auch der Besuch eines Snowpark-Kurses.

Sprung über einen Kicker (Sprunganlage).
Durch angepasstes Verhalten können Unfälle in Snowparks verhindert werden.

Tipps für Ihre Sicherheit in Snowparks

  1. Helm, Rückenprotektor und Handgelenkschoner tragen
  2. Aufwärmen und Einfahren auf der Piste
  3. Besichtigung der Elemente
  4. Einschätzen der Anforderungen durch Beobachten und Nachfragen
  5. Auswahl der Elemente und Tricks nach eigenem Können
  6. Konzentration auf die Fahrt
  7. Geschwindigkeit, Absprung und Flugweite auf die Landezone des Elements anpassen
  8. Freigabe der Landezone durch Wegfahren
  9. Pausen einlegen
  10. Keine Drogen

Snowparks werden durch Tafeln mit Verhaltenshinweisen offiziell markiert. In der App «Slope Track» finden Sie weitere Informationen zu den Regeln.

Schneesport Bereichstrenner Material

Material

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